Hallo!
Also meine Frage ist, was ist eine Flüssigphasensinterung?
Puh, da muss ich weit ausholen. Also, das Sintern kann man als ein Wärmebehandlungsverfahren beschreiben, während dem ein Pulverhaufwerk oder -pressling durch physikalische Vorgänge (z.B. Diffusion)ausreichend verdichtet wird. Auf die einzelnen Mechanismen gehe ich hier nicht ein, da das den Rahmen sprengen würde. Grob vereinfacht kann man also sagen, dass aus einem Pulverpressling durch das Sintern ein nahezu homogener Festkörper entsteht. Normalerweise findet das in der festen Phase statt. Allerdings existieren auch Legierungssysteme, bei denen bei Sintertemperatur flüssige Phasen (meist eutektische Schmelzen)entstehen. Dadurch kommt es zur Ausbildung eines hydrostatischen Drucks im Inneren des Presslings, durch den die Pulverteilchen zu fließen beginnen und so vorhandene Poren auffüllen, man nennt dies Teilchenumordnung. Ergänzt wird dies durch die Mechanismen des Festphasensinterns. Der Prozess der Teilchenumordnung führt zu einer beachtlichen Verdichtung des Sinterkörpers, wodurch eine Sinterdichte erreicht wird, die sehr nahe an der theoretischen Dichte der Legierung liegt (etwa 95-98%)
Flüssig ist eine Schmelze, bzw. ich könnte mir vorstellen, das
das Aluminiun mit Zinn benetzt ist und so sintern soll.
Voraussetzung für das Flüssigphasensintern ist jedoch, dass die flüssige Phase im Pressling homogen verteilt ist, wenn sie nur konzentriert an einem Ort auftreten würde, würde das nicht funktionieren. Um sich jedoch gleichmäßig verteilen zu können, muss die flüssige Phase die Oberfläche der Partikel benetzen können, nur so kann sie sich ausbreiten. Bei Al2O3, welches zwangsläufig auf jedem Al-Pulverkorn vorhanden ist, besteht aber das Probelm, dass es von Metallschmelzen sehr schlecht benetzt wird und dadurch ein Ausbreiten der fl. Phase behindert. Deswegen sucht man Stoffe, welche sich an der Oberfläche der Schmelze abscheiden und dort die Oberflächenspannung herabsetzen, ähnlich den Tensiden beim Wasser, in diesem System sollen das Bi oder Sn übernehmen. Geringere Oberflächenspannung führt zu besserer Benetzung.
Das bedeutet, das eine Aluminiumlegierung mit Zinn und Bismut
möglicherweise leicht korrodiert. Die Oxidschicht ist dann
nicht dicht genug, so das sich transparentes Aluminiumoxid mit
Bismut-Zinn-Metallstaubeinlage abscheiden sollte.
Das glaube ich eher nicht, denn das transparente Al2O3 wird bei ~1200°C hergestellt, aber wir bewegen uns hier bei ‚nur‘ 550-600°C 
mfG Dirk