Oxidation und Reduktion

Von: , Frage gestellt am Mo, 22. Nov 2004

Ein herzliches Hallo an alle!

wir haben in der Schule ein für mich noch undurchschaubares Thema in Chemie und ich hoffe das mir hier irgendwer auf die Sprünge helfen kann. Wir sollen aus einer gegebenen Angabe z.B.
FeCl3 + H2S ist nicht gleich S + Fe nun die Gleichung schreiben. In die erste Zeile sollen die Oxidation und in die zweite die Reduktion kommen, dann kommt unter die beiden ein Strich und wir sollen dann den Redox herausfinden. Die Redoxgleichung brauchen wir nicht zu können. Nur bis dahin. Ehrlich gesagt blick ich nicht durch und verstehe nicht die Verteilung. Und vor allem Verstehe ich auch nicht, warum in der Oxidationsreihe und Reduktionsreihe die Cl bzw. H2 nicht weiter erscheinen. Wie kann ich dadrauf kommen oder wie soll ich das wissen. Wenn mir hier jemand weiterhelfen kann, dann wäre ich echt sehr froh. Ich verkopfe mich damit schon einige Tage.

Vielen Dank schon Mal
Petra

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 18 Minuten 0 hilfreich
    Re: Oxidation und Reduktion

    Hallo Petra,

    mir scheint da müsste man erst mal die Begriffe Oxidation und Reduktion erklären. Oder besser noch, die Wertigkeiten der einzelnen Atome in deinen Verbindungen.
    Also zuerst einmal handelt es sich bei Redoxreaktionen immer um eine Reaktion, bei der sich die Wertigkeit einzelner Elemente erhöht bzw. erniedrigt. Bei einer Verringerung der Oxidationszahl handelt es sich um eine Reduktion, bei einer Erhöhung um eine Oxidation. Da niemals eine dieser beiden Reaktionen getrennt ablaufen kann, bedeutet das, dass eine Reduktion und eine Oxidation immer gemeinsam vorkommen - daher der Name Redox-Reaktion.
    Nun zu deinem Beispiel. Du musst zuerst einmal die Wertigkeit der einzelnen Elemente in den Verbindungen ermitteln. Wie das funktioniert schlägst du am besten in deinem Chemiebuch nach. Jedenfalls hat das Eisen im FeCl3 die Wertigkeit +3, und in reinem Fe die Wertigkeit 0. Das heißt, die Wertigkeit verringert sich und es handelt sich um eine Reduktion. Wenn du nach dem gleichen Prinzip vorgehst kannst du leicht ermitteln, welches Element oxidiert wird und wie sich die Wertigkeiten verändern.

    Viel Spaß beim rumprobieren

    Sven [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 6 Stunden 1 hilfreich
    Aufstellen einer Redoxgleichung

    Hi Petra.
    Um diese sehr wichtigen Grundsätzlichkeiten zu verstehen, wirst Du wohl um ein Buch nicht herumkommen, aber ich kann gerade nicht schlafen und versuche mal, Dir das etwas näher zu bringen.
    Unter einer Oxidation versteht man die Abgabe von Elektronen (aus dem Atom bzw. Molekül, das oxidiert wird, an das Oxidationsmittel, welches diese Elektronen formal aufnimmt und dabei reduziert wird). Eine Reduktion ist v.v. die Aufnahme von Elektronen.
    REDuktion und OXidation finden immer gleichzeitig statt und durch Redoxgleichungen versucht man, das zu beschreiben. Der Übersichtlichkeit halber, trennt man allerdings gerne Oxidations- und Reduktionsreaktion.
    Bsp.: Oxidation: Fe -> Fe2+ + 2e-
    (sprich ein Eisenatom wird zum Eisen-II-Ion oxidiert, hat 2 Elektronen weniger, die vom Oxidationsmittel aufgenommen werden). Gleichzeitig findet also die Reduktion des Oxidationsmittels statt, z.B. Reduktion: S + 2 e- -> S2- (Schwefel, das Oxidationsmittel hier, nimmt zwei Elektronen auf und wird zum Sulfid-Ion reduziert.
    Unter der Oxidationsstufe oder Oxidationszahl (römische Ziffern, wie eben beim Eisen)) versteht man formal die Anzahl der Elektronen, die dem Atom von seiner ursprünglichen Anzahl fehlen, oder hinzugekommen sind. Zur Festlegung der Oxidationszahl betrachtet man eine Verbindung und zerlegt sie formal in Ionen.
    Bsp. NaCl (Natriumchlorid, also Kochsalz) besteht aus einem Na-Ion und einem Chlorid-Ion. Um zu entscheiden, welches Vorzeichen (+/-)die Ladung der Ionen hat, zieht man die Elektronegativität der entsprechenden Elemente zu Rate. Die Elektronegativität ist prinzipiell das Bestreben einer Atomsorte, Elektronen an sich zu ziehen und wird durch eine dimensionslose Zahl angegeben. Die Elektronegativität nimmt bei den Hauptgruppenelementen im PSE von links nach rechts und von oben nach unten zu. So ist Cäsium (Cs) das elektropositivste (0,7) und Fluor das elektronegativste Element (4,0).
    Bei Na (0,9) und Cl (3,0) sieht man gleich, das Chlor das elektronegativere Element ist, also Ionenladung negativ: Cl-.
    Die andere Frage ist, wieviel Elektronen nun ausgetauscht werden. Das ist nicht unbedingt immer auf den ersten Blick vorauszusagen, aber einen guten Anhaltspunkt liefert das Konzept der Edelgaskonfiguration.
    Edelgase (also He, Ne usw.) sind deshalb so edel, weil sie eine energetisch sehr günstige Elektronenkonfiguration haben und daher ist auch eine Triebkraft für Reaktionen die, das die beteiligten Atome durch Elektronenaufnahme oder Abgabe diesen günstigen elektronischen Zustand, also die sog. Edelgaskonfiguration, erreichen. Wenn Du Dir in einem PSE (Periodensystem der Elemente) mal Natrium betrachtest, siehst Du, daß es genau ein Elektron mehr hat als Neon. In der Tat ist Natrium auch recht leicht zum Na+ (also "Na-I") zu oxideren, hat dann eben ein Elektron weniger und die gleiche Elektronenkonfiguration wie Neon, also Edelgaskonfiguration. Wenn Du mal beim Chlor schaust, fällt auf, das Chlor genau ein Elektron weniger hat als Argon (auch ein Edelgas). Was passiert also? Chlor nimmt sehr leicht ein Elektron auf und hat dann so viele, wie Argon. Das dies energetisch günstig ist, kann man auch recht anschaulich darstellen, wenn man Natrium und Chlor zusammenbringt.
    Wie stellt man jetzt systematisch eine Reaktionsgleichung auf?
    Zuerst siehst Du Dir die gesamte Gleichung an, z.B.
    Na + 1/2 Cl2 -> NaCl (1/2 Cl2 daher, weil Chlor, wie die meisten Gase, als zweiatomiges Molekül vorliegt).
    Du siehst Dir die Oxidationsstufen der Edukte und Produkte an (die Edukte Na und Chlor haben erstmal ihre ursprünglichen Elektronenkonfigurationen, das sie elementar vorliegen, also jeweils die Oxidationsstufe 0), wobei das Produkt ja schon beschrieben wurde.
    Nun stellst Du die Oxidationsreaktion getrennt von der Reduktionsr. auf, nämlich
    Ox.: Na -> Na+ + 1e-
    Red.: 1/2 Cl2 + 1e- -> Cl- zusammengeschrieben ergibt das
    -----------------------------
    Na + 1/2 Cl2 + 1e- -> Na+ + 1e- + Cl- 1e- tritt auf beiden Seiten auf, kann weggekürzt werden, es bleibt
    Na + 1/2 Cl2 -> Na+ + Cl- (oder kurz NaCl)

    Bei komplizierteren Reaktionen muß man auch einen sog. Ladungsausgleich (mit H+ oder OH-) bzw. einen Stoffausgleich vornehmen (meist mit H2O) usw., aber erst mal nur so weit.
    Hoffe, Du kommst damit ein bißchen weiter.
    Frag' mal nach, was noch unklar ist.
    Grüße,
    Grünblatt

  3. Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
    Re: Oxidation und Reduktion

    Hallöchen!

    also eure Aussagen haben mir sehr viel weiter geholfen und ich möchte euch allen recht herzlich dafür danken, sollte ich während meiner Ausarbeitung noch Probleme bekommen, so nehme ich euer Angebot einer weiteren Nachfrage gerne in Anspruch! Das ist ech ganz lieb von euch und vor allem waren die Antworten schnell da! Das hat mich sehr gefreut. Also bis bald

    Gruß Petra

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!