Hallo !
Wenn ich meine kühl überwinternden Pflanzen durch täglich vierstündige Zusatzbeleuchtung mit Quecksilberlampen unterstützen will (die Dinger sind SEHR hell), was ist besser :
Morgens zwei Stunden und abends zwei oder
mittags vier Stunden am Stück ?
Oder sollte das egal sein ?
Die Frage ist, ob Grünpflanzen Licht geringer Stärke vielleicht besser ausnutzen als sehr helles Licht, das entsprechend kürzer wirkt bei physikalisch gleicher Energiezufuhr.
Jochen
Hallo !
Für kühl überwinternde Pflanzen brauchst du nicht viel Licht. Bei niedrigen Temperaturen ist auch der Stoffwechsel nicht so prall - entsprechend wenig Licht wird benötigt. Ein paar candela reichen schon, um ein vergeilen zu verhindern. Das geht schon mit Rotlicht, was sich vielleicht sogar energiesparender erzugen läßt als mit einer Quecksilberdampflampe. Diese erzeugt ein recht gleichmäßiges Specktrum, allerdings sind Pflanzen garnicht in der Lage, alle Wellenlängen zu nutzen. Die effizienteste Umsetzung bekommst du, wenn du Rotlicht und Blaulicht (bz. nahes UV) mischst. Da es bei der Überwinterung aber nicht um Ertragsmaximierung geht, ist das nicht angebracht.
Die Frage ist, ob Grünpflanzen Licht geringer Stärke
vielleicht besser ausnutzen als sehr helles Licht, das
entsprechend kürzer wirkt bei physikalisch gleicher
Energiezufuhr.
Ja, das tun sie, zumindest in der Überwinterungsphase. Fast allen Pflanzen schaden sehr hohe Lichtintensitäten mehr als sie Nutzen. Ausnahme: Es gibt Pflanzen [darunter Kakteen, Mais und andere Gräser], die aufgrund ihres besonderen Stoffwechsels sehr hohe Lichtintensitäten [->Wüste!] voll nutzen können.
Für deine Quecksilberdampflampe gilt: Die Intensität ist zu groß, reine Energieverschwendung (wenn du damit nicht eine ganze Gärtnerei ausleuchten willst…).
Grundsätzlich haben Pflanzen ganz unterschiedliche Ansprüche an Lichtverhältnisse. Dabei sind drei Parameter entscheidend:
- Farbe (Wellenlänge)
- Stärke (Intensität)
- Dauer und Frequenz
So wirkt Starklicht auf Schattenpflanzen eher Wachstumshemmend! Auch können Schattenpflanzen blau/grünes und grün/gelbes Licht besser nutzen als Lichtpflanzen.
Bei viel Licht ist idR. schnell das zur Verfügung stehende CO2 ein limitierender Faktor. Dann hilft auch bei Sonnenpflanzen keine Intensivere Beleuchtung.
Dann unterscheidet man hinsichtlich des Blühverhaltens auch Kurztag- und Langtagpflanzen. Wenn du deine Pflanzen zum Blühen bringen willst oder daran hindern willst, mußt du ihnen einen kurzen oder einen langen Tage „vortäuschen“. Ein langer Tag läßt sich leicht vortäuschen, wenn du spät abends das (Rot-)Licht nochmal für einige Minuten hell machst.
Gruß,
Jochen
Hallo Jochen & Jochen,
Für kühl überwinternde Pflanzen brauchst du nicht viel Licht.
Bei niedrigen Temperaturen ist auch der Stoffwechsel nicht so
prall - entsprechend wenig Licht wird benötigt. Ein paar
candela reichen schon, um ein vergeilen zu verhindern. Das
geht schon mit Rotlicht, was sich vielleicht sogar
energiesparender erzugen läßt als mit einer
Quecksilberdampflampe.
Was versteht Ihr eigentlich unter einer Quecksilberdampflampen. Rotlichtlampen sind meistens gefärbte Glühbirnen und ganz sicher nicht energiesparend. Quecksilberdampflampen gibt es in allen Leistungsklassen von wenigen Watt bis in den kW-Bereich. Erstere sind auch unter der Bezeichnung Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren im Handel. Die gibt es dann in den verschiedensten Farben und Formen. Quecksilberdampf/Leuchtstoffröhren erreichen mit ca. 50 Lumen/Watt immer noch den höchsten Wirkungsgrad aller handelsüblichen Lampen. Da kommen nicht einmal die modernen Ultrahellen Leuchtdioden ran.
Jörg
Hallo Jörg,
Was versteht Ihr eigentlich unter einer
Quecksilberdampflampen.
Unter einer Quecksilberdampflampe verstehe ich eine Gasentladungslampe mit Quecksilberdampffüllung. Dazu zählen auch die Niederdrucklampen (Leuchtstoffröhren), aber die sind hier wohl nicht gemeint, weil ja von „verdammt hell“ (oder so ähnlich) die Rede war. Hochdrucklampen kenne ich aus der Verwendeung in Photometern und eben als Straßen-und Fabrikhallen-Beleuchtung.
Die sind zu hell für den Privatbereich (ich stelle mir vor, die Pflanzen stehen zum Überwintern in der Garage oder im Keller).
Wären Leuchtstoffröhren gemeint, so hätte Jochen IMHO nicht von „verdammt hell“ gesprochen und es wäre auch wohl keine Frage, die Röhren einfach ein paar Stunden täglich brennen zu lassen.
In der Rechnung würde ich überschlagen: Die (Hochdruck-)Hg-Lampe mag vielleicht nur 1/10 der Energie pro Lumen zu benötigen, erzeugt aber 100x soviel Lumen wie nötig. Dann ist es effizienter, eine zehnmal ineffizienter Lampe zu nehmen, die aber 100x schwächer ist. Dazu kommt eben, das die Pflanzen voraussichtlich mit einem kurzer aber intensiven Lichtstrom weniger anfangen können als mit einem längeren, schwachen Lichtstrom.
Gruß,
Jochen
Hallo,
es kommt wie du gesagt hast darauf an, wozu die Lampe dienen soll. Fürs überwintern imKühlen sind HQ-Lampen sicher überdimensioniert. Für die Anzucht von Setzlingen sind sie aber auch im Privatbereich äußerst nützlich. Mit einer 250-Watt-Lampe kannst du dann einen Quadratmeter Tomatensetzlinge bestens versorgen.
Gruss, Niels
Aufklärung
Hallo zusammen !
Also, es handelt sich um zwei etwa gänseeigroße und -förmige Glaskolben mit einem Vorschalttrafo. Ich habe die Dinger einst sehr günstig von einerm Aquarianer bekommen. Seltsamerweise lässt sich am Trafo die Leistungsaufnahme zwischen 80 und 160 W (oder so) umschalten, vielleicht weiß ja auch jemand, wie DAS funktioniert.
Die Dinger hängen in meinem nicht geheizten Schlafzimmer ganz oben am Rollokasten. Wenn man reinguckt, ist man massiv geblendet, aber auf den Tischen mit den rund 200 Töpfen, viele Sukkulenten aber auch Gartenpflanzen, die hier Frostasyl haben, ist es mäßig hell. Wie ich aus den gesammelten Antworten entnehme, ist es wohl besser, die beiden Dämmerungen ein wenig zu erhellen als das Mittagslicht noch zu steigern. Meine Befürchtung ist nur, das sich Leute über die Helligkeit wundern, aber - sollen sie halt.
Morgens ist übrigens irre toll zum Aufwachen !
Und um den Warnern vor Schimmelsporen gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen - ich schlafe eher selten in dem Raum.
Jochen