Hallo!
Ebenso wie beim stromlos Nickel verhindert man dadurch die
Diffusion von Kohlenstoffatomen und damit ein Zerfall des
Diamanten zu Graphit. Da Cu unter bestimmten Legierungen (z.B.
Tellur) ein Kurzspanendes Metall ist kann man die Vorteile
doch duch eine Beschichtung kombinieren?!
Da Graphit bei normalen Drücken die thermodynamisch stabilere Kohlenstoffmodifikation darstellt, kommt es bei Erwärmung (durch Reibung) und gleichzeitigem Kontakt mit Kohlenstoff zu einem Umklappen des Diamant- in das Graphitgitter. Das führt verständlicherweise zu einem erhöhten Verschleiß und dem Unbrauchbarwerden des Schneidwerkzeugs. Eine Beschichtung ändert daran aber meines Wissens nichts, da man bei der Zerspanung die Beschichtung verletzt und der Schneidstoff letztendlich wieder in Kontakt mit dem Stahl steht.
„die Sauerstoff-Gehalte für die verschiedenen
K.-Sorten liegen zwischen 0,005 u. 0,040%“ so stehts im Römpp
(leider nicht genauer aufgeschlüsselt).
Das gilt für sauerstoffhaltiges Kupfer (DIN 1708).
Die Frage war ja, ob man Stahl mit Kupfer beschichtet um es,
ähnlich wie man es auch beim stromlos Nickel macht,
diamantbearbeitbar zu machen.
Da würde mich mal deine Quelle interessieren, ein solches Verfahren ist mir nämlich unbekannt. Aber vielleicht ist mein Wissen dahingehend auch schon wieder veraltet.
Wenn man nun aber statt einer Beschichtung einfach gleich das
komplette Werkstück aus Kupfer macht, würde das ja um so
besser sein, wenn es nicht weiter verunreinigt ist (99,99%).
Wie aber ist das dann mit den Zerspaneigenschaften?
Kupfer lässt sich meines Wissens sehr gut zerspanen.
Im Römmp steht:
" Wird ein K.-Stab mit großer Gewalt auseinandergezogen, so
dehnt er sich vor dem Zerreißen um etwa 50% seiner
ursprünglichen Länge aus." leider steht auch, daß Cu ein recht
hartes Metall ist (was meiner Meinung etwas gegensprüchlich
dazu ist, aber Römpp ist halt mehr für Chmiker und nicht so
werkstofftechnisch orientiert
)
Das ist nicht unbedingt ein Widerspruch, in diesem Zusammenhang möchte ich aber nicht weiter darauf eingehen.
Zu duktil ist für die Zerspanung auf jeden Fall nicht gut. Zu hart
könnte auch Probleme machen,
weißt Du da mehr?!
Das lässt sich so pauschal nicht sagen, da die Spanform neben der Duktilität auch von der Schnittgeschwindigkeit, dem Spanwinkel, Schnittiefe und -geschwindigkeit abhängt. Duktile Werkstoffe liefern aber im allgemeinen (v.a. bei hohen Schnittgeschwindigkeiten und großem Spanwinkel) Fließspäne. Diese sind erwünscht, da die erzielbare Oberflächenqualität sehr gut und die Schnittkräfte (und damit die Belastung des Werkzeugs) gering sind. Problem ist, dass diese Späne sehr lang werden, da kein Bruch erfolgt. Dafür gibt es spezielle Werkzeuggeometrien (Spanleitstufe, Spanformer), die einen Fließspanabriss realisieren. Aber ich schweife ab 
Die Einzige Verwendung von OFHC-Cu, die mir geläufig ist, ist für die Herstellung von Tiefennormalen zur Kalibrierung von Tastschnittgeräten. Diese Normale sind kuchenförmige Stücke mit 7 bis 10 Rillen und einer Tiefe von 1 bis 1000µm. Zur Herstellung dieser wird ein Rohling aus OFHC-Cu mit Diamant präzisionsbearbeitet, die Oberflächenqualität ist dabei sehr hoch (Mittenrauwert im einstelligen Nanometerbereich !). Um eine verschleißfestere Oberfläche zu erzeugen werden die Normale anschließend mit Nickel beschichtet.
mfG Dirk