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Re^3: Enzyme und Gleichgewicht
Das stimmt nicht. Es ist
S-E <=> P + E
mit einem großen k1 und einem (manchmal)
gaaanz kleinem k2. Ein Enzym ist nichts
weiter als ein Katalysator. Nur, weil der
k2-Weg (für manche Reaktionen) so extrem
langsam läuft, ist es praktisch
betrachtet irreversibel, biochemisch aber
nicht.
Wenn man es so betrachtet, ist jede Reaktion eine Gleichgewichtsreaktion. Damit würde der Begriff aber seinen Sinn verlieren. Reaktionen, deren Gleichgewicht so weit auf Seiten der Reaktionsprodukte liegt, daß die Rückreaktion vernachlässigt werden kann werden daher als irrebersibel betrachtet.
Im Falle der Enzyme ist diese Unterscheidung wesentlich. Der Trick besteht darin, daß das Enzym ein offenes System ist. Es katalysiert zwar Hin- und Rückreaktion in gleichem Maße, aber es sorgt gleichzeitig dafür, daß das Produkt ständig aus dem Gleichgewicht entfernt wird, indem es dieses einfach nicht mehr an sich heranläßt, sobald es einmal abgespalten wurde. Durch die ständige Entfernung des Produktes wir die Einstellung des Gleichgewichtes S-E <=> P + E verhindert und wir haben es in Wirklichkeit mit einem stationären Zustand zu tun, für den das Massenwirkungsgesetz nicht gilt.
Im Gegensatz zum Katalysator verändert das Enzym also nicht nur den Reaktionsweg, sondern es erzeugt einen zusätzlichen, gerichteten Transportprozeß. Aus der ursprünglichen Gleichgewichtsreaktion wird also eine Reaktion mit vorgelagertem Gleichgewicht.
S + E <=(Anlagerung)=> S-E <=(Katalyse)=> P-E -(Abspaltung)-> P + E