Guten Tag,
ich bin Dozentin an einer Heilpraktiker-Schule und versuche in meinem Unterricht immer nicht nur die Fakten runterzurasseln, sondern auch so etwas wie Pädagogik zu veranstalten.
Am Mittwoch unterrichte ich Stoffwechselerkrankungen und dabei geht es viel auch um die Osmolarität im Extrazellulären Raum und innerhalb der Zellen.
Dafür wesentlich ist die Natriumkonzentration.
Ich träume jetzt davon, mit ganz einfachen Mitteln denen zu zeigen, wie die Natriumkonzentration die Flüssigkeitsmengen bedingt und ihre Verschiebung bewirken kann.
(also z.B. Behälter mit reinem Wasser und Behälter mit starker Kochsalzlösung, dazwischen semipermeable Membran und die Flüssigkeit verschiebt sich von einem zum anderen Behälter.)
Hat eine/r von Euch eine Idee, wie ich so einen Versuchsaufbau machen kann, am liebsten mit Mitteln, die ich so ganz normal bekommen kann.
Danke für die Mühe
Kerstin Windgassen
Hallo Kerstin,
vielleicht kommst du als Heilpraktikerin ja an Dialyseschläuche, das sind semipermeable Membranen (vielleicht auch mal beim Hausarzt oder in der Apotheke fragen). Du kannst auch Tontöpfe nehmen, aber da dauert’s so lange, bis man was sieht.
Zum Versuchsaufbau: Ganz instruktiv finde ich zwei Varianten:
-
Dialysesschlauch in Wasser. Salz im Schlauch: Schwillt an; Salz im Wasserbecken, Schlauch schrumpelt.
-
Membran zwischen zwei Flüssigkeitssäulen (Stell dir ein U-Rohr vor, in der Mitte unten befindet sich die membran, welche das U in eine linke und rechte Hälfte teilt). Je nach Salzkonz in den beiden Teilen steigt die Wassersäule links oder rechts. Die Steighöhe entspricht dem osmotischen Druck.
Beide Versuche kommen gut, wenn du ein farbiges Salz nimmst (zB. ein Permanganat, das ist tief viotett). Dann siehst du auch bei dem Versuch mit dem Dialyseschaluch, daß die Intensität der Färbungen (und mithin die Salzkonzentrationen) der Lösung im Schlauch und der außenrum sich angleichen.
Wenn du Mikroskope zur Verfügung hast, kannst du ein Tröpfchen Blut mikroskopieren lassen, zu dem du Aqua dest. oder Salzlösung (0.9% und >5%) gibst. Man kann mit zusehen, wie die Erys schwellen und platzen, bleiben, wie sie sind oder schrumpeln.
Das geht auch mit Pflanzenzellen, wo man bei Zugabe von Salzwasser eine Ablösung der Membran von der Zellwand beobachten kann („Plasmolyse“). Aber für Heilpraktiker dürfte das mit dem Blut interessanter sein.
Gruß,
Jochen
keine Dialyseschläuche aufzutreiben
Hallo Jo,
super danke für die Antwort, genauso hatte ich mir das vorgestellt, einschließlich des Permanganat.
Dummerweise bekomm ich keine Dialyseschläuche, und eigentlich bin ich ziemlich gut im Organisieren.
Hast du (oder jemand anderes der das liest)irgendeine andere Idee, was ich als Membran nehmen kann??
Was wäre eigentlich mit einem Luftballon???
Schönen Abend
Kerstin
P.S. Ich arbeite noch den ganzen Abend am Computer und gucke häufiger nach, ob was da ist, also kann ich auch schnell reagieren.
DANKE
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Hallo Kerstin,
Hast du (oder jemand anderes der das liest)irgendeine andere
Idee, was ich als Membran nehmen kann??
Schweineblase beim Metzger oder im Schlachthof besorgen, allerdings weiß ich nicht, ob so was heute noch möglich ist. Schweineblase mit Salzwasser füllen, zubinden und in ein Aquarium mit normalem Wasser eintauchen. Sie wird größer und platzt dann.
Was wäre eigentlich mit einem Luftballon???
Das Gummi ist wohl zu dicht für die Ionen.
Schönen Abend
Kerstin
Gleichfalls
Pat
P.S. Ich arbeite noch den ganzen Abend am Computer und gucke
häufiger nach, ob was da ist, also kann ich auch schnell
reagieren.
DANKE
Schweineblase
Hey Pat,
Schweineblase versuch ich!!
Was meinst du wie lange das dauert??
Danke auf jeden Fall
und schönen Abend noch
Kerstin
Hey Pat,
Hi Kerstin,
Schweineblase versuch ich!!
Was meinst du wie lange das dauert??
ist abhängig von der Konzentration in der Blase. Auf jeden Fall muss sie richtig voll sein, also ohne Luftblase!!! Da musste beim Zubinden schon aufpassen!
Danke auf jeden Fall
und schönen Abend noch
Kerstin
gleichfalls
Pat
Hallo,
es gibt die schönsten Osmoseversuche… Sehr einfach und eindrucksvoll finde ich folgenden:
nimm ein ganz normales Hühnerei und stelle es über Nacht in ca. 3% Salzsäure. Wenn es schnell gehen soll, kannst du das Ei in einer Schale auch in stärkere Säure immer wieder umwenden (Handschuhe!). Die Kalkschale löst sich auf und du hast am ende ein Ei, dass nur noch von der dünnen Eihaut (semiselektive Membran) umschlossen ist. Das kann man sehr gut als Modell für eine Zelle nehmen (ein Ei ist ja auch eine große zelle). Wenn du es nun vorsichtig in ein Glas mit destilliertem Wasser legst, ist es am nächsten Morgen durch das eindringende Wasser sehr groß geworden. Erstaunlich, dass die Eihaut noch hält!
Hi Kerstin,
Hat eine/r von Euch eine Idee, wie ich so einen Versuchsaufbau
machen kann, am liebsten mit Mitteln, die ich so ganz normal
bekommen kann.
such mal im Netz (speziell Bildersuche bei Google) unter dem Begriff ‚Pfefferzelle‘: Dort wird dann der prinzipielle Aufbau eines solchen Geräts beschrieben.
Als Semipermeable Membran kannst Du dann die schon beschriebene Schweinsblase nehmen oder Cellophan. Allerdings mußt Du sicher sein, daß es keine PVC- oder Polyethenfolie ist sondern eben Cellophan.
Gandalf
Danke an alle
Vielen Dank Eure Tips waren klasse.
Diesmal hat leider noch keiner geklappt, weil ich nicht die Zeit hatte sie vorzubereiten, aber ähnlich gelagerte Themen kommen immer wieder und beim nächsten Mal, schlag ich zu, mit einem eurer tollen Ideen.
Kerstin
Einen Tipp wollte ich noch loswerden: Cellophan kannst du sehr billig als sogenannte „Einmachhaut“ in vielen Supermärkten und Drogerien kaufen. Man verwendet es nämlich auch zum Verschließen von eingemachten Marmeladen.
Ein einfaches Osmometer kannst du auch in 2 Minuten bauen.
2 Filmdosen, eine schwarz, eine transparent (kostenlos im Fotogeschäft)
2 Insulinspritzen (billig, Apotheke)
Einmachhaut
Bohrmaschine
In die Längsseite der Filmdose bohrst du jeweils ein Loch mit 4 mm Durchmesser.
das Cellophan weichst du 5 Minuten ein,
Loch der schwarzen Dose mit Klebestreifen abdichten, die Dose mit Fruchtsirup füllen (ganz voll!!!), Cellophan drauflegen, andere Dose darauf drücken, bis sie fest in der anderen Dose steckt. Andere Dose erst bei Beginn der Vorführung mit destilliertem wasser füllen. Dann Spritzen als Skalen für den Flüssigkeitsanstieg in die Löcher stecken. Damit das ganze nicht umkippt vieleicht etwas Pappe als Seitenstabilisator drankleben. Das war`s.
Übrigens: Zum Entkalken von Eiern (siehe mein erster Tipp) geht auch Haushaltsessig.