Re^3: Ruhe- und Aktionspotential
Hallo,
Doch du hast das Potential hauptsächlich "aus der Sicht" der
Natrium- Ionen erklärt, doch welche Rolle spielen jetzt die
Kalium-Ionen?
die Kalium-Ionen bestimmen maßgeblich die Größe des Ruhepotentials. Wenn man die Konzentrationen in die Nernst-Gleichung einsetzt, erhält man ungefähr den Wert für das Ruhepotential, genauer: - 97 mV.
Im Unterricht hatten wir besprochen, dass wärend der Ruhephase
zwar keine Natrium- Ionen durch die Membran diffundieren
können (wie du es auch erklärt hast), aber Kalium- Ionen im
geringen Maße schon. Dies, so hat uns die Lehrerin erklärt,
läge daran, dass es für Kalium- Ionen einige Poren gibt, die
immer geöffnet sind, für Natrium- Ionen gibt es dagegen nur
Poren, die spannungsgesteuert sind.
Ja, die Membran ist in Ruhe in geringem Maße für Kaliumionen durchlässig. Deshalb strömen immer einige Kaliumionen aus der Zelle hinaus. Allerdings gelangen auch immer welche hinein, u.a. über die Natrium-Kalium-Pumpe, die unter Energieaufwand Natriumionen aus der Zelle und Kalium in die Zelle transportiert.
Was hat dieses Diffundieren der Kalium- Ionen mit dem
Potential zu tun? Hat es überhaupt etwas damit zu tun?
Wie gesagt ist das Verhältnis der Kaliumionenkonzentrationen innen und außen entscheidend für die Größe des Ruhepotentials. Bei -90 mV befinden sich die Kaliumionenkonzentrationen allerdings nicht ganz im Gleichgewichtszustand. Es besteht eine Kraft auf die Kaliumionen, die Zelle zu verlassen. Dies ist durch die geöffneten Poren möglich. Deshalb sorgen Mechanismen wie die Kalium-Natrium-Pumpe dafür, daß Kaliumionen in die Zelle zurückbefördert werden, wobei gleichzeitig Natriumionen in den Extrazellularraum abgegeben werden. Es ist nämlich so, daß doch einige Natriumionen trotz der sehr geringen Permeabilität der Membran für diese Teilchen in die Zelle gelangen.
Na ja, vielleicht stelle ich mich auch ein bisschen blöd an,
aber irgendwie habe ich Schwierigkeiten mit das Potential
vorzustellen...
Wie man sich das vorstellen soll, weiß ich im Moment auch nicht. Es herrschen zwischen Intra- und Extrazellularraum Konzentrationsunterschiede zwischen verschiedenen Ionenarten vor, die "künstlich" aufrechterhalten werden. Dadurch kommt es zu elektrischen Potentialunterschieden. Wenn Du ein Voltmeter anlegen würdest, würdest Du eine Spannung von 90 mV messen.
Grüße,
Oliver Walter