Chemie-Abitur Hilfe!

Hallo Leute!
Ich habe soeben mein Chemie-Abitur geschrieben und bin mir bei einigen Fragestellungen sehr unsicher. Und da ich meine Note bis in zwei Monaten nicht erfahre würde ich jetzt gerne von euch wissen, was denn die richtige Antowrt gewesen wäre:

1.) Man hat die drei Stoffe Ethen, Propen und But-1-en. Die reagieren jeweils mit Bromchlorid. Einer innerhalb von 3 sekunden, einer in 7 Sekunden und einer in 52 Sekunden. Welcher Stoff reagiert wie schnell und warum?

2.) Kann man das Estergleichgewicht auch durch eine Temperaturänderung beeinflussen? In welche Richtung?

3.) Man will Methanol herstellen. Dazu hat man folgende Stoffe zur Verfügung: Methan, Ethen, Bromwasserstoff, Natronlauge und ein starkes Oxidationsmittel. Wie soll das gehen???
Also, sowohl ich als auch meine Freundin hatten eine Idee, und ich würde gerne mal wissen, wie abwägig unsere Ideen sind:

Meine: Ich nehme einfach zusätzlich noch Wasserstoffperoxid (auch wenn es nicht gegeben war, so frech war ich mal) une benutze das als Radikalstarter. Mit dem HO-Radikal führe ich an dem Methan eine radikalische Substitution durch und habe mein Methanol. Sehr dumme Idee???

Die Idee meiner Freundin: Man erhitzt den Bromwasserstoff so stark, bis sich etwas normales Brom gebildet hat. Dann verwendet man das Brom als Radikalstarter für eine radikalische Substitution am Methan um Brommethan zu erhalten. Danach nimmt man die Natronlauge um das Brom nukleophil zu substituieren.

Eine Sache muss zu dieser Aufgabe noch gesagt werden: Alle gegebenen Stoffe wurden in vorherigen Reaktionen schon verwendet. Nur deswegen bin ich überhaupt auf die Idee gekommen mir noch einen weiteren zu suchen. Ansonsten hätte ich natürlich gedacht, dass jeder Stoff verwendet werden muss. Aber wie gesagt, das hatte ich ja schon in vorherigen Reaktionen erledigt.

4.) Woran kann man erkennen, ob man einen Kunststoff vulkanisieren oder quervernetzen kann?

Uff, ja, das war alles.
Ich hoffe sehr, dass ihr mir hilfreiche Antworten geben könnt, damit ich wenigstens weiß, welche Aufgaben ich falsch oder richtig gelöst habe.
Danke,
Bezzi

Hi Bezzi,

3.) Man will Methanol herstellen. Dazu hat man folgende Stoffe
zur Verfügung: Methan, Ethen, Bromwasserstoff, Natronlauge und
ein starkes Oxidationsmittel. Wie soll das gehen???
Also, sowohl ich als auch meine Freundin hatten eine Idee, und
ich würde gerne mal wissen, wie abwägig unsere Ideen sind:

Deine Idee mit dem Oxidationsmittel ist schon ganz gut.

Damit wird der Bromwasserstoff zu elementarem Brom oxidiert.
Damit dann das Methan bromieren.
Wie das rein technisch gehen soll, laß ich mal außen vor, es ist nämlich nicht so trivial.
Das (hypotetisch) entstandene Methylbromid wird mit Natronlauge zum Methanol hydrolysiert.
Wozu das Ethen gut sein soll erschließt sich mir nicht.

Gandalf

1.) Man hat die drei Stoffe Ethen, Propen und But-1-en. Die
reagieren jeweils mit Bromchlorid. Einer innerhalb von 3
sekunden, einer in 7 Sekunden und einer in 52 Sekunden.
Welcher Stoff reagiert wie schnell und warum?

Meine Meinung: Du erhaelst in allen drei Faellen als Uebergangszustand ein Carbokation. Das wird besser stabilisiert (hyperkonjugativ!?) wenn noch Alkylreste am Molekuel sind. Also gilt fuer die Reaktionsgeschwindigkeit 1-Buten&gt:stuck_out_tongue_winking_eye:ropen>>Ethen

2.) Kann man das Estergleichgewicht auch durch eine
Temperaturänderung beeinflussen? In welche Richtung?

Alkohol (A)+Saeure (S) gibt Ester (E) +Wasser(W). MWG: Kc=([E]*[W])/([A]*[S]). Die Temperatur taucht nicht auf, also hat sie auch keinen Einfluss.

3.) Man will Methanol herstellen. Dazu hat man folgende Stoffe
zur Verfügung: Methan, Ethen, Bromwasserstoff, Natronlauge und
ein starkes Oxidationsmittel. Wie soll das gehen???
Also, sowohl ich als auch meine Freundin hatten eine Idee, und
ich würde gerne mal wissen, wie abwägig unsere Ideen sind:

Meine: Ich nehme einfach zusätzlich noch Wasserstoffperoxid
(auch wenn es nicht gegeben war, so frech war ich mal) une
benutze das als Radikalstarter. Mit dem HO-Radikal führe ich
an dem Methan eine radikalische Substitution durch und habe
mein Methanol. Sehr dumme Idee???

Die Idee meiner Freundin: Man erhitzt den Bromwasserstoff so
stark, bis sich etwas normales Brom gebildet hat. Dann
verwendet man das Brom als Radikalstarter für eine
radikalische Substitution am Methan um Brommethan zu erhalten.
Danach nimmt man die Natronlauge um das Brom nukleophil zu
substituieren.

Das Problem hier ist, dass das Brom wohl zuerst das Ethen angreift. Ich fuerchte ich bin ueberfrasgt. Schande ueber mich, aber hab auch seit 3 Jahren nix mehr mit Chemie am Hut.

Ralph

Eine Sache muss zu dieser Aufgabe noch gesagt werden: Alle
gegebenen Stoffe wurden in vorherigen Reaktionen schon
verwendet. Nur deswegen bin ich überhaupt auf die Idee
gekommen mir noch einen weiteren zu suchen. Ansonsten hätte
ich natürlich gedacht, dass jeder Stoff verwendet werden muss.
Aber wie gesagt, das hatte ich ja schon in vorherigen
Reaktionen erledigt.

4.) Woran kann man erkennen, ob man einen Kunststoff
vulkanisieren oder quervernetzen kann?

Uff, ja, das war alles.
Ich hoffe sehr, dass ihr mir hilfreiche Antworten geben könnt,
damit ich wenigstens weiß, welche Aufgaben ich falsch oder
richtig gelöst habe.
Danke,
Bezzi

Hab noch was vergessen:

4.) Woran kann man erkennen, ob man einen Kunststoff
vulkanisieren oder quervernetzen kann?

Schau dir das Molekuel an. Zum Vulkanisieren oder Quervernetzen brauchst du reaktive Zentren. Das koennen Mehrfachbindungen sein (unwahrscheinlich), Radikale (z.B. durch Vis-Breaking) oder Gruppen, die durch Schwefel beim Vulkanisieren angegriffen werden.
Bin am Ende meines Wissens
Ralph

Hi Ralf,

2.) Kann man das Estergleichgewicht auch durch eine
Temperaturänderung beeinflussen? In welche Richtung?

Alkohol (A)+Saeure (S) gibt Ester (E) +Wasser(W). MWG:
Kc=([E]*[W])/([A]*[S]). Die Temperatur taucht nicht auf, also
hat sie auch keinen Einfluss.

wenn man das MWG vollständig formuliert, bzw. die Enthalpie und Entropie berücksichtigt, hat die Temperatur einen Einfluß!
Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher ob die Veresterung exotherm oder endotherm ist, glaube mich aber dunkel zu erinnern, daß sie in den meistne Fällen eine exotherme Reaktion ist.
Dann wäre nach dem Prinzip des kleinsten Zwangs auch die Temperatur ein Einflußfaktor und zwar würde bei Erhöhen der Temperatur das Gleichgewicht in Richtung Ausgangsprodukte verschoben.

Gandalf

Gandalph,(wenn du mich mit eff schreibst, schreib ich dich mit peha :smile:)

den Le Chatelier hatte ich echt vergessen. Du hast natuerlich recht. Bei steigender T gehts Richtung Edukte, weil exotherme Reaktion.

sorry

Ralph (nur echt mit ph)

Dazu hab’ ich aber noch mal ne Frage.

Also um rauszufinden, ob eine Reaktion exotherm oder endotherm ist, haben wir in der Schule immer die gespaltenen mit den gebildeten Bindungen verglichen. Das hat mich bei der Esterbildung aber nicht weitergebracht. Woher weiß man also, dass es sich um eine exotherme Reaktion handelt?

Bezzi

Hi Bezzi,

Dazu hab’ ich aber noch mal ne Frage.
Woher weiß man also,
dass es sich um eine exotherme Reaktion handelt?

wenn man eine Reaktion unter Bedingungen ablaufen läßt, daß möglichst keine Energie mit der Umgebung ausgetauscht werden kann, kann man recht präzise die Wärmetönung dieser Reaktion messen.
Das Gerät mit dem man solche Bestimmungen durchführen kann, nennt man Kalorimeter, ein weitestgehend wärmeisoliertes Gerät.

Gandalf