Hallo Vale,
Wenn ich eine m-RNA künstlich herstelle mit nur zwei
Nucleotide mit den Basen Uracil und Guanin nennt man das ja
Poly-UG…
Dann, wenn immer ein G auf ein U folgt und ein U auf ein G, also so (Nennen wir das Fall 1): UGUGUGUGUGUGUGUGUGUGUG…
Wenn du U und G beliebig aneinanderreihst, nennt man das nicht Poly-UG (ich glaube, das hat dann keinen speziellen Namen). Nennen wir das Fall 2.
gut wenn ich dazu jetzt alles dazugebe was für eine
Translation notwendig ist ensteht ja ein Protein!
Für eine Translation braucht deine mRNA noch eine Ribosomenbindestelle und ein Translationsstart-Signal (das sind beides bestimmte Sequenzen, bevor deine G’s und U’s anfangen). Außerdem noch die Metionin-tRNA, die das Startsignal (AUG) erkennt.
Im Fall 1 würde das Ribosom 2 mögliche Codone lesen: GUG und UGU (und zwar egal, ob deine codierende sequenz mit einem G oder einem U anfängt.
Im Fall 2 gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten: GGG, GGU, GUG, UGG, UUG, UGU und UUU.
was passiert jetzt aber wenn ich eine radioaktiv markierte
Valin und Cystein (14C-Cystein) Aminosäure dazu gebe
(14C-Valin)
Aus dieser Fragestellung schließe ich, daß Fall 1 der richtige Fall ist. Denn UGU codiert für Cystein und GUG codiert für Valin (kannst du in der Codesonne nachlesen).
Unabhängig davon passiert dann aber nichts! Du darfst nicht die freien Aminosäuren zugeben, sondern die entsprechenden, mit den Aminosäuren beladenen tRNA’s (Cystein-Aminoacyl-tRNA und Valin-Aminoacyl-tRNA).
Dazu drei Versuche:
- Valin + Poly-UG + Cystein
Es ist alles da. Findet das Ribosom ein UGU, lagert sich eine Cystein-tRNA an und das Cystein wird an die Peptid-Kette angehängt. Findet es hingegen ein GUG, dann baut es entsprechend Valin ein.
2.Valin + Pol-UG
Hier fehlt Cystein (bzw. die Cystein-tRNA). Was soll also das Ribosom machen, wenn es an ein UGU kommt? Es wird eine Weile warten, aber es findet sich keine passende tRNA für dieses Codon. Dann wird es aufgeben. Es entsteht kein Polypeptid. Wenn die Sequenz mit einem G startet, dann ist das erste Codon ja ein GUG und Valin wird an das Methionin angehängt und es entsteht ein Dipeptid. Das war’s dann.
- Valin + Cystein
Hier fehlt ja die mRNA, also gibt es überhaupt keine Translation.
Habe dazu eine Grafik Diagramm stehen: links auf der Achse ist
der Valin Einbau my mol/ml und rechts eben die Zeit von
0-30min
Bevor man den Einbau messen kann (der ist ja proportional zur Menge der Radioaktivität, weil die Aminosäure radioaktiv markiert sind) müssen die noch übrigen Aminoacyl-tRNA’s (mit den nicht-eingebauten, aber auch radioaktiven Aminosäuren) abgetrennt werden. Dazu muß das Protein aus der Lösung aufgereinigt werden.
- versuch = kurve geht sehr weit nach oben
Klar, hier wird ja Protein gemacht.
- versuch = kurve bleibt sehr weit unten
??? Womöglich spielt der Fragesteller auf das Dipeptid an, aber das würde man nach der Aufreinigung verloren sein. Theoretisch würde sich also eine solche Kurve ergeben, praktisch aber nicht (höchstens als Meßfehler). Man kann sowas trotzdem Messen, aber mit aufwändigeren Techniken (Chromatographie+Radiographie), aber das ist tricky.
- versuch = kurve bleibt fast ganz unten
Hier ist ja auch überhauptnichts entstanden. Die radioaktiven Aminosäuren (an den tRNA’s, du erinnerst dich?) sind ja bei der Aufreinigung alle entfernt worden.
Ich weiß ,dass zu erklären ist irgendwie nicht so toll aber
vielleicht kann mir trotzdem jemand helfen 
Was war eigentlich deine Frage?
Grüße,
Jochen