Hörgeschwindigkeit

Hallo,
weiß jemand genau, wie lange der Schall von der Hörmuschel bis zum Gehirn braucht? Bei einem Selbstversuch bin ich grob geschätzt auf eine halbe Sekunde gekommen.
Grüße
Franz

Hi Franz,
würde mich interessieren wie dein Selbstversuch aussah?
Der Schall gelangt nicht bis in dein Gehirn (zumindest nicht als gehöhrtes Geräusch). Deine Frage richtet sich demnach wohl auf die Leitungsgeschwindigkeit der Höhrnerven, diese ist vom Durchmesser und dem Grad der Isolierung (Myelinisierung -> Schwannsche Zellen)der Nervenleitungen abhängig.
Ich habe diese Leitungsgeschwindigkeiten für Froschnerven unterschiedlichem Durchmessers gefunden:

Myelinisierte Fasern:

Axondurchmesser 18,5 µm -> 42 m/s Leitungsgeschwindigkeit
Axondurchmesser 14,0 µm -> 25 m/s Leitungsgeschwindigkeit
Axondurchmesser 11,0 µm -> 17 m/s Leitungsgeschwindigkeit
Axondurchmesserca. 3,0 µm -> 4,2 m/s Leitungsgeschwindigkeit

nicht myelinisierte Fasern
Axondurchmesser 2,5 µm -> 0,4 - 0,5 m/s Leitungsgeschwindigkeit

Wie dies beim Meschen im genauen Aussieht weiss ich leider nicht.
Und wie lange es dauert bis der Schall vom Trommelfell bis zu den Höhrnerven braucht auch nicht.
Ich hoffe es hilft dir trotzdem weiter.

Mit freundlichen Grüssen
Micha

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Lange Leitung?

Hallo,
weiß jemand genau, wie lange der Schall von der Hörmuschel bis
zum Gehirn braucht? Bei einem Selbstversuch bin ich grob
geschätzt auf eine halbe Sekunde gekommen.
Grüße
Franz

Hi Franz,
würde mich interessieren wie dein Selbstversuch aussah?

Hallo Franz, das möchte ich auch gerne wissen. Vor allem auch, wo der Schall angekommen ist.

Bernhard

Selbstversuch

Hi Franz,
würde mich interessieren wie dein Selbstversuch aussah?

Ich hoffe es hilft dir trotzdem weiter.

Hi Micha,
danke für das gezeigte Interesse!
Geschätzt habe ich die Geschwindigkeit vom Radio zum Gehirn. Man nehme einen Radiosender und hört natürlich zu. Dann schaltet man das Radio aus. Die letzten Schallwellen gelangen noch an das Ohr. Dann dauert es aber noch den Bruchteil einer Sekunde, bis man das letzte Wort des Nachrichtensprechers im Gehirn verarbeitet hat. Es sind ungefähr zwei Worte, die man noch hört, obwohl das Radio schon ausgeschaltet ist.

Grüße
Franz

Hi,

aus praktischen Alltagserfahrungen muss es sich um deutlich weniger als 1/10 Sekunde handeln, jedenfalls nicht mit häuslichen Mitteln messbar.
Schau mal auf eine Uhr, deren Sekundeneiger sich hörbar ruckartig bewegt.
Gruss,

beim Fernsehen anders
Hi Helge,
gerade beim Fernsehen ausprobiert, bei „Progr“ ausgeschaltet und nur noch „Progra“ verstanden.

aus praktischen Alltagserfahrungen muss es sich um deutlich
weniger als 1/10 Sekunde handeln, jedenfalls nicht mit
häuslichen Mitteln messbar.
Schau mal auf eine Uhr, deren Sekundeneiger sich hörbar
ruckartig bewegt.
Gruss,

doch etwas verschätzt
Nach erneuten Versuchen muss ich einräumen, dass es nur einzelne Buchstaben sind, die verspätet im Gehirn ankommen.

Hi Franz,
würde mich interessieren wie dein Selbstversuch aussah?

Hallo Franz, das möchte ich auch gerne wissen. Vor allem auch,
wo der Schall angekommen ist.

Bernhard

Hi!

Genau so etwas kann man mittels evozierten Potentialen messen, hier mittels ERA (evoked response audiometry).
Dabei werden Schallreize aufs Ohr gegeben und die (Summen-)Aktivitäten der Hörbahn per EEG gemessen. Diese Potentiale sind sehr klein und damit kaum meßbar, daher bestimmt man aus sehr vielen Messungen (mind. 1000) den Mittelwert. Die ZEitdauer - wenn ich es denn richtig verstanden hab :wink: - schwankt dabei zwischen 2-10 millisekunden für die Reizantwort des Hörnerven und den Leitungsbahnen des Hirnstamms.
Wenn du dich genauer informieren willst, dann google mal nach akustisch evozierte Potentiale oder ERA (auch BERA und CERA).

Diese Methode wird übrigens gerne verwendet, um objektiv eine Hörschwäche festzustellen - besonders bei Säuglingen und Kleinkindern, die ja nicht sagen können, ob sie etwas hören können oder nicht *g*

Praktisch (bzw. subjektiv) ist es aber so:
Der Schall wird ja durch den Gehörgang über das Trommelfell, die Gehörknöchelchen in die Hörschnecke geleitet. Dabei schon kann es zu (minimalen) Verzögerungen kommen, wenn dort etwas auch nur minimal nicht stimmt (z.b. etwas steifere Gehörknöchelchen oder Viskositätsänderungen der Flüssigkeit in der Hörschnecke etc).

Desweiteren kann bei Selbstversuchen, wie du es machtest, sein, daß man gewisse Schallbereiche nicht mehr so gut hört - ja, heutzutage haben ja schon Jugendliche (Disko!) unbemerkte Hörminderungen. Deswegen alleine schon sind solche Selbstversuche äußerst ungenau bzw. eigentlich unverwertbar.

Außerdem hast du bei deinem Radioversuch etwas nicht bedacht: du hörst nicht nur den reinen Schall, sondern hast auch die Worte verstanden - da war noch ein weiterer Teil deines Gehirns aktiv :wink:
Sprich, auch wenn es nur milli- oder weniger SEkunden sind, aber das BEWUSSTWERDEN von Tönen/Sprache etc. erfordert auch ZEit.

Gruß,
Sharon

weiß jemand genau, wie lange der Schall von der Hörmuschel bis
zum Gehirn braucht? Bei einem Selbstversuch bin ich grob
geschätzt auf eine halbe Sekunde gekommen.
Grüße
Franz

Super, thanks Sharon!

Hi!

One star for you!
Jetzt muss ich auch zugeben, eine akustische Täuschung erlebt zu haben. Wenn ich nämlich mein altes Radio ausschalte, gibt es eine technische Verzögerung, und man hört noch zwei Worte, bis es endgültig verstummt.
Have a nice evening

Das ist aber keine Täuschung…
Moin,

Jetzt muss ich auch zugeben, eine akustische Täuschung erlebt
zu haben. Wenn ich nämlich mein altes Radio ausschalte, gibt
es eine technische Verzögerung, und man hört noch zwei Worte,
bis es endgültig verstummt.

Das hat aber nichts mit einer „Hörverzögerung“ zu tun. Auch ist es keine technische (akustische) Täuschung.
Dieses Radio hat wahrscheinlich große Kondensatoren, die im geringen Maße Energie speichern können und sich nach dem Ausschalten entladen haben. Dann hört man noch einen kurzen Augenblick das Radio, bis es endgültig stromlos ist…

CU - Dominik

Hallo,

Geschätzt habe ich die Geschwindigkeit vom Radio zum Gehirn.
Man nehme einen Radiosender und hört natürlich zu. Dann
schaltet man das Radio aus. Die letzten Schallwellen gelangen
noch an das Ohr. Dann dauert es aber noch den Bruchteil einer
Sekunde, bis man das letzte Wort des Nachrichtensprechers im
Gehirn verarbeitet hat. Es sind ungefähr zwei Worte, die man
noch hört, obwohl das Radio schon ausgeschaltet ist.

so geht das aber nicht. Außer der „Hörgeschwindigkeit“ bekommst du hier noch weitere Leitungsverzögerungen mit. Wie registrierst du zB den Zeitpunkt wann das Radio aus ist? Anhand des Tastendrucks? Auch diese Info braucht Zeit, um bis ins Gehirn zu gelangen. Mit was misst du die Zeit? Zählst du? Oder startest du eine Stoppuhr? Der start der Stoppuhr geht auch über Nerven mit unbekannter Leitungsgeschwindigkeit.
Letztlich registrierst du damit auch nicht nur die Leitungsgeschwindigkeit, sondern auch die Verarbeitungszeit im Gehirn, bis aus der Analyse der Schallsignalen sich in deinem Gehirn der Sinn dahinter gebildet hat.
Nein, nein. Deine ganze „Messanordnung“ ist viel zu fehlerbehaftet, als dass damit auch nur annähernd etwas brauchbares gemessen werden kann.

Gruss, Niels

Bewußtwerdung
Hey,

ich erinner mich an ein gutes Buch, daß dir womöglich auch gefallen würde.

Es heißt „Grenzen des Bewußtseins“ von ich glaube „Ernst Pöppel“ (finde es gerade nicht, bin umgezogen).

Was mich an dem Buch fasziniert hat, war, daß mit Experimenten nachgeweisen würde, wann uns etwas bewußt wird und wieviel Zeit dabei „verloren“ geht.
Bewußtsein erlangen Dinge über die Augen viel schneller als über die Ohren.

In dem Buch ging es noch um viel mehr, aber das war das was mich dabei vor Jahren am meisten fasziniert hat.

Gruß und viel Spaß mit weiteren Selbstversuchen
Kerstin