Gegen-evolution

Von: , Frage gestellt am Do, 19. Aug 2004

Hallo!

Suche nach Material bezueglich "ruecklaeufige Evolution" (wenn man das so sagen kann), also Faelle oder Dynamiken, bei denen generell oder sogar mit Absicht oder Zweck bei Lebensformen keine neuen Eigenschaften gebildet werden, sondern "das Gegenteil": die Entwicklung hin zu den Urspruengen laeuft...

Besten Dank fuer jeden noch so klitzekleinen Hinweis!!
Sepp

8 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Minuten 0 hilfreich
    Re: Gegen-evolution

    Hallo!

    Das hier: mit Absicht oder Zweck
    gibt es in der Evolution nicht.

    Tschüss

    Matthias

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Gegen-evolution

      Hi, mit Absicht oder Zweck
      gibt es in der Evolution nicht.
      das ist natürlich völlig richtig. du solltest deine frage vielleicht etwas präzisieren. was meinst du z.b. mit rückläufiger Evolution?
      Nun, das gibt es nicht; und dieser punkt ist eigentlich auch nicht diskutierbar. Sie ist abhängig von der zeit; und die läuft nunmal NUR vorwärts (jetzt bitte keine möchtegern-hawking-versteher auf den plan treten).
      alles was, wie ein rückschritt in der evolution scheint ist in wirklichkeit immer eine weiterentwicklung.
      Was es allerdings mitunter mal geben kann ist ein rückschlag, ein sog. atavismus. so gibt es z.b. menschen, bei denen nach der geburt ein überbleibsel einer phylogenetisch früheren schwanzanlage zu sehen ist.
      Eine überzählige brustwarze ist ebenfalls ein solches phänomen.
      die evolution immer nach vorn gerichtet. außerdem sind neuauftretende merkmale immer zufällig und ungerichtet entstanden...

      LG Alex:-)

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^3: Gegen-evolution

        alles was, wie ein rückschritt in der evolution scheint ist in
        wirklichkeit immer eine weiterentwicklung.
        Was es allerdings mitunter mal geben kann ist ein rückschlag,
        ein sog. atavismus. so gibt es z.b. menschen, bei denen nach
        der geburt ein überbleibsel einer phylogenetisch früheren
        schwanzanlage zu sehen ist.
        Hallo,
        waehrend ein Atavismus ein zufaelliger "Rueckfall" bei einem Individuum ist, wie Du ja sagst, suche ich nach einem "systematischen Rueckfall" einer ganzen Gruppe, zurueck zu etwas, was mal weit in der Vergangenheit wichtig war und Sinn machte, dann aber nicht mehr gebraucht wurde (oder sogar stoerend war - allerdings nicht kritisch), nun aber wieder aktiviert wird - evtl. fuer laengerfristig.

        Ich kann mir vorstellen, dass das nicht selten passieren koennte, denn, es geht ja nicht so sehr um die "Zeit" als solche, sondern lediglich um die "Umstaende" denen z.B. wir uns anpassen muessen.

        Von daher sind auch neue/alte Merkmale nicht unbedingt "ungerichtet" - aber, sicher, man koennte argumentieren, dass alles nur von Selektion in Krisenzeiten abhaengt, ob sich etwas weiterentwickelt (und durchsetzt) oder nicht.

        Aber abgesehen von "Definitionen" - hat jemand evtl. ein Beispiel parat?

        Sepp Eine überzählige brustwarze ist ebenfalls ein solches
        phänomen.
        die evolution immer nach vorn gerichtet. außerdem sind
        neuauftretende merkmale immer zufällig und ungerichtet
        entstanden...

        LG Alex:-)

        • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Gegen-evolution

          Hi, vergiss es...

          ein Beispiel: eine Art ist an sehr trockenes Klima angepasst. Dann wird das Wetter feuchter und die Art passt sich an. Dann wird es mal wieder feuchter und die Art muss sich erneut anpassen. Es ist nun typisch, dass nicht etwa eine Rückentwicklung zur ursprünglichen Art erfolgt, sondern dass ganz andere Anpassungen erfolgen. Z.B. eine Art, die mal einen Greifschwanz zum Klettern hatte, nun scharfe Krallen entwickelt.

          Du darfst nicht dem Trugschluss verfallen, dass Evolution auf irgend ein Ziel, "nach vorn" oder "nach hinten" gerichtet sei. Im Gegenteil, es entstehen bei allen Arten zufällig immer wieder die verschiedensten Mutationen, nur die an die Umwelt besser angepassten bleiben erhalten, alle anderen verschwinden früher oder später.

          A.

        • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Gegen-evolution

          Hallo, Thorwald,

          scheinbar ein Beispiel in die von Dir gedachte Richtung wäre die Verwandlung von Landsäugern in Meerestiere bis hin zu fischähnlichen Wesen. Also gewissermassen der Weg zurück ins Meer aus dem einst die Landtiere kamen.

          Aber hier zeigt sich eben genau das, was andere ja auch schon angemerkt haben: es ist keine Rückentwicklung (auch wenn z.B. Gliedmaßen rückgebildet wurden) sondern eine regelrechte Evolution, eine Fortentwicklung, die der Eroberung neuen Lebensraumes diente, die Besetzung einer noch - oder wieder - konkurrenzfreien Überlebensnische, die durch diese "Anpassung" möglich wurde.

          "Natura non facit saltus" (Linné 1707-1778, Philosophia Botanica 1751)

          Gruß
          Eckard


  2. Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
    Re: Gegen-evolution

    Hallo,

    ein Beispiel wären wohl die Säugetieraugen:

    während die tagaktiven Vögel und Saurier 4 Arten von Farbrezeptoren besitzen / besaßen, waren die Säugetiere zunächst nachtaktiv (auf Grund der Warmblütigkeit konnten sie sich die Nacht erobern). Da hier andere Eigenschaften gefragt waren, und überflüssiges von der Evo aussortiert wird, haben fast alle heutigen Säugetiere nur 2 Arten von Farbrezeptoren. Lediglich die tagaktiven Primaten gewannen später wieder einen dritten hinzu.
    Das kann aber alles nicht als "Rückschritt" gesehen werden. Es ist folge des fortwährenden Optimierungsprozesses, der überflüssiges verwirft und zufällig entstandenes behält, wenn es positiv ist.

    Gruss, Niels

  3. Antwort von nach 18 Stunden 0 hilfreich
    Re: Nur vage

    Hallo!

    Die Antwort jetzt ist sehr sehr vage:

    Ich habe mal gehört, daß es bei verschiedenen Amoniten-Arten an der Schale Skulpturierungen gab, die bei einigen Arten im Laufe der Evolution mal mehr und dann wieder weniger stark ausgeprägt wurden. Es wurde, soweit ich mich entsinne, auch eine Art genannt, die den Trend zur Skulpturierung übertrieben hat und wahrscheinlich deshalb ausgestorben ist. Die vermutete Begründung für diese Trends war "geschlechtliche Zuchtwahl".

    Als weitere Beispiele könnte man beim Menschen vielleicht anführen: Verlust/Reduktion des Fells, Reduktion der Zahnzahl. Das als "Rückwärtstrend" zu bezeichnen fällt mir allerdings schwer. Es wurde ja schon gesagt, daß Evolution ein Optimierungsprozeß ist, der per definitionem immer "vorwärts" läuft, auch wenn ein späteres Zwischenergebnis auf Grund wieder ähnlich gewordener Umwelt einem früheren ähnelt. Sowas ist eher eine Neuentwicklung eines schonmal dagewesenen Themas als eine Rückkehr!

    Noch eine vage Idee: Es gibt einen Säuger, der mal auf dem Land gelebt hatte, dann wohl ins Meer ist und dann wieder an Land (ich bekomm's nicht zusammen, war's der Elefant? - muß man mal recherchieren). Beim Rückgang ans Land veränderten sich einige der Merkmale wieder "zurück".

    Grüße,
    Jochen

  4. Antwort von nach 19 Stunden 1 hilfreich
    Re: Gegen-evolution

    Gegenteil": die Entwicklung hin zu den Urspruengen laeuft...
    Was Du uU meinst, sind vielleicht Wale? Säugetiere, die vom Land wieder ins Meer "zurück" gegangen sind, um es mal simpel auszudrücken.

    Was anderes fällt mir spontan nicht ein.

    Cu
    Lalle

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