Warum schreien Menschenbaby´s

Hallo Allerseits,
hier eine Frage eines z.T. nervlich angegriffenen jungen Vaters! (Ja es gibt sie noch in Deutschland)
Also, warum schreit eigentlich der Säugling des Homosapiens?
Klar er will was, ist müde, hat Hunger, die Windel voll, oder oder.
Aber mir ist kein anderes Säugetier bekannt (junge Vögel machen auch ziemlich Lärm), dessen Nachwuchs so einen Aufstand macht. Ich meine das junge Warzenschwein hat auch mal Hunger etc., und die Mutter versteht das ohne Geplärr! Ist die Warzenschweinmama etwa die sensieblere Mutter?
Außerdem ist das in der freien Wildbahn doch ein echter Nachteil. Schließlich war der Mensch in der Frühgeschichte selbst mal Beutetier. Und wenn dann die Horde im hohen Gras saß und sich versteckte, und plötzlich meint der jüngste Sproß er müsste los schreien, dann war die Begeisterung wohl sehr einseitig, seitens des Jägers!

Eins muß man allerdings dem Menschenbaby lassen, es entschädigt auch für das Geschrei auf eine Art wie kein anderes Geschöpf: Es lächelt!

Hat jemand eine Idee???

Hallo

Also, warum schreit eigentlich der Säugling des Homosapiens?
Klar er will was, ist müde, hat Hunger, die Windel voll, oder
oder.

Essen, Trinken, Unwohlsein und mangelnder Körperkontakt.
Der Körperkontakt ist am Anfang die einzige sichere Sinnes-
verbindung nach aussen, darauf besteht der Säugling.

Wahrscheinlich ist das Schreien notwendig geworden, um
den entwicklungsgeschichtlichen Verlust an Instinkt im
Umgang mit dem Nachwuchs (von Seiten der Mutter) zu
kompensieren.

Eins muß man allerdings dem Menschenbaby lassen, es
entschädigt auch für das Geschrei auf eine Art wie kein
anderes Geschöpf: Es lächelt!

Eine weitere Strategie, den Körperkontakt herbeizuführen.
Denn: das Baby lächelt nicht wirklich, das ist ein Trick!

Grüße

CMБ

Weil es kein Warzenschwein ist? :wink:)

Denk mal an die Vögeljungen. Die machen ganz schön Krach. Auch junge Katzen und Hunde jaulen, miauen oder geben sonstige Laute von sich. Sie sind nur ruhig, wenn Mama es befiehlt oder sie sich gefährdet fühlen.

Das mit dem Körperkontakt ist auch schon sehr richtig. Ein Affenbaby wird ja z.B. permanent mit herumgetragen. Die Mutter kann daher die Lautgebung auch sehr schnell unterbinden, wenn sie gerade unpassend ist. Auch der Urmensch, der sich im Gras vor dem Löwen versteckte, hatte garantiert das Baby eng an sich gedrückt (und nicht im Nachbarzimmer in der Wiege liegend).
warum aber z.B. beim zahnen sich manche menschenkinder so gar nicht beruhigen lassen, weiß ich nicht. Vielleicht geht so was bei Tieren unproblematischer vor sich.

Hilft leider gar nix gegen die nerverei. Dagegen hilft nur, ab und zu ein bißchen Urlaub nehmen und Baby für ein paar stunden dem Partner, der Großmutter oder dem Babysitter überlassen.

Livia

Klar ist Körperkontakt wichtig. Aber ein Baby hört ja nicht plötzlich auf zu weinen nur weil man es in den Armen hält. Außerdem hat das kleine Warzenschwein nie die Chance in die Arme genommen zu werden.

Eine weitere Strategie, den Körperkontakt herbeizuführen.
Denn: das Baby lächelt nicht wirklich, das ist ein
Trick!

Na das glaub ich nicht, daß es nur ein Trick ist.
Denn mein Sohn lacht mich auch an wenn er gerade von meiner Frau fest an den Körper gedrückt wird. Er freut sich einfach mich zu sehen.

Eine Chance hatten unsere Vorfahren evtl. um das Kleine schnell still zu bekommen. Stillen! Denn wenn ein Baby andockt ist in der Regel sofort Ruhe!

Rudolf

PS: Vielleicht ist es aber auch gerade umgekehrt! Kommt ein Löwe wirklich näher wenn so eine kleine Sirene aus vollem Hals schreit?
Wenn ich Löwe wäre würd ich eher abhauen … :wink:))

Hallo,

sehr interessante Frage, die ich mir auch scon gestellt habe.

Scheinbar war es in der Urzeit kein so großer Nachteil, wenn
Baby lärm gemacht hat. Der Mensch war wohl in den wenigsten
Fällen wirklich ein echtes Beutetier, oder die Evolution
hat in den letzten paar 100T Jahren, wo der Mensch an
Nahrungsspitze gekommen ist, ehemalige Schutzfunktionen
wieder aufgehoben.

Andererseit machen verschieden Jungtiere gelegentlich einen
heiden Lärm, wenn ihnen was passiert oder wenn Sie Hunger haben.
Ferkel (auch von Wildschweinen)können ein wirklich ohren-
betäubedes Quicken abgeben. Diese sind aber auch absolut keine
Beutetiere (möge sich niemand mit einer führenden Bache anlegen :frowning:

Andererseits habe ich schon die med. Meinung gehört, daß
manche Säuglinge scheinbar grundlos brüllen, das aber in
Wirklichkeit eine Art Ausarbeitung ist, also Ersatz für
körperliche Bewegung, wenn sie sich eben noch nicht selbst
bewegen kann. Irgendwie muß man sich doch abreagieren, oder?

Möglicherweise deutet so eine nimmermüder Schreihals auf einen
später sehr quirligen Charakter mit hohem Bewegungsdrang hin.

Bei unseren Kindern passt das jedenfalls sehr gut zusammen.
-> ein ewiger Schreihals , später absoluter Spring-ins-Feld
-> Tochter fast nie geschrien, jetzt sehr ruhig,eher Bewegungsfaul
Gruß Uwi

hier eine Frage eines z.T. nervlich angegriffenen jungen
Vaters! (Ja es gibt sie noch in Deutschland)
Also, warum schreit eigentlich der Säugling des Homosapiens?
Klar er will was, ist müde, hat Hunger, die Windel voll, oder
oder.
Aber mir ist kein anderes Säugetier bekannt (junge Vögel
machen auch ziemlich Lärm), dessen Nachwuchs so einen Aufstand
macht. Ich meine das junge Warzenschwein hat auch mal Hunger
etc., und die Mutter versteht das ohne Geplärr! Ist die
Warzenschweinmama etwa die sensieblere Mutter?
Außerdem ist das in der freien Wildbahn doch ein echter
Nachteil. Schließlich war der Mensch in der Frühgeschichte
selbst mal Beutetier. Und wenn dann die Horde im hohen Gras
saß und sich versteckte, und plötzlich meint der jüngste Sproß
er müsste los schreien, dann war die Begeisterung wohl sehr
einseitig, seitens des Jägers!

Eins muß man allerdings dem Menschenbaby lassen, es
entschädigt auch für das Geschrei auf eine Art wie kein
anderes Geschöpf: Es lächelt!

Hat jemand eine Idee???

Also, ich habe gerade unseren absoluten Fachmann zu diesem Thema konsultiert: unseren 4 Monate alten Sohn.
Er lümmelt gerade auf Mamas Schoß rum und war bis vor ein paar Minuten noch angedockt.
Ergebnis: kein bißchen Ambition zum Schreien.
Also scheinen tatsächlich Körperkontakt und Futter der Geheimschlüssel zu sein.
Viel Spaß noch mit Eurem Zwergi
wünschen Stefan und Regina Seiß

Scheinbar war es in der Urzeit kein so großer Nachteil, wenn
Baby lärm gemacht hat. Der Mensch war wohl in den wenigsten
Fällen wirklich ein echtes Beutetier, oder die Evolution
hat in den letzten paar 100T Jahren, wo der Mensch an
Nahrungsspitze gekommen ist, ehemalige Schutzfunktionen
wieder aufgehoben.

Da fallt mir noch was ein: Möglicherweise haben auch Tierjungen schon immer auch zur falschen Zeit geschrien. Die wurden dann nur sehr schnell ausselektiert…

Livia

Hi,

Klar ist Körperkontakt wichtig. Aber ein Baby hört ja nicht
plötzlich auf zu weinen nur weil man es in den Armen hält.
Außerdem hat das kleine Warzenschwein nie die Chance in die
Arme genommen zu werden.

In einigen „Naturvölkern“, wie z.B. den Eipo oder Yanomami (siehe
Eibl-Eibisfeld), werden die Kinder im ersten Jahr den ganzen
Tag am Körper getragen und immer gestillt, wenn sie möchten.
Sie schafen in der Nacht immer an der Seite der Mutter, Grossmutter
oder der Geschwister. Die positive Folge: sie schreien nicht und
sind sehr ausgeglichen.
Die negative Folge: sie werden zu weich. Sie sind später nicht mehr
in der Lage, Grausamkeiten oder Entbehrungen kaltblütig zu erdulden
oder auszuteilen. Der mögliche Grad an Brutalität und Todesverachtung
ist zu gering, um Armeen aufzustellen, die ganze Erdteile überrennen.
Die Gesellschaft erhält ein anderes Pathos :wink:

Also überlege Dir genau, was Du später ernten möchtest :wink:

Eine weitere Strategie, den Körperkontakt herbeizuführen.
Denn: das Baby lächelt nicht wirklich, das ist ein
Trick!

Na das glaub ich nicht, daß es nur ein Trick ist.
Denn mein Sohn lacht mich auch an wenn er gerade von meiner
Frau fest an den Körper gedrückt wird. Er freut sich einfach
mich zu sehen.

Ein Trick. Dein Sohn hat keine eine Vorstellung von „Vater“.
Das „Lächeln“ ist imho eine evolutionäre Anpassung an die
menschlichen (Erwachsenen-) Verhaltensgewohnheiten. „Lächelt“
er, erhält er Körperkontakt und/oder einen entspannte(n)
Ressourcenspender. Er weiss das alles aber noch nicht :wink:

PS: Vielleicht ist es aber auch gerade umgekehrt! Kommt ein
Löwe wirklich näher wenn so eine kleine Sirene aus vollem Hals
schreit?
Wenn ich Löwe wäre würd ich eher abhauen … :wink:))

Das Schreien hat sich imho auch so entwickelt, dass
es sehr „unangenehm“ wirkt und „antisoziale Urteile“
über den „Verantwortlichen“ hervorruft, wenn nicht
darauf reagiert wird. Daher erzeugt das Baby faktisch
„sozialen Druck“. Das weiss es natürlich auch nicht :wink:

Grüße

CMБ

Hallo,

Scheinbar war es in der Urzeit kein so großer Nachteil, wenn
Baby lärm gemacht hat. Der Mensch war wohl in den wenigsten
Fällen wirklich ein echtes Beutetier, oder die Evolution
hat in den letzten paar 100T Jahren, wo der Mensch an
Nahrungsspitze gekommen ist, ehemalige Schutzfunktionen
wieder aufgehoben.

Da fallt mir noch was ein: Möglicherweise haben auch
Tierjungen schon immer auch zur falschen Zeit geschrien. Die
wurden dann nur sehr schnell ausselektiert…

genau das meine ich ja.
Wer schreit und deswegen gefressen wird, hat keine Zukunft
(so ist es eben in der Natur).

Bleibt die Ahnung, daß es bei den Schreihälsen nicht kritisch ist,
weil eben kein Jäger leicht rankommt oder es gar nicht erst versucht.
Gruß Uwi