Fuchsbandwurm 'erschlagen'

Hallo ihr Spezialisten auch der Biologie,

im Wald gesammelte Beeren aus Erdnähe können mit dem Fuchsbandwurm
belastet sein. Dieser Bandwurm kann Menschen sehr krank machen.
Darum sollten solche Beeren abgekocht werden (ebenso Pilze).

Stirbt der Bandwurm auch durch Kälte, also einfrieren?

LG, Karin

Hallo Karin!

Sieht leider nicht all zu gut aus ;-(

"…Das Waschen möglicherweise kontaminierter Nahrungsmittel reduziert das Infektionsrisiko, beseitigt es aber nicht vollständig. Fuchsbandwurmeier sind sehr resistent gegenüber Umwelteinflüssen. Mit gängigen Desinfektionsmitteln können sie nicht abgetötet werden. Das trifft auch für Alkohol zu (erst recht in den niedrigen Konzentrationen, wie sie im Wein enthalten sind). Auch Kühlschrank- und Gefrierfachtemperaturen von +4°C bis -20°C tötet die infektiösen Eier nicht ab. Als wirksame Maßnahmen zu deren Abtötung haben sich folgende Vorgehensweisen erwiesen:

* Gefriertruhe bei -80°C für wenige Tage
* Erhitzen über 60°C für wenige Minuten
* Erwärmen auf 45°C bei einer rel. Luftfeuchtigkeit von 85% für ein paar Stunden
* Trocknen bei 25°C bei einer rel. Luftfeuchtigkeit von 25% für wenige Tage… "

Diese Informationen entstammen der folgenden Seite:
http://www.echinococcus.de/FAQ/FAQ.html

Gruß
Peter

OT: Fuchsbandwurm und andere Gefahren
Manchmal frag ich mich, wie ich und meine Altersgenossem die Kindheit überlebt haben, wo wir völlig unbekümmert Beeren gesammelt und ungewaschen gegessen, uns jeden Sommer einen Sonnenbrand und im Winter blaue Zehen geholt und auf der Straße gespielt haben.
:wink:)
Livia

2 „Gefällt mir“

Fuchsbandwurm - Tollwut
Hi,

ein Grund könnte sein, daß es weniger Fuchse gab. In den 80gern hat man mit der Tollwutschluckimpfung von Füchsen angefangen, da die Tollwut ein Problem war. Jetzt haben die Füchse keine Tollwut mehr, sterben nicht so schnell, vermehren sich besser und es gibt mehr Füchse. Mehr Füchse auf engerem Raum führt zu einer größeren Verbreitung des Fuchsbandwurms, da die Füchse schneller indirekt über Kot und direkt über ihre Beute mit dem Fuchsbandwurm in Kontakt kommen.

Also hat die Tollwut gefahr ab und die Fuchsbandwurmgefahr zugenommen.

Aber Du hast natürlich recht, das Leben ist viel gefährlicher geworden :wink:

Grüße
Julia

Manchmal frag ich mich, wie ich und meine Altersgenossem die
Kindheit überlebt haben, wo wir völlig unbekümmert Beeren
gesammelt und ungewaschen gegessen, uns jeden Sommer einen
Sonnenbrand und im Winter blaue Zehen geholt und auf der
Straße gespielt haben.

1 „Gefällt mir“

Zudem sollte man Salate und Gemüse die sich in Waldnähe befinden wohl auch meiden.

Die Fuchsbandwurmmeier könnten bei jedem Windstoß die ganze Ernte kontaminieren.

Feudelio

1 „Gefällt mir“

Die Fuchsbandwurmmeier könnten bei jedem Windstoß die ganze
Ernte kontaminieren.

Hallo,

ehrlich gesagt habe ich mir über die Form der Verbreitung noch
nie Gedanken gemacht. Wie können diese Eier vom Wind getragen
werden? Ich dachte eher an anhaftende, also vom Fuchs durch
abstreifen abgelegte Spuren, aber nicht an so eine weitreichende
Verbreitung. Wo finde ich da Konkretes mehr?

LG, Karin

Infos!
Hi,

den link hast Du ja schon bekommen! Da steht auch was dazu wie sich der Mensch infizieren könnte. Genaues weiß man da noch nicht.

http://www.echinococcus.de/FAQ/FAQ.html

Textausschnitt:
Der Fuchs scheidet mit dem Kot infektiöse Eier aus, die im natürlichen Entwicklungszyklus von Nagetieren mit der Nahrung aufgenommen werden. An deren Stelle kann der Mensch treten, wenn er mit den infektiösen Eiern Kontakt bekommt. Auf welchen Wegen es zur übertragung der infektiösen Eier auf den Menschen kommt und wie die Eier in den Magen-Darm Trakt gelangen, ist nicht bekannt. Diskutiert wird der Verzehr von verschmutzten Waldfrüchten, Pilzen, Fallobst, aber auch Gemüse und Salat aus dem Garten. Denkbar ist auch das Einatmen von Staub aus eingetrocknetem Fuchskot als Infektionsweg. Für Jäger kommt der direkte Kontakt mit dem erlegten Fuchs als Infektionsquelle in Betracht. Landwirte sind als wichtige Risikogruppe anzusehen. Neben dem Fuchs als Infektionsquelle dürfen auch Hund und Katze nicht außer acht gelassen werden, da beide ebenfalls den Fuchsbandwurm in ihrem Darm tragen und die für den Menschen infektiösen Eier mit dem Kot ausscheiden können. Diese mögliche Infektionsquelle ist vor allem dann zu erwarten, wenn die Haustiere freien Auslauf haben und Mäuse fangen und verzehren. Die Fuchsbandwurmeier bleiben an dem Fell der Tiere haften. Deshalb dürfte von infizierten Haustieren eine erhebliche Infektionsgefahr ausgehen, auch wenn nicht genau bekannt ist, wie häufig es überhaupt zu Infektionen von Hund und Katze kommt.

Gruß
Juhe

1 „Gefällt mir“

Hi Livia!

Als Medizinjournalistin weißt Du ja, daß das Dicke Ende vom Sonnenbrand immer noch kommen kann, deshalb Ball flachhalten. :wink:

Gruß
Peter