Hi Stroppel!
Wenn ich eine 10%ige Lösung einer 85 % Ameisensäure herstelle
messe ich einen pH-Wert von pH=1,7.
Stelle ich eine 10%ige Lösung einer 99 % Ameisensäure her,
ergibt sich ein pH-Wert von 1,8.
Warum ist denn der pH-Wert der 99 % höher ?
Ich tippe mal auf Messungenauigkeit. Der durchschnittlichen Wald und Wiesen pH-Messung würde ich mal eine geschätze Genauigkeit von +/- 0,2 zubilligen.
Wenn du jetzt also nicht mit einem frisch kalibrierten Präzisionsinstrument die genau temperierten Lösungen gemessen hast, dann kann man sagen, dass die beiden Lösungen quasi den gleichen pH-Wert haben.
Das ist doch eine
viel stärkere Säure
Halt, stopp! Die Säurestärke ist in beiden Fällen gleich, da du ja beide Male Ameisensäure verwendet hast.
Der einzige Unterschied besteht in der Säurekonzentration, aber auch die ist nicht so stark unterschiedlich. Die erste Lösung hat eine Konzentration von 8,5%; die zweite Lösung hat eine Konzentration von 9,9%.
also ich brine viel mehr H±Ionen ins
Wasser.
Jetzt kommt der Punkt mit der Säurestärke. Ich hab den pKs-Wert jetzt nicht im Kopf, aber als organische Säure dürfte Ameisensäure eine eher schwache Säure sein, d.h. das Dissoziationsgleichgewicht liegt eher auf der Seite der undissoziierten Säure als auf der Seite der H+ und Formiat-Ionen. Da sich die Startkonzentrationen der Säuren schon nur wenig unterscheiden, und da durch das Dissoziationsgleichgewicht die Unterschiede noch geringer werden, ändert sich die H+ Ionenkonzentration kaum und deswegen misst du auch zweimal den gleichen pH-Wert.
Dazu kommt ja auch noch, dass die pH-Skala eine logarithmische Skala ist, da siehst du dann die kleinen Unterschiede eh nicht mehr. Nicht vergessen: Änderung um 1 pH-Stufe bedeutet Veränderung der H+ - Konzentration um Faktor 10.
Warum sinkt der pH-Wert beim Verdünnen eigentlich ab. Eine
konzentrierte Ameisensäure hat einen höhere pH-wert als eine
mit Wasser verdünnte.
Gegenfrage: Bist du sicher dass das so ist, oder hast du diesen Schluss aus deinen beiden Messungen gezogen?
Gruß
Stefan