Re: Geruch nach Spargelessen
Hallo !
Man weiß es nicht genau!
Ein erster Hinweis darauf, was es mit dem Geruch des Spargels auf sich haben könnte, ist, daß in den Sproßachsen schwefelhaltige Verbindungen nachgewiesen wurden.
Es ist zu vermuten, daß diese Verbindungen bzw. ihre Abbauprodukte stinken.
Das "Römpp-Lexikon Lebensmittelchemie" sagt :
Unter den zahlreich nachgewiesenen Aromastoffen dominieren schwefelhaltige Verbindungen, z.B. 1,2-Dithiol und 1,2-Dithiolan-4-carbonsäuremethylester mit ausgesprochenem Spargelaroma.
Mengenmäßig überwiegen der Ester sowie die zugehörige 1,2-Dithiolan-4-Carbonsäure. Letztere heißt auch Asparagussäure. Daher kommt vielleicht die falsche Meinung in vielen populär-wissentschaftlichen Darstellungen, der Aromastoff des Spargels sei das Aspragin.
Der nach dem Verzehr von Spargel eintretende typische Geruch des Urins ist auf Abbauprodukte wie S-Methylthioacrylat sowie auf dessen Methanthiol-Additionsprodukt S-Methyl-3-(methylthio)thioproponiat zurückzuführen.
Diese Reaktion läuft in unserem Körper ab. Das ist keineswegs eine exotische Reaktion. Denn den Dithiolan-Ring finden wir auch in einer biochemisch wirksamen Substanz wieder, in der Liponsäure, die bei den oxidativen Decarboxylierungsreaktionen eine wichtige Rolle spielt.
Die Liponsäure wird (wie auch die Spargelinhaltsstoffe) aus Cystein aufgebaut. Im Metabolismus von Liponsäure finden wir vielleicht die Erklärung, daß bei der Mehrzahl der Menschen der Urin nach Spargelgenuß nicht riecht, wiel sie genetisch bedingt keine Enzyme zur Metabolisierung der Spargelaromastoffe haben und somit die Geruchsstoffe nicht herstellen können.
Spargel wirkt also nicht "entschlackend", was immer das auch sei. Es werden nur diejenigen Stoffe ausgeschieden, die durch ihn in den Körper hineingelangen.
Quelle : Arbeitsgruppe Didaktik der Chemie II um Prof. Dr.R. Blume, Uni Bielefeld
mfgConrad