Pille - Wirkmechanismen - Diane 35

Hallo!

Die Pille verhütete ja auch zwei Arten: Ovulations- oder Nidationshemmer.Letzteres verhindert doch die Einnistung eines Embryos in das Endometrum der Gebärmutter (oder??), d. h. das Ei ist aus dem Follikel im Ovar in den Eileiter entlassen worden (und dann in den Uterus? Oder wo geht das Ei dann hin??).
Und beim Ovulationshemmer? Wird da der gesamte Eisprung verhindert? Entläßt der Follikel das Ei gar nicht?
Wie müssen Östrogen und Gestagen-Spiegel gehalten werden, damit es nicht zur Schwangerschaft kommt? Ich meine mit welchem Stadium im natürlichen Zyklus kann man das vergleichen?

Ist die Diane 35 ein Ovulations- oder ein Nidationshemmer?

Wäre euch sehr dankbar für Antworten!

Grüße C.

Hi,
ich möchte mich jetzt nicht auf die Diane ® festlegen, aber meines Wissens funktioniert sie, wie jedes andere orale Kontrazeptivum (Hormonpräparat d.h. Pille). Und zwar nicht nur aus zwei Wegen, sondern auf dreien.

  1. verhindert sie die Ovulation (Eisprung)
  2. verhindert sie die Nidation (das Einnisten der befruchteten Eizelle)
  3. verdickt sie den Zervixschleim, so daß die Spermien am Eindringen in den Uterus (Gebärmutter) gehindert werden.
    Wie aber wird das berwekstelligt? Hier kommen wir schon zu Deiner abschließenden Frage nach dem Zykluspunkt an dem man sich unter Pilleneinnahme befindet. An GAR KEINEM! Das funktioniert nämlich eigentlich so: Die Ovulation erfolgt normalerweise, wenn in der Zyklusmitte (10.-13. Tag) der Östrogenspiegel ansteigt. Dadurch kommt es zu einem Anstieg des LH-Spiegels. LH steht für „luteinisierendes Hormon“ (=gelbkörperstimulierendes Hormon). Der Zervixschleim verflüssigt sich u.a. und wird spinnbar (Methode zum Feststellen der fruchtbaren Tage)
    Nun wird der Gelbkörper gebildet, der Progesteron erzeugt. Um den 22. Tag herum käme es zur Einnistung eines befruchteten Follikels. Für die Pillenwirkung von Bedeutung ist hier, daß es dem Östrogen entgegenwirkt. Es verändert z.B. die Viskosität des Zervixschleims, so daß der Muttermund für Spermien praktisch undurchlässig wird. Daher, und aus anderen Gründen, nennt man das Progesteron auch „schwangerschaftserhaltendes Hormon“. Während einer bestehenden Schwangerschaft kann man aufgrund dieses Hormonspiels nicht erneut schwanger werden. Dies macht sich die Pille zunutze, indem sie dem Körper also eine Schwangerschaft vorgaukelt. Hormontechnisch gesehen befindet man sich also nicht im „normalen“ Zyklus, sondern in einer Schwangerschaft, da sie durch progesteronähnliche Gestagene wirkt. Man hält durch die regelmäßige Einahme den Hormonspiegel auf einem konstanten Level, und da das alles ja nur durch schwankende Hormonspiegel funktioniert, wird eine Schwangerschaft verhindert.
    Am Ende des normalen, unbefruchteten Zyklus würde der Östrogen- und Progesteronspiegel wieder sinken. Das führt zu einer Minderdurchblutung des Endometriums (innerste Schleimhautschicht des Uterus). Dieses stirbt ab und führt zur Monatsblutung. Das gleiche passiert, wenn man die vorgesehene (normalerweise 7tägige) Pillenpause einlegt.
    Umgekehrt funktioniert so auch der „Trick“ die Periode aufzuschieben (wegen Urlaub, Besuch des Freundes o.ä.), indem man nach der einen Packung ohne Pause direkt mit der nächsten Packung weiter macht, da so der Hormonspiegel nicht abfallen kann…

P.S.: Ich muß natürlich darauf hinweisen, daß Du in jedem Fall auf die Anweisungen der Packungsbeilage und deines Frauenarztes hören solltest, da dieses Forum eigentlich zu klein ist um den exakten Mechanismus mit allen Rückkopplungen zu beschreiben. Hier kann Dir aber ein guter Physiologie-Taschenatlas weiteres erzählen (ob man das braucht…???).

Ich hoffe, ich konnte Dir helfen

Lg Alex

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Hi,
ich möchte mich jetzt nicht auf die Diane ® festlegen, aber
meines Wissens funktioniert sie, wie jedes andere orale
Kontrazeptivum (Hormonpräparat d.h. Pille). Und zwar nicht nur
aus zwei Wegen, sondern auf dreien.

  1. verhindert sie die Ovulation (Eisprung)
  2. verhindert sie die Nidation (das Einnisten der befruchteten
    Eizelle)
  3. verdickt sie den Zervixschleim, so daß die Spermien am
    Eindringen in den Uterus (Gebärmutter) gehindert werden.

Hallo Max!
Vielen Dank für Deine Antwort! Jetzt habe ich nur noch eine Frage, vielleicht ist sie ja ganz dumm, aber wenn die Ovulation verhindert wird, ist dann überhaupt ein Ei da? (springt da ein Ei???). Dann müßte ja nämlich die Nidation gar nicht verhindert werden, denn wo keine Ei war, kann ja auch keine Befruchtung stattfinden, oder?
Was heißt genau: Verhinderung der Ovulation. Bei der Ovulation wird doch das Ei aus dem Follikel freigegeben oder? Was wird verhindert? Die Entwicklung des Eis, die Freigabe…???
Und kann es nicht erst zu Nidation kommen, wenn es Ovulation gegeben hat?
Oder ist das ein doppelter Schutz, falls der Eisprung doch stattfindet?

Aber noch viel schlimmer: wenn der befruchtete Keim am Einnisten gehindert wird, wenn also die Zygote zugrunde geht, geht da nicht schon neues Leben zugrunde? Beginnt das Leben denn nicht mit der Zygote? Ist das nicht schon eine Form der Abtreibung?
Weißt du, in welchem Stadium sich die Zygote da befindet? Die Einnistung würde ja von der Blastocyste am 5.-6. Tag der Schwangerschaft erfolgen. Die Furchungen sind abgeschlossen - also doch schon alles vorprogrammiert???

Gar nicht so ohne, wenn ich drüber nachdenke,

ich hoffe, Du kannst´mir weiterhelfen.

Grüße C.

Hallo Max!
Vielen Dank für Deine Antwort! Jetzt habe ich nur noch eine
Frage, vielleicht ist sie ja ganz dumm, aber wenn die
Ovulation verhindert wird, ist dann überhaupt ein Ei da?
(springt da ein Ei???). Dann müßte ja nämlich die Nidation gar
nicht verhindert werden, denn wo keine Ei war, kann ja auch
keine Befruchtung stattfinden, oder?
Was heißt genau: Verhinderung der Ovulation. Bei der Ovulation
wird doch das Ei aus dem Follikel freigegeben oder? Was wird
verhindert? Die Entwicklung des Eis, die Freigabe…???
Und kann es nicht erst zu Nidation kommen, wenn es Ovulation
gegeben hat?
Oder ist das ein doppelter Schutz, falls der Eisprung doch
stattfindet?

Aber noch viel schlimmer: wenn der befruchtete Keim am
Einnisten gehindert wird, wenn also die Zygote zugrunde geht,
geht da nicht schon neues Leben zugrunde? Beginnt das Leben
denn nicht mit der Zygote? Ist das nicht schon eine Form der
Abtreibung?
Weißt du, in welchem Stadium sich die Zygote da befindet? Die
Einnistung würde ja von der Blastocyste am 5.-6. Tag der
Schwangerschaft erfolgen. Die Furchungen sind abgeschlossen -
also doch schon alles vorprogrammiert???

Gar nicht so ohne, wenn ich drüber nachdenke,

ich hoffe, Du kannst´mir weiterhelfen.

Grüße C.

Hi,
Deine Frage ist alles andere als dumm.
Pro Zyklus reifen in den Ovarien unter Wirkung von FSH (Follikelstimulierendes Hormon) ca 200 Follikel (sog. Kohorte). Durch ungeklärte mechanismen wird aber nur einer dominant und wird zum sprungreifen Graaf-Follikel.
Wie gestern schon erwähnt wird die Ovulation durch ansteigende Hormonspiegel (Östrogen, LH) ausgelöst.
Einfacher dargestellt zeigt sich der Zyklus so:
FSH -> Follikelwachstum -> Östrogenproduktinon hoch -> LH steigt => Ovulation

Corpus Luteum (Gelbkörper) -> Progesteron-Produktion -> LH niedrig, FSH niedrig -> Östrogen niedrig -> Progesteron niedrig => Menstruation.

Hormone können während des Zyklus nicht nur positiv rückgekoppelt sein, sondern auch negativ.
Die Pille wirkt dadurch, daß durch Östrogen und Gestageneinnahme kein LH und FSH mehr freigesetzt werden. FSH ist aber ja für das Follikerlwachstum verantwortlich, daher gelangt IMHO erst gar kein Follikel zur Reifung.
Zu der anderen Frage: ja, die Pille wirkt nun mal dreifach. Würde sie nur die Nidation verhindern, könnte es leicht zu extra-uterinen Graviditäten kommen (z.B. Bauchhöhlenschwangerschaften). Man kann aber meines Wissens Pillen nicht SO selektiv herstellen, da alle genannten Instanzen (Follikelreifung, Ovulation, Nidation, Zervixschleim) durch das selbe komplizierte Zusammenspiel der genannten Hormone gesteuert werden.
Außerdem: Doppelt genäht hält besser.
Käme es dennoch zu einer Befruchtung würde der Keimling wohl abgestoßen werden. Medizinisch gesehen wäre das absolut keine Form der Abtreibung. Tötung von Leben? –Vielleicht (nach unserem völlig übertriebenen Embryonenschutzgesetz). Hier würde die Diskussion aber schon ins Juristische gehen. Meiner Meinung nach könnte man in solch einem Fall noch gar nicht von bestehender Schwangerschaft sprechen. Die Implantation findet um den 22. Tag, nach der letzten Menstruation statt, im Stadium der Blstocyste; es handelt sich also noch gar nicht um einen Embryo.

LG Alex

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Wann beginnt Leben?
Hallo Alex!
Vielen Dank für Deine Antwort.

Medizinisch gesehen wäre das absolut keine
Form der Abtreibung. Tötung von Leben? –Vielleicht (nach
unserem völlig übertriebenen Embryonenschutzgesetz). Hier
würde die Diskussion aber schon ins Juristische gehen. Meiner
Meinung nach könnte man in solch einem Fall noch gar nicht von
bestehender Schwangerschaft sprechen. Die Implantation findet
um den 22. Tag, nach der letzten Menstruation statt, im
Stadium der Blstocyste; es handelt sich also noch gar nicht um
einen Embryo.

Du vertrittst also nicht die Meinung, dass Leben in dem Moment beginnt, indem Eizelle und Samenzelle zur Zygote verschmelzen? Ich denke da streiten sich Mediziner und Entwicklungsbiologen und ich habe auch prinzipiell nichts gegen Abtreibungen, solange sie nicht als Verhütungsmittel benutzt wird. Das muss jede Frau selbst entscheiden und oft ist es aus persönlichen Gründen sogar gut, wenn man sie Möglichkeit hat. Ich wüßte selbst nicht, was ich tun würde - also ich verurteile um Gottes Willen nichts - aber ich bin der Meinung, dass die Zygote, die ja ein vollständiger Organismus zu werden vermag, doch schon „Leben“ ist und dass man hier schon Leben auslöscht. Warum soll „Leben“ erst ab einem gewissen Zeitpunkt existieren? Einen, den Mediziner, Genetiker und Juristen festlegen???
Und übertrieben finde ich das Embryonenschutzgesetz nicht, immerhin hat der Embryo schon ein Nervensystem wenn er ausgeschabt wird - folglich wird ihm das schon weh tun…
Mich würde aber interessieren, was du genau daran übertreiebn findest!

(möchte keine Grundsatzdiskussion führen, finde es einfach nur interessant zu lesen, was andere darüber denken - als Mediziner hast du ja noch ganz andere Einblicke. Würde mich also freuen, wieder von Dir zu lesen)

Liebe Grüße C.

Hi,
ich finde es z.B. überzogen, Stammzellforschung in Deutschland nur an importierten Embryonen zuzulassen. Das hat mit schutz des Lebens nichts zu tun, das ist Doppelmoral.
Dann muss die Politik ausserdem auch zugeben, daß Deutschland kein nennenswerter Wissenschaftsstandort mehr sein wird.
Gegen Abtreibung habe ich prinzipiell auch nichts und stimme mit dir da überein.
Die Festlegung eines Zeitpunktes, an dem man von Leben sprechen kann, finde ich eher misanthrop als philantrop…
Es ist eine diskussion, die sehr ins moralisch-ethische geht, das hat aber auch nix mehr mit abtreibung zu tun.
Meiner Meinung nach gibt es durchaus Gründe, die eine Abtreibung rechtfertigen; und dann sollte sich dem niemand in den Weg stellen…
Das ist sehr schwer zu erörtern, weil beide Seiten moralische Bedenken wecken; ähnlich wie bei der Todesstrafe, Gentechnik oder eben Stammzellforschung.

Lg Alex

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Hallo Coccinella: Wie definierst Du „Leben“? Eine Pflanze, ein Bakterium (z.B. E. coli), eine Eizelle, ein Spermium etc . ist für mich Leben. Ist das schon menschliches Leben? Menschliches Leben hat mit Wahrnehmung, kommunizieren, sich bewegen, Stellung nehmen, etc. zu tun. Kann eine Blastocyste das? Zwischen einer Blastocyste und einem Embryo ist ein grosser Entwicklungsschritt. Das Embryonenschutzgesetz (Definition) umfasst die Frucht (resp. Zeitspanne) von der Kernverschmelzung bis zum Abschluss der Organentwicklung (8. Entwicklungswoche). Der von Dir erwähnte abgetriebene Embryo mit Nervensystem ist daher keine Blastocyste mehr.
Die Entwicklung eines Lebewesens (Mensch, Tier, …) ist eine Entwicklungsphase, ein sukzessiver Übergang, kein momentaner Sprung (wie bei den Dogmatikern). Ich sehe ein Kontinuum von Leben --> Lebewesen --> Menschenleben. Die moralischen Probleme stammen nicht von den Medizinern oder Entwicklungsbiologen sondern von den Vertretern der Dogmen von Weltreligionen. Ich vermisse bei deiner Stellungnahme die Differenzierung und eine klare Haltung. Du möchtest keine Grundsatzdiskussion führen; verbreitest aber deine Meinung. Möchtest Du diese Meinung nicht in Frage gestellt sehen? Du hast prinzipiell nichts gegen Abtreibung solange sie nicht als Verhütungsmittel benutzt wird. Abtreibung ist eine Form von Verhütung! Du schreibst "also ich verurteile um Go… W… nichts, aber ich bin der Meinung … Ist eine Meinung keine Form von Verurteilung? Gruss

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Hallo Paul!

Leben ist für mich das, was einen eigenen Stoffwechsel (Energieumsatz etc.) hat, was auf Reize von außen reagieren kann (so zum Beispiel auch die befruchtete Eizelle, denn sie reagiert ja auch auf maternale Faktoren)und was sich fortpflanzen kann bzw. sich fortpflanzen können wird. Viren z. B. sind für mich keine Lebewesen, denn sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und brauchen eine Wirtszelle, die sie umprogrammieren können. Ein Bakterium wiederum ist für mich sehr wohl Leben und eine Pflanze ebenso. Eine Eizelle oder eine Spermazelle noch nicht. Die sind alleine nicht überlebensfähig, es muss zur Befruchtung kommen, damit das daraus entstehen kann, was Wahrnehmungen und Empfindung hat, was dann mal Mensch ist. Und in einer Blastocyste ist das alles am Werden alles wrd programmiert und genau deshalb, weil die Entwicklung keine Sprünge macht, sehe ich alles als Leben an, was dem Embryo voraus geht. Ab der Zygote.

Ich stimme Dir zu, dass Abtreibung eine Form der Verhütung ist. Doch so einfach ist das nicht. 2 Frauen treiben ab. Das gleiche Resultat. Nur die eine hat vergessen die Pille zu nehmen und wissentlich auch nicht anderweitig verhütet, weil’s im Suff auch gerade so schön war und es gibt ja die Pille danach oder sie hat nicht weiter gedacht und upps…sie war schwanger. Aber ist ja kein Ding, man kann ja abtreiben. Die andere ist vergewaltigt worden. Ihr Leben, ihre Sexualität sind zerstört, in ihr reift das Kind eines Vergewaltigers, sie wollte nie Kinder oder hat gerade ihre Ausbildung begonnen…es gibt viele Gründe. So - gemeinsam haben beiden Frauen, dass sie abgetrieben haben. Aber sind die Gründe nicht ganz andere? Deswegen habe ich die Meinung, dass Abtreibungen gut sein können, aber dass sie nicht mißbraucht werden dürfen und nicht leichtsinnig damit umgegangen werden darf. Mit dieser Meinung treffe ich keine Verurteilung. Nein, Meinungen sind keine Verurteilungen und haben nichts damit zu tun. Meine allgemeine Meinung, die ich hier äußere, wird sich im konkreten Fall der Situation anpassen und kann (so z. B. im ersten Fall) zur Verurteilung werden. Sie ist es aber nicht. Und würde mein Standpunkt so fest sein, wie Du behauptest, würde ich nicht die Meinung anderer lesen wollen, denn ich bin immer bereit dazuzulernen. Aber Meinungen muss man haben. Aber wenn Du meinungen mit Verurteilungen gleichsetzt, was darf man dann „meinen“ oder glauben oder haben? Mir fällt nichts ein, was das beschreibt. Was kann man haben, wenn man keine Meinung hat?

Grüße C.

Hi,

natürlich muß man das verantwortungsvoll machen. Daher auch Beratungsgespräche. Außerdem bekommt man ne abtreibung nicht mal eben in der Apotheke.
Wie kann ich denn als Gesetzgeber so nen Wind um Zellhaufen machen, erlaube aber die „Pille danach“, die man bis 48 Std. danach bekommt. Da sind die Zellen auch schon verschmolzen und nur die Nidation wird verhindert.
Richtig E.coli haben auch einen Stoffwechsel, kann man aber doch nicht wirklich mit Leben vergleichen, zumindest nicht mit schützenswertem…

Lg Alex

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Wie kann ich denn als Gesetzgeber so nen Wind um Zellhaufen
machen, erlaube aber die „Pille danach“, die man bis 48 Std.
danach bekommt. Da sind die Zellen auch schon verschmolzen und
nur die Nidation wird verhindert.
Richtig E.coli haben auch einen Stoffwechsel, kann man aber
doch nicht wirklich mit Leben vergleichen, zumindest nicht mit
schützenswertem…

Hi Alex!
Angenommen du läßt jetzt mal den Gesetzgeber und die schwangere Frau ganz außen vor. Und du hast nur diesen „Zellhaufen“. Die siehst Zellen, entfernst sie und damit hat es sich? Ist das nicht eine zu oberflächliche Betrachtungsweise? Was geht in den Zellen vor? Die ganze Determination findet doch statt. Hormone werden prodiziert oder es wird auf Hormone reagiert. Mitosen finden statt, Furchungen haben stattgefunden und du nennst das ganze „Zellhaufen“?? Sorry, aber die Einstellung kann ich nicht teilen. Für mich ist das definitiv Leben. Was mit der Mutter ist, steht auf einem anderen Blatt und dass man dann zugunsten der Mutter entscheidet und nicht zugunsten des „Zellhaufens“ ist auch ok und von mit vollkommen unterstützt - aber es ist nun mal definitiv mehr als ein Zellhaufen.

Vielleicht gehörst du ja auch zu den menschen, die auf Antibiotika Darmbeschwerden bekommen. Warum? Weil E. coli auch dran glauben musste. Und E. coli gehört zu den wichtigsten Darmbakterien des Menschen, ist Hauptlieferant von Vit. K. Ohne unsere Bakterien würden auch wir nicht sein. Und du nennst das nicht-schützenswertes Leben? Hättest du jetzt irgendein Bakterium genannt, dass Krankheiten auslöst oder einen Schimmelpilz, dann hätte ich dich wohl eher verstanden, aber du nennst hier einen „Gefährten“ in deinem Darm.

Und was schützenswert ist und was nicht, was ein Unkraut ist und was eine Zierpflanze das sind doch alles Definitionen vom Menschen, das was IHM schadet ist ein Schädling, das was IHM nutz eine Nutzpflanze. Kann das denn das Maß aller Dinge sein? Hat nicht jedes Leben Recht auf Leben, wäre es sonst da? Macht denn nur der Mensch die Evolution? Oder ist er gar das Ziel der Evolution? Wohl kaum, er ist Teil davon, genauso wir E. coli oder Ackerunkräuter. Dass der Mensch wirtschaftet und einen Nutzen für sich zieht ist auch ok - aber dass steht alles auf einem anderen Blatt und man darf die beiden Aspekte nicht zusammen schmeißen. Natürlich müssen Medikamente entwickelt werden und man muss abwägen, welchen Organismus man schützt und welchen nicht. Ganz klar. Da bin ich auch dafür.

Aber gerade auch diese kleinen Organismen wir E. coli bringen uns molekularbiologische Erkenntnisse, die uns wiederum zugute kommen.

Grüße C.

Und was schützenswert ist und was nicht, was ein Unkraut ist
und was eine Zierpflanze das sind doch alles Definitionen vom
Menschen, das was IHM schadet ist ein Schädling, das was IHM
nutz eine Nutzpflanze. Kann das denn das Maß aller Dinge sein?
Hat nicht jedes Leben Recht auf Leben, wäre es sonst da? Macht
denn nur der Mensch die Evolution? Oder ist er gar das Ziel
der Evolution? Wohl kaum, er ist Teil davon, genauso wir E.
coli oder Ackerunkräuter. Dass der Mensch wirtschaftet und
einen Nutzen für sich zieht ist auch ok - aber dass steht
alles auf einem anderen Blatt und man darf die beiden Aspekte
nicht zusammen schmeißen. Natürlich müssen Medikamente
entwickelt werden und man muss abwägen, welchen Organismus man
schützt und welchen nicht. Ganz klar. Da bin ich auch dafür.

Aber gerade auch diese kleinen Organismen wir E. coli bringen
uns molekularbiologische Erkenntnisse, die uns wiederum zugute
kommen.

Grüße C.

Hi,

zunächst muss ich ja mal anmerken, daß dafür, daß Du keine Grundsatzdiskussion wolltest, das hier schon ganz gut in die Richtung geht. Das ist aber auch gut, denn über solche Dinge kann man ger nicht genug diskutieren und nachdenken.
Ich finde Deine Meinung recht respektierenswert; allerding widersprichst Du Dir recht häufig. Du sagts, es sei in Ordnung, wenn der Mensch sntscheidet, welche Organismen er schützt und welche nicht. Sagst aber, daß ALLES Leben recht auf eben dieses hat. Und genau diese beiden Standpunkte widersprechen sich, wenn man so vehement für das leben plädiert.
Du darfst Dich hier nicht auf E.coli festlegen, denn damit hast du genau dem PRO-VITAM-Standpunkt widersprochen.
Daß wir solche Entscheidungen treffen ist notwendig um unsere Art zu erhalten (aber dazu später).
Nun ist E.coli ein Bakterium wie jedes andere. Du sagst, da es unser Gefährte ist, ist es besonders schützenswert. Ist es das??? Seine einzige nützliche Aufgabe erfüllt es im Darm. Andernorts verusacht es Krankheiten. So ist es z.B. häufigster Erreger von Harnwegsinfektionen und anderen Krankheiten. Ist es dann immer noch schlecht es mit Antibiotika zu bekämpfen???
Es ist ALLES ein Abwägen von Gut und Schlecht. Natürlich nur aus sicht des Menschen; und da liegt die Doppelmoral.
Nun zurück zu dem „Zellhaufen“ aus dem potenziell Leben entstehen könnte. Was hälst du denn von dem Kinderwunsch bei Frauen, die Aufgrund einer abgelaufenen Salpingitis (Tubenentzündung) z.B. keine Kinder bekommen können. Ist da eine In-Vitro-Fertilisation in Ordnung? Dabei werden nämlich eine Menge Eizellen extrakorporal befruchtet und bis zu einem gewissen Teilungsstadium inkubiert. Bei einer erfolgreichen Implantation werden die restlichen verworfen. Ist das dann nicht auch eine Art der Abtreibung oder Tötung schützenswerten Lebens? Warum sollte man diese Embryonen nicht für die Stammzellforschung heranziehen? Das ist die Frage, die man sich stellen muss. Darf man Zellen, die potentiell zwar zu Leben werden könnten, dies aber niemals werden, zu wissenschaftlichen Zwecken verwenden?
Und nun sind wir schon bei der Stammzellforschung und Evolution, die Du ja auch angesprochen hast.
Genauso wie man bestimmte Organismen tötet, um Krankheiten zu heilen, sollte man auch Zellen verwenden dürfen um dasselbe Ziel zu erreichen.
Du fragst ob der Mensch Teil oder Ziel der Evolution sei. Natürlich ist er eigentlich Teil von ihr; aus seiner Sicht aber ist er die Spitze und ich werde Dir auch sagen wieso. Ich meine nicht als Krone der Schöpfung, aber er hat sich selbst zum Ziel der Evolution gemacht, indem er seine eigene Evolution getoppt hat.
Was bedeutet denn eigentlich Evolution für einen Organsmus oder eine Art? Mal ganz wissenschaftlich gesprochen ohne die menschliche Vermessenheit (schlag ruhig bei Darwin nach). Es bedeutet Weiterentwicklung und genetische Selektion. Das ist normalerweise Aufgabe der Natur in einem jahrtausendlangen Prozess. Es bedeutet, daß der stärkste überlebt. Der stärkste ist der, der von der Natur mit einem Fortpflanzungsvorteil ausgestattet wurde. Sei es die Giraffe, die an das hohe Futter kommt oder der Primat, der plötzlich aufrecht gehen konnte. Alle anderen werden von der Natur aussortiert.
Und genau diese Aufgabe haben wir der Natur abgetrotzt; wir haben unsere eigene Evolution angehalten an dem Tag, an dem die Medizin und die Wissenschaft erfunden wurden.
Man spricht immer von „Eingriff in die Natur“; vor allem die, die gegen Gentechnik und Abtreibung sind. Ich aber sage, die erfindung der Medizin war der schwerwiegenste Eingriff in die Natur, seit Menschen leben. Daher kann ich weder gegen Klonen oder gegen Stammzellforschung sein, da das nur Doppelmoralität entlarven würde. Man malt sich nur allzu gern Szenarien aus wie z.B.: Superhühner, Dollies und Menschen aus dem Katalog.
Habt ihr mal „Gattaca“ gesehn? Das ist kein Horrorszenarium, sondern der einzige Weg, wie wir den Wettlauf gegen Krankheiten gewinnen und so den Fortbestand unserer Art sichern können. Durch die Medizin erst werden die Menschen alt genug, daß sich die sog. Volkskrankheiten (Koronare Herzkrankheit, Diabetes, Krebs) manifestieren können.
Würde ich solche Techniken verteufeln, müsste ich das mit allen Konsequenzen tun:
Keine Lösung für denWelthunger, keine Heilung für Krebs, kein Impfstoff gegen Aids. Ich kann mich aber nicht hinstellen und sagen das sei ein fürchterlicher Eingriff in die Natur und habe dabei vergessen, daß ich ohne die Medizin sehr wahrscheinlich mit 8 Jahren an Keuchhusten oder einer anderen Kinderkrankheit elendig verreckt wäre.
Es ist falsch in solchen Angelegenheiten von gebrochenen Tabus zu sprechen, denn das haben wir schon längst getan. Z.B. mit dem Penicillin oder dem Poiloimpfstoff.
Wir haben den Kampf mit den Krankheiten begonnen, jetzt müssen wir ihn auch ausfechten.

Soweit erst mal…

Lg Alex

1 „Gefällt mir“

Hallo Alex,

Du hast Recht, in dem Moment, wo es um die Gesundheit von Menschen geht und um Heilung, steht natürlich der Mensch im Vordergrund.

Grüße C.