Re: primäres Dickenwachstum
Dickenwachstum
Dickenwachstum, n. E: growth in thickness F: croissance en épaisseur
Wachstum, das zu einer Zunahme des Durchmessers von Sprossachse oder Wurzel führt. Man unterscheidet:
- primäres Dickenwachstum E: primary thickening F: croissance en épaisseur primaire
Dickenwachstum, das unmittelbar am Scheitel einsetzt und zu einer Vergrößerung des Apikalmeristems führt. Bei den Monokotylen geht es von einem primären Meristemmantel aus (cambiale Form des primären Dickenwachstums). Wenn dieser längere Zeit tätig ist, kann es zur Bildung einer Scheitelgrube kommen. Bei Dikotylen und Gymnospermen erfolgt ein primäres Dickenwachstum durch unregelmäßige Zellteilungen im Mark (medulläre Form) oder in der primären Rinde (corticale Form). Infolge des primären D. erstarkt die Achse, der gesamte Vorgang wird auch als Erstarkungswachstum bezeichnet.
Lit.: HELM (1937), ECKARDT (1941).
- sekundäres Dickenwachstum E: secondary thickening F: croissance secondaire
Der verbreitete Typ des Dickenwachstums bei Gymnospermen und holzigen Dikotylen. Dabei wird ein Cambium gebildet, das nach innen Xylem (Holz), nach außen Phloem (Bast) bildet.
G: Der Vorgang des sekundären Dickenwachstums war lange rätselhaft. Einer der Ersten, der durch Versuche Klarheit in einem grundsätzlichen Punkt brachte, war DUHAMEL DU MONCEAU (1758). Er steckte feine Silberdrähte einerseits in die Rinde und andererseits zwischen Rinde und Holz. Da die in der Rinde im Verlauf des Wachstums weiter nach außen gerieten, die anderen ins Holz, war gezeigt, dass sich die inneren Rindenschichten nicht - wie bisher angenommen - in Holz verwandeln. Die weitere Aufklärung ist mit der Erkenntnis über die Funktion des Cambiums verbunden.
- anomales sekundäres Dickenwachstum E: anomalous thickening F: croissance secondaire anormale
Später einsetzendes Dickenwachstum, das nicht von einem normal arbeitenden Cambium ausgeht. Bei einigen Monokotylen wird ein Cambium gebildet, aus dessen Abkömmlingen jedoch nach innen hin durch weitere Teilungen ganze Leitbündel mit Xylem und Phloem gebildet werden. Bei anderen Formen eines ungewöhnlichen Dickenwachstums ist der Zuwachs an Xylem und Phloem an verschiedenen Stellen des Umfanges sehr verschieden. Vor allem von Chenopodiaceae und verwandten Familien ist eine Form des Dickenwachstums bekannt, bei dem im Rindenbereich in Abständen neue Cambiumzonen gebildet werden.
Lit.: TOMLINSON & ZIMMERMANN (1969).
aus Strasburger Wörterbuch
grüße C