Hormonfilter für Wasserrohre?

Hi,

kann mir jemand sagen, ob es so etwas gibt? Einen Filter
der Hormone aus dem Wasser filtert?

liebe Grüsse,
Silke

Hallo Silke,

das geht mit Kohlenstoff-Adsorptions-Filtern (aka Aktivkohlefilter).

Die Aktivkohle ist ultrafeiner Kohlenstoffstaub, an dessen riesiger Oberfläche allemöglichen organischen Moleküle (also auch Hormone) binden. Diese Art Filtration wird auch als Absorptionschromatographie bezeichnet.

Einen Filter, der _nur_ die Hormone aus dem Wasser fischt, gibt es nicht. Um allerdings hochspezifisch bekannte Hormone aus dem Wasser zu filtern, könnte man eine Affinitätschromatographe machen. Dabei läßt man das Wasser an einer großem Oberfläche mit Antikörpern gegen das Hormon vorbeilaufen. Damit lassen sich jedoch nur kleine Mengen Wasser reinigen, außerdem ist das sehr teuer.

Allgemein zur Wasseraufreinigung könntest du aber hier nochmal reinschauen:

http://www.pacificro.com/Solutio2.htm

Grüße,
Jochen

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Liebe Silke,

kann mir jemand sagen, ob es so etwas gibt? Einen Filter
der Hormone aus dem Wasser filtert?

Aber ja, das gibt´s.
Man kann alles aus dem Wasser herausfiltern i.S.v. daraus entfernen. Ist nur eine Frage des Preises.
So sind sicherlich alle Laboratorien und Produktionsstätten in denen mit nenneswerten Mengen an Hormonen gearbeitet wird und entsprechend belastetes Abwasser anfällt verpflichtet dieses vor dem Weiterleiten entsprechend zu reinigen.
Das ist dann übrigens recht teuer.

Wenn Du aber meinst, ob es eine Filter gibt, der Hormone aus dem Trinkwasser eines privaten Haushalts filtert, dann muß ich leider verneinen. Siollte Dir ein solcher Filter angeboten werden, dann darfst Du ihn getrost in den Bereich „Beschiß“ oder " Kohleabgreifen bei Dummköpfen" einordnen.
Direkt neben:
http://www.nucleostop.onlinehome.de/
oder:
http://www.wasserauto.de/html/prinzip.html
oder:
http://www.aegypt-schwarzkuemmel.de/himalayasalz.shtml
oder:
http://www.orgon.de/index2.html
und was es im web noch so alles an Witzen für Wissenschaftler gibt.Gruß
Bernd

Hallo Bernd,

wenn du Recht hast, habe ich gerade Blödsinn geschrieben und muß meine Antwort ganz schnell revidieren. Ich habe gelernt, daß man mit Aktivkohlefiltern alle möglichen organischen Bestandteile aus Wasser rausfiltern kann.

Was nu?

Liebe Grüße,
Jochen

Im Zweifelsfalle filtern die beliebten „Britta“ Wasserfilter allen möglichen Scheiß aus dem Wasser raus, neben Kalk auch unangenehm riechende organische Bestandteile. Da Hormone komplexe organische Verbindungen sind, nehme ich an, auch diese werden durch den Aktivkohlefilter in den Filterpatronen absorbiert.

Gruß
Moriarty

Hallo Jo…

wenn du Recht hast, habe ich gerade Blödsinn geschrieben und
muß meine Antwort ganz schnell revidieren. Ich habe gelernt,
daß man mit Aktivkohlefiltern alle möglichen organischen
Bestandteile aus Wasser rausfiltern kann.

Sicher kann man.
Fragt sich nur, wieweit man „alles“ definiert.
Hormone (so sie denn im Wasser drin sind - woher eigentlich ?) wirken schon in sehr kleinen Mengen. Da liegt die Crux.

Gruß
Bernd

Hi Silke,

kann mir jemand sagen, ob es so etwas gibt? Einen Filter
der Hormone aus dem Wasser filtert?

im Prinzip ja, aber …

Wie einige Vorredner schon schrieben, kann man mit Aktivkohle einiges machen, aber eben nur einiges.
Das Prinzip der Adsorption an Aktivkohle ist, daß durch den Kontakt der organischen Substanz mit der Kohle die Substanz (in Deinem Fall irgend ein Hormon (welches eigentlich)) mehr oder weniger fest fixiert wird. Sie kann aber später auch wieder ‚freigegeben‘ werden.

Eine andere Möglichkeit, die aber für einen Haushalt eher ungeeignet wäre, ist die Umkehrosmose.
Das ist im Prinzip eine seeeehr feine Filterung des Wassers. So fein, daß selbst Salze zurückgehalten werden. Allerdings braucht man dazu recht hohe Drucke und entsprechende Pumpen. Die Filtermembranen sind zum einen nicht ganz billig und zum anderen auch recht empfindlich.

Warum glaubst Du denn, daß Du überhaupt Hormone aus Wasser (Trinkwasser) entfernen mußt?

Gandalf

Hallo Bernd,

Sicher kann man.

Ok.

Fragt sich nur, wieweit man „alles“ definiert.

Nach „alles“ war nicht gefragt.

Hormone (so sie denn im Wasser drin sind - woher eigentlich
?)

Kurz: Von der Pille und Hormonpräparaten, die (legal oder illegal) zur Mast und zum Bodybuilding eingesetzt werden und über die Kanalisation -> Kläranlagen wieder ins Trinkwasser kommen. Genaueres siehe unten, da hab ich mal Literaturlinks zusammengestellt. Anbgesehen davon sind nicht nur Hormone ieS von Bedeutung, sondern allgemeiner hormonell wirksame Substanzen (Endocrine Disrupting Chemicals = EDCs). Eine Liste der Europäischen Kommission zählt 564 chemische Verbindungen auf, bei denen der Verdacht besteht, dass sie hormonell wirksam sind (European Commission, 2000). Alle in dieser Broschüre beispielhaft aufgeführten Stoffe gehören in diese Kategorie.

wirken schon in sehr kleinen Mengen. Da liegt die Crux.

Richtig. Ich weiß auch nicht, welche Dimension eine Filteranlage haben muß, um die effektive Wirkkonzentration der evtl. im Wasser befindlichen Hormone sicher unterschreiten zu können!

Grüße,
Jochen

Literatur:

Hormonaktive Substanzen im Wasser: http://www.bund.net/lab/reddot2/pdf/hormone.pdf

Umweltchemikalien, die auf das Hormonsystem wirken:
http://www.umweltdaten.de/down-d/chempol2.pdf

ARZNEIMITTELRÜCKSTÄNDE IN DER UMWELT Reports:
http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/ site/publikationen/R162.pdf

sowie

Arbeitsgemeinschaft für die Reinhaltung der Elbe (Hrsg., 2000): Endokrin wirksame Stoffe in der Elbe, in Nebenflüssen und in der Nordsee; Studie
unter: http://www.arge-elbe.de

Abwassertechnische Vereinigung: Stoffflussanalyse endokrin wirksamer Substanzen - Produktion, Verwendung, Umwelteinträge; Endokrine Stoffe, ATV- Schriftenreihe Bd. 15, Hennef 1999, S. 22 - 37; Internet: http://www.oekorecherche.de/deutsch/atv99.html

Berthold et al., (1998): Beeinflussung des Grundwassers durch arzneimittelbelastete oberirdische Gewässer. In: Hessische Landesanstalt für Umwelt, Umweltplanung, Arbeits- und Umweltschutz (Hrsg.): Arzneimittel in Gewässern: Risiken für Mensch Tier und Umwelt? Heft 254/98, ISSN 0933-2391.
http://www.institutdrjaeger.de/gebiete/wasser/apothe…

Dieter, H.H., und Henseling, M. (2002): Maßnahmewerte gem. § 9 Abss. 6-8 TrinkwV 2001 für Stoffe im Trinkwasser. Ausführliche Begründung für die entsprechende Empfehlung der Trinkwasserkommission beim Umweltbundesamt.

Hi Jochen, ich hab einige Links anklickbar gemacht.
Gandalf (der MOD)

Hi Gandalf!

Eine andere Möglichkeit, die aber für einen Haushalt eher
ungeeignet wäre, ist die Umkehrosmose.

[…]

Allerdings
braucht man dazu recht hohe Drucke und entsprechende Pumpen.
Die Filtermembranen sind zum einen nicht ganz billig und zum
anderen auch recht empfindlich.

Also so arg ist das mit der Umkehrosmose auch nicht. Unser Leitungswasserdruck von 4 bar reicht ohne weiteres aus um mit einer Filterkerze (die etwa so groß ist, wie eine drei viertel verbrauchte Küchenrolle) innerhalb von 24h gute 20L Umkehrosmosewasser zu erzeugen.

Die Anschaffungskosten für die Anlage haben, wenn ich mich recht erinnere um 150€ gelegen und das Teil ist seit ca. 4 Jahren praktisch wartungsfrei bei mir in Betrieb.

Technisch wäre das also in meinen Augen ohne weiteres möglich. Das Problem sehe ich eher darin, dass so eine Anlage sehr leicht verkeimt. Die Mikroorganismen bescheren einem dann im Trinkwasser unter Umständen noch ganz andere Probleme, als die Hormone die man durch das Verfahren ausgefiltert hat.

Gruß

Stefan

PS: Umkehrosmoseanlagen gibt’s übrigens im Aquarienhandel.

Hallo Gandalf,

Warum glaubst Du denn, daß Du überhaupt Hormone aus Wasser
(Trinkwasser) entfernen mußt?

Silke hat doch gar nicht gesagt, daß sie das müßte oder wollte und das sie das für Trinkwasser zuhause praktizieren wollte…

Auf Deine Frage habe ich aber hier ein paar Links als Antwort-Anregung:

Hormonaktive Substanzen im Wasser: www.bund.net/lab/reddot2/pdf/hormone.pdf

Umweltchemikalien, die auf das Hormonsystem wirken:
www.umweltdaten.de/down-d/chempol2.pdf

ARZNEIMITTELRÜCKSTÄNDE IN DER UMWELT Reports:
www.umweltbundesamt.at/fileadmin/ site/publikationen/R162.pdf

Grüße,
Jochen

Hi Stefan,

Also so arg ist das mit der Umkehrosmose auch nicht. Unser
Leitungswasserdruck von 4 bar reicht ohne weiteres aus um mit
einer Filterkerze (die etwa so groß ist, wie eine drei viertel
verbrauchte Küchenrolle) innerhalb von 24h gute 20L
Umkehrosmosewasser zu erzeugen.

Die Anschaffungskosten für die Anlage haben, wenn ich mich
recht erinnere um 150€ gelegen und das Teil ist seit ca. 4
Jahren praktisch wartungsfrei bei mir in Betrieb.

Technisch wäre das also in meinen Augen ohne weiteres möglich.
Das Problem sehe ich eher darin, dass so eine Anlage sehr
leicht verkeimt. Die Mikroorganismen bescheren einem dann im
Trinkwasser unter Umständen noch ganz andere Probleme, als die
Hormone die man durch das Verfahren ausgefiltert hat.

was 'ne richtige Umkehrosmose ist, die z. B. Natrium-Ionen zurückhält, die lässt mit Sicherheit keine Bakterien passieren, weil die dafür viiiiiiieeeeel zu groß sind.

Aber ‚ne Frage hätt‘ ich: Wo hast du dein Teil gekauft? Im Aquarienhandel?

Gruß

Stefan

Gruß
Pat

PS: Umkehrosmoseanlagen gibt’s übrigens im Aquarienhandel.

Hi Pat!

was 'ne richtige Umkehrosmose ist, die z. B. Natrium-Ionen
zurückhält, die lässt mit Sicherheit keine Bakterien
passieren, weil die dafür viiiiiiieeeeel zu groß sind.

Das ist klar. Die Bakterien kommen ja auch von der anderen Seite. Das Permeat tröpfelt ja nur ganz gemächlich aus der Anlage in den Vorratsbehälter und da besteht natürlich schon die Möglichkeit, dass sich dort Bakterien ansiedeln und dass die Viecher im Permeatschlauch aufwärts schwimmen und dann auf der Membran Parties feiern.
Der Permeatschlauch fühlt sich am nassen Ende auch immer so verdächtig glitschig an, und hat dort einen hauchfeinen, weißen, weichen, abwischbaren Belag.
Das stört bei der praktischen Anwendung keineswegs, auch wenn ich das Wasser beim Mikroskopieren benutze begegnen mir deswegen keine kleinen Monster, ich hätte auch keine Bedenken mal einen Schluck davon zu trinken, aber für die routinemäßige Nahrungsmittelzubereitung wär’s mir dann doch nicht so ganz geheuer.

Aber ‚ne Frage hätt‘ ich: Wo hast du dein Teil gekauft? Im
Aquarienhandel?

Jepp. Ich meine das war in Duisburg, der Laden hieß Zodiac oder so ähnlich. Hab aber gerade im Web nix mehr von dem Laden finden können.

Gruß

Stefan

Hallöchen,

Jepp. Ich meine das war in Duisburg, der Laden hieß Zodiac
oder so ähnlich. Hab aber gerade im Web nix mehr von dem Laden
finden können.

Guckst Du hier:
http://www.zajac.de/

Gruß
Bernd

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Genau den meinte ich! [OWT]
.

Eine andere Möglichkeit, die aber für einen Haushalt eher
ungeeignet wäre, ist die Umkehrosmose.

echt? ist hier (wüste *fg*) relativ üblich. man hat dann einen eigenen wasserhahn für exzellent schmeckendes trinkwasser - fast wie in den alpen :smile: das gechlorte wiederaufbereitete wasser *würg* wird weiterhin zum waschen, spülen usw. benutzt. die anschaffung ist ein einmaliger kostenbetrag. wenn man aber bedenkt, wieviel wasserfilter, brita und dieses zeug, man sowieso zum filtern braucht, amortisiert sich die anschaffung in ein paar jahren.

gruß
datafox

Hi datafox,

echt? ist hier (wüste *fg*) relativ üblich.

als Kleingerät für den Haushalt?
Man lernt nie aus.

Ich kenn die Dinger nunr als Teil für Reinstwasserbereiter.
Aber da kommt es auf andere Dinge an.
Wenn man nur 80 oder 90 % der Salze aus dem Wasser holen will braucht man sicher andere (kleinere) Pumpen, wenn nicht gar der Wasserdruck alleine ausreicht.

Großgeräte zur Trinkwasserherstellung sind mir sehr wohl bekannt. Ein Studienkollege hat mal eine Anlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgebaut, ein Riesending wie er sagte.

Gandalf

Hi datafox,

echt? ist hier (wüste *fg*) relativ üblich.

als Kleingerät für den Haushalt?

ehm, klein. naja. es ist eine installation im keller mit mehreren flüssigkeitsbehältern aus metall usw. in die küche baust du dir das garantiert nicht :smile: manchmal teilen sich auch mehrere parteien so ein gerät. ansonsten ist es nur sinnvoll im eigenheim.

gruß
datafox

Hi datafox,

ehm, klein. naja. es ist eine installation im keller mit
mehreren flüssigkeitsbehältern aus metall usw.

puh, das rettet mein Weltbild :wink:

Aber doch interessant, daß es für den Privatgebrauch so was gibt.

Gandalf

Hi Gandalf, datafox, Stefan, interpat, Jochen, Moriarty und Bernd!

vielen lieben Dank für Eure ausführlichen Antworten.
Ihr habt mir sehr geholfen!

Silke