Schnecken

Wächst das Schneckenhaus eigentlich langsam nach (und vergrößert sich) oder fällt es irgendwann ab und wird durch ein neueres, größeres ersetzt?

Hallo Steffie!

Das Schneckenhaus wächst am „Eingang“ ständig nach, abfallen tut da nix.

Grüße
Jojo

Hi Jojo,

wächst es wirklich von selbst oder wird es von der Schnecke aufgebaut?

Martin

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Hi Jojo,

wächst es wirklich von selbst oder wird es von der Schnecke
aufgebaut?

Martin

Hi,

ist das nicht das selbe? Oder meintest Du „ob die Schnecke da was dranbaut was sie nicht selber produziert“?

Kurz und grob: der Mantelrand („Falte“ in der das Häuschenmaterial produziert wird) ist eine Art Wachstumszone an der das Häuschen entsteht. Ganz platt gesagt kann man sich das wie das Wachstum eines Fingernagels vorstellen. Dabei wird der Durchmesser des Mantelrandes mit dem Wachstum der Schnecke größer und so wird auch der Häuschendurchmesser größer.

JD

Huhu!

wächst es wirklich von selbst oder wird es von der Schnecke
aufgebaut?

Naja, wenn ich deine Frage richtig verstehe: Nein, es wächst nicht von selber, ebensowenig wie Haare, sondern die Schnecke baut es auf.

Immerhin besteht es aus Kalk, da kann wenig selber wachsen.

Grüßlis!

Scrabz aka Philipp.

Hi,

Immerhin besteht es aus Kalk, da kann wenig selber wachsen.

ja, das habe ich mir fast gedacht… ;o)

Aber wieso kann man eine Schnecke nie dabei erwischen? Ich sah Weinbergschnecken bisher nur beim kriechen, fressen oder techtel-mechteln.

Entweder sie graben sich dazu 2 Meter tief in die Erde oder sie tun „es“ nur nachts. Und mit welchem Organ machen sie das und wo sitzt dieses?

Jetzt laßt euch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!

Martin

Schnecken & Muscheln: Schalenwachstum
Hi Martin

das Wachstum von Schnecken- und Muschelschalen habe ich in einem Artikel vor ca 3 Jahren einmal ausführlicher beschrieben:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

falls noch Fragen offen bleiben: bitte gerne :smile:

Grüße

Metapher

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Mollusken: Mantelrand

Hi Martin

in dem Link, das ich dir oben zu deinem anderen Posting gab, ist es genauer beschrieben, wie es funktioniert.

Aber wieso kann man eine Schnecke nie dabei erwischen?

Doch, kannst du, auch bei einer Weinbergschnecke: Du müßtest den Wachstumsrand (biologische Bezeichnung „äußere Lippe“) nur täglich mit einer guten Lupe betrachten. Du siehst dann, daß sich täglich eine neue Kalkkante bildet. Allerdings ist er nur Bruchteile von Millimetern breit.

Und mit welchem Organ machen sie das und wo sitzt dieses?

ist ebenfalls in dem Link genauer beschrieben. Es ist eine Hautfalte (biologische Bezeichnung „Mantel“), die die Schnecke immer wieder zum Schalenrand vorschiebt und deren Kante organische Sekrete aussscheidet, aus denen dann Calcite und Aragonite auskristillisieren.

Dieser Mantelrand ist außerdem ein äußerst sensibles (taktiles) Wahrnehmungsorgan. Bei manchen Schnecken trägt er zusätzliche Fühler („Osphradien“) und bei manchen Muscheln (z.B. Tridacna, Pecten, Chlamys) sogar Augen.

Gruß

Metapher

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Hallo!

Unglaublich, was es da alles zu wissen gibt. Was ist eigentlich mit Nacktschnecken - haben die auch noch irgendwo eine Kalkschale? Warum haben die ihr Haus zurückgebildet, wo ist da der evolutionäre Vorteil?

Gruß, Claudia

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Hallo!

Unglaublich, was es da alles zu wissen gibt. Was ist
eigentlich mit Nacktschnecken - haben die auch noch irgendwo
eine Kalkschale? Warum haben die ihr Haus zurückgebildet, wo
ist da der evolutionäre Vorteil?

Gruß, Claudia

Hi,

Wegschnecken haben keine Schale und auch keine Schalenreste mehr.
Schnegel und Kielschnegel haben unter dem Mantellappen noch
Schalenreste.

Mögliche Vorteile wären das es „billiger“ ist sich mit Schleim zu
verteidigen als mühselig ein Häuschen zu bilden. Eventuell war auch
ein Mangel an Calcium ein Wegbereiter.

Weitere Idee wäre die Lebensweise nahe am Boden in und unter der
Streu, bei der ein Häuschen nur hinderlich wäre.

Ausserdem gibts noch unterirdisch lebende Raubschnecken. Hier wäre
ein Häuschen natürlich völlig überflüssig. Vielleicht sind z.B. die
Wegschnecken aus diesen oder gemeinsamen Vorfahren hervorgegangen.
Das ist aber nur Spekulation; bin über die Verwandschaftsgrade nicht
im Bilde…

Noch eine Möglichkeit ist der Lebensraum. Nacktschnecken leben in
feuchten Gebieten oder vergraben sich im Falle einer Trockenheit im
Boden. Gehäuseschnecken besiedeln auch relativ trockene Gebiete und
benötigen das Häuschen als Verdunstungsschutz während der
Trockenruhe. Vielleicht hast Du ja schon mal Bilder von mexikanischen
Schnecken Horden gesehen, die eingedeckelt ganze Telefonmasten
überdeckten und auf den nächsten Regen warteten.

JD

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Schalenreduktion
Hi Claudia

Unglaublich, was es da alles zu wissen gibt.

Das ist wohl wahr. Und das ist ja nur ein kleiner Anfang. Zudem gehören die im Meer lebenden Schnecken
http://metapher.net.ms/gallery/0706.27_Angaria_sphae…
und Muscheln
http://metapher.net.ms/gallery/0917.04_Chama_pacific…
mit über 100000 Arten mit zu dem Schönsten, was die Fauna überhaupt zu bieten hat …

Was ist eigentlich mit Nacktschnecken - haben die auch noch irgendwo
eine Kalkschale?

Viele Schnecken aus den Unterklassen Opisthobranchia (überwiegend im Meer Lebende) und Pulmonata (Lungenschnecken, zu denen vor allem die terrestrischen gehören) haben nur Gehäuse"reste" (teils vom Mantel bedeckt) und es gibt gute Argumente dafür, dies als „Rückbildung“ zu interpretieren.

Aber es gibt keinen universellen evolutionären Vorgang „Gehäuserückbildung“, denn diese Entwicklung gibt es in verschiedenen Ordungen unabhängig voneinander und einige Ordnungen haben sowohl gehäusetragende, als auch rudimentetragende, als auch gehäuselose Untergruppen.

So haben sich sowohl gehäusetragende als auch gehäuselose Landschnecken aus verschiedenen Ordnungen von Meeresschnecken entwickelt (in mehreren unabhängigen Übergängen) und unter den Meeresschnecken, die zum größten Teil Schalen haben, gibt es auch die (nur entfernt verwandten) schalenlosen Ordnungen der Gymnosomata (die eigentlichen „Nacktschnecken“) und der Nudibranchia. Und aus denen haben sich mit Gewißheit nicht die Binnenmollusken mit unter anderem den Landlungenschnecken entwickelt.

http://www.medslugs.de/D/Mit/Auswahl.htm

Grüße

Metapher

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Hallo!

Ausserdem gibts noch unterirdisch lebende Raubschnecken.

Klingt gruselig! Da wird man beim Jungpflanzen-Setzen plötzlich in den Finger gebissen :wink:

Noch eine Möglichkeit ist der Lebensraum. Nacktschnecken leben
in
feuchten Gebieten oder vergraben sich im Falle einer
Trockenheit im
Boden. Gehäuseschnecken besiedeln auch relativ trockene
Gebiete und
benötigen das Häuschen als Verdunstungsschutz während der
Trockenruhe. Vielleicht hast Du ja schon mal Bilder von
mexikanischen
Schnecken Horden gesehen, die eingedeckelt ganze Telefonmasten
überdeckten und auf den nächsten Regen warteten.

Nein - aber wir haben hier einen alten Flussdeich, dessen Erde im Winter zu 50% aus Gehäuseschnecken besteht. Ich habe allerdings geglaubt, es ist Winterschlaf - und der Frosthub hat den meisten den Garaus gemacht.

JD

Danke und Gruß - werde mich bemühen, meine nacktschneckenphobie zu überwinden.
Claudia

Hallo!

Ich bin ja immer wieder erstaunt darüber, was man hier alles lernen kann! :smile: Hier bei w-w-w ist eine der wenigen „Anhäufungen von intelligenten Menschen“ in Internet-Foren, die ich kenne.

*lob*

Liebe Grüße,

Schnägge :wink: