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Re: Warum Gefrierätztechnik bei Elektronenmikrosko
Hallo Harald,
leider kenne ich die Gefrierätztechnik nicht. Daher kann ich nur allgemein etwas zur Wirkungsweise von Raster-Elektronen-Mikroskopen (REM, im englischen SEM) sagen.
Das Bild entsteht, vereinfacht gesagt, durch die Wirkung von Licht und Schatten. Ein fein gebuendelter Elektronenstrahl wird zeilenweise ueber die Probe gerastert. Dort wo er auftrifft, schaegt er einen Schauer von Elektronen aus der Probe heraus, der mit einem Detektor nachgewiesen wird. Die Helligkeit, mit der der aktuell bestrahlte Punkt der Probe auf dem Bildschirm dargestellt wird, entspricht der Anzahl der nachgewiesenen Elektronen. Trifft nun der Elektronenstrahl in eine Vertiefung auf der Probe und schaut der Detektor schraeg auf die Probe, so werden weniger Elektronen nachgewiesen, da der Elektronenschauer von der Vertiefung abgeschattet wird. Dieser Punkt erscheint also dunkler.
Was im REM als Bild entsteht ist daher ein Abbild der Oberflaechenstruktur der Probe.
Will man nun beispielsweise die Groesse und Form von Einschluessen in einem Mineral oder Metall nachweisen, muss man zunaechst durch Schleifen und Polieren eine mikroskopisch glatte Oberflaeche herstellen, die dann geaetzt wird. Da das Metall und die Einschluesse in der Regel unterschiedlich stark von Aetzmitteln abgetragen werden, kann man so die Unterschiede in der Zusammensetzung in ein Hoehenrelief uebersetzen, das dann mit dem Elektronenmikroskop nachgewiesen werden kann.
Die Aufloesung des REM wird in erster Linie durch die Guete des Elektronenstrahls bestimmt; je feiner er gebuendelt ist, umso besser sind die Bilder.
Davon, dass der Elektronenstrahl die Probe veraendert, weiss ich nichts. Dazu ist die Anzahl und die Energie der Elektronen zu gering. Anders ist das bei Beschuss mit Atomen, die mindestens eine mehr als 2000mal groessere Masse haben, als Elektronen.
Natuerlich ist das REM nicht auf die Materialforschung begrenzt. So kann man zum Beispiel von Fliegen beeindruckende Nahaufnahmen machen. Kuerzlich gab es in "Spektrum der Wissenschaft" einen Artikel ueber Kieselalgen mit sehr schoene Bildern aus dem REM.
Kannst Du mir wohl sagen, bei welchen Proben die Gefrierätztechnik angewandt wird?
Gruss,
Hartmut
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