Triebe

Von: , Frage gestellt am Fr, 2. Jun 2000

Hallo Biologen,

Ich nehme an die zwei wichtigsten Triebe die uns die Natur verpasst hat sind: Hungertrieb und Geschlechtstrieb. Frage : Welche der beiden ist für die Arterhaltung der wichtigere. Bin gespannt auf die Antworten und die Argumente !

Mit Gruss : Engelhard

8 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Re: Triebe

    Es gibt nur einen "Trieb":

    Die weitergabe der eigenen genetischen Information.

    Alles andere sind abgeleitete "Triebe", die bei verschiedenen Arten gemäß iherer unterschiedlichen Lebensweisen und Strategiene (ihre Gene über die Zeit zu retten) eben etwas unterschiedlich ausgeprägt und gewichtet sind.

    Die Frage nach dem "Was ist wichtiger" ist meistens gar nicht erlaubt. Oder: Würdest du lieber auf deine Lunge, deine Leber, dein Herz oder dein Gehirn verzichten ? Ist das Herz wichtiger als die Lunge ? Oder umgekehrt ? Weder noch !

    Jochen

  2. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Schlaftrieb

    Ich glaub der Schlaftrieb ist noch stärker als der Geschlechtstrieb :)

    • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
      Re: Schlaftrieb??????

      Hallo, Ich glaub der Schlaftrieb ist noch
      stärker als der Geschlechtstrieb :)
      Schlafen ist doch kein Trieb sondern eine zwingende Notwendigkeit (oder gibt es etwa den Esstrieb... naja, bei manchen wohl schon).
      Ohne Sex kann man zur Not noch leben, ohne Schlaf nicht!

      Gruss, Niels

      • Antwort von nach 15 Tagen hilfreich
        :-)


        .

  3. Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
    Re: Triebe

    Ich schließe mich da Jo an!
    Nichts ist der Natur wichtiger, als die Erhaltung der Art!
    Seid einigen Jahren ist zB die Diskussion am laufen, weshalb ständig ausgeprägte Brüste nur bei weiblichen Menschen vorzufinden sind auch, wenn die gar kein Säugling säugen. Kein anderes Lebewesen besitzt dieses Merkmal.
    Die gängiste Theorie ist derzeit, daß sich dieses Merkmal aufgrund des aufrechten Ganges des Menschen entwickelt hat. So kurios es auch klingen mag; die Forscher gehen davon aus, daß bei den Männchen der Vierbeiner der Sexualtrieb dadurch stimuliert wird, daß sie das weibliche Hinterteil ständig "vor der Nase haben". Bei dem aufrechten Gang fällt dies weg. Also mußte der Trieb anders stimuliert werden. Das "glorreiche" Ergebnis der Evolution kennen wir. Es mag merkwürdig klingen, aber unter dem Aspekt, daß der Natur eben nichts wichtiger ist als die Fortpflanzung und die Erhaltung der Art, ist es durchaus nachvollziehbar.... [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
      Re^2: Triebe

      Danke erstmal für die Zustimmung, geht runter wie Butter...
      ...aber das Prinzip ist grundlegender als die Arterhaltung.

      Eine "Art" (wenn es sowas überhaupt im streng biologischen Sinne gibt... - recht oft sind die Grenzend fließend) ist nichts weiter als ein im fließgleichgewicht der genetischen Prozesse zeitlich einigermaßen stabiles System von kooperierenden Erbinformationen. Auf dieser Ebene (bezogen auf evolutive Vorgänge) macht auch die "Art" keinen Sinn, sondern nur die Population.

      In einer Umwelt, die Energie zu verbraten hat, wird sich - abhängig von allen winzigen Zufällen - ein Gesamtsystem entwickeln, was möglichst hoch dissipativ ist, die Energie also schnell "unbrauchbar" macht. Langfristig geht das am besten mit Systemen, die sich vermehren können und dabei Teile der Energie, die sie verbraten, zunächst dazu verwenden, geordnete Strukturen aufzubauen, die ebenfalls helfen, weiter Energie zu verbraten. Darum gehts. Das dabei all das Leben entstanden ist, ist eines der unglaublichsten und beeindruckendsten Phänomene, die ich mir vorstellen kann.

      Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigends auch, daß der Mensch (ja,ja: als Art...) ja gerade deshalb (zunächst) evolutiv so erfolgreich war, weil er es schafft, unabhängig von seinem Stoffwechsel vergleichsweise gigantische Mengen Energie zu verbraten.

      Jochen

  4. Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
    Re: Triebe

    hallo,

    also ich bin für den hungertrieb.

    abgesehen davon, dass ICH eher ohne sex als ohne essen auskommen würde, macht es das tierreich doch genauso. während der zeit wo keine oder wenig nahrung vorhanden ist, sind die aufs überleben aus. wenn sich die umstände verbesser kommt der geschlechtstrieb wieder zum vorschein. lass mal nen kater 2 wochen hungern und setz ihm dann ne dose whiskas und ne läufige katze vor - ich bin sicher er wendet sich erst der nahrung zu...
    cu, wolfgang [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  5. Antwort von nach 9 Tagen hilfreich
    Re: Triebe

    Ich denke, langfristig gesehen ist der Geschlechtstrieb für das Überleben der Art am wichtigsten, aber man muß das auch situationsbedingt sehen: wer kurz vor dem Verhungern steht, dürfte kaum Lust auf Sex haben. In diesem Fall ist also die Reihenfolge, in der die Triebe befriedigt werden müssen, klar festgelegt.
    Es kommt also nicht von ungefähr, daß man einen schönen Abend zweckmäßigerweise mit einem gemeinsamen Essen beginnt...

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