HAllo,
warum werden manche Getreide (Winterweizen) bzw. Pflanzen im Winter und andere (Sommerweizen, Zuckerrübe) im Frühjahr gesät.
Danke Josch
HAllo,
warum werden manche Getreide (Winterweizen) bzw. Pflanzen im Winter und andere (Sommerweizen, Zuckerrübe) im Frühjahr gesät.
Danke Josch
Hallo Josch,
manche Pflanzen keimen nur unter bestimmten Bedingungen.
D.h., es gibt Samen, die nur keimen, wenn sie zwischendurch Frost abbekommen haben.
(Genauso gibt es Samen, die nur nach Waldbränden keimen, oder wenn sie durch die Verdauungsorgane bestimmter Tiere gewandert sind.)
warum werden manche Getreide (Winterweizen) bzw. Pflanzen im
Winter und andere (Sommerweizen, Zuckerrübe) im Frühjahr
gesät.
Ob dies auch auf den Winter-/Sommerweizen zutrifft, weiß ich nicht (ich vermute es aber).
Grüße,
Nina
Hallo !
Saatweizen (Triticum aestivum) wird angebaut als Winter- oder Sommerweizen.
Die Ernte kann durch Herbstsaat früher erfolgen und das Feld nach der Ernte nochmals genutzt werden. Event. für Futterpflanzen.
Gruß max.
Hallo Josch,
bei allen unseren einheimischen Getreidearten (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Triticale) gibt es sogenannte Sommer- und Winterformen. In Regionen mit ‚normalen‘ Wintern nutzen die Landwirte meist die Winterformen (Aussaat September - November, Ernte Juni-Juli), weil diese die längere Entwicklungszeit auch meist in höhere Erträge umsetzen können. In Regionen mit langen Wintern und sehr strengem Frost weicht man dagegen oft auf den Anbau der jeweiligen Sommerformen (Aussaat je nach Region und Kulturart März-April, Ernte Juli-August) aus.
Voraussetzung für den Anbau im Herbst ist eine sehr gute Winterhärte. Winterformen bei Getreide haben einen sogenannten Vernalisationsbedarf, das heißt sie benötigen als Jungpflanzen eine gewisse Entwicklungszeit (meist ca. 4-8 Wochen) bei niedrigen Temperaturen um die 2 bis 6 Grad. Erst wenn sie diese Phase hinter sich haben, dann können sie (wenn der Winter vorbei ist) von der vegetativen in die generative Phase übergehen und Ähren bilden, um sich fortzupflanzen. Würde dieser Temperaturreiz fehlen, so würden diese Formen quasi ‚ewig‘ als grasige Büschel vor sich hinvegetieren.
Nun zu den Sommerformen. Diese brauchen keine kühlen Temperaturen, sondern sie reagieren auf die Veränderung der Photoperiode (Tageslänge) und gehen dann von der vegetativen in die generative Phase über.
Um noch etwas mehr zu verwirren führe ich auch noch die sogenannten Wechselformen auf, die keinen oder nur einen geringen Vernalisationsbedarf haben sowie eine gute Winterhärte. Diese Wechselformen (z.B. ‚Wechselweizen‘) können sowohl als Winter- und Sommerformen angebaut werden.
Ein ähnliches Prinzip (Vernalisationsbedarf, Photoperiode) gibt es auch bei anderen Arten, wie etwa Ackerbohnen oder Erbsen. Manche Arten haben unter unseren klimatischen Verhältnissen keine ausreichende Winterhärte und können daher nie im Herbst ausgesät werden, da sie den Winter nicht überstehen würden (z.B. Mais). Zuckerrüben wiederum werden im Frühjahr angebaut, da die Rüben ja im Herbst geerntet werden sollen. Hier geht es um die technologische Reife (höchster Zuckerertrag), denn die Rüben würden schon weiterwachsen wollen, da sie sich ja noch nicht vermehrt haben. Auch sie brauchen einen Kältereiz, um von der vegetativen in die generative Phase (‚Schossen‘) überzugehen. Direkt als Jungpflanzen sind sie aber empfindlich für Spätfröste, daher also Anbau nicht im Herbst, sondern im Frühjahr. Im nächsten Jahr würden die Rüben Blütenstände ausbilden, davon bekommen wir aber nicht genug Zucker in den Kaffee 
Schließlich gibt es auch noch Gründe, die in Fruchtfolgen und Produktionstechnik begründet sind, warum sich ein Landwirt für den Anbau der Winter- oder Sommerform entscheidet.
Falls dich der Pflanzenbau noch mehr interessiert, dann kann ich das Buch ‚Spezieller Pflanzenbau‘ (Diepenbrock, Fischbeck, Heyland, Knauer; Ulmer Verlag) empfehlen.
Viele Grüße
Eva