heute las ich im „hamburger abendblatt“ in der rubrik „aus aller welt“, dass in der türkei (kayseri) ein zehnjähriges kind von einem ausgehungerten wolf angefallen und getötet wurde. der wolf sei dem kind an die kehle gesprungen und habe ihm einen arm abgerissen berichten augenzeugen.
nun die frage: ich war immer davon ausgegangen, dass sich die berichte über tötungen von menschen durch wölfe bei genauerem hinsehen als märchen herausstellen und dass kein fall bekannt ist, wo belegbar menschen von wölfen gefressen wurden.
was stimmt denn nun eigentlich?
liebe grüße
burkhard
ohne jetzt die genaueren Hintergründe zu kennen: die Wahrscheinlichkeit, dass es sich anstatt um einen Wolf um einen streunenden Hund gehandelt hat, ist vermutlich recht groß:
Wölfe sind scheu
Wölfe leben meistens in Rudeln, nicht einzeln
es gibt dort bestimmt viel mehr streunenden Hunde als Wölfe
Vielleicht war der „Wolf“ krank und konnte keine richtige Beute machen. Oder das Kind hat ihn beim Fressen gestört.
ohne jetzt die genaueren Hintergründe zu kennen: die
Wahrscheinlichkeit, dass es sich anstatt um einen Wolf um
einen streunenden Hund gehandelt hat, ist vermutlich recht
groß:
Wölfe sind scheu
Wölfe leben meistens in Rudeln, nicht einzeln
es gibt dort bestimmt viel mehr streunenden Hunde als Wölfe
Vielleicht war der „Wolf“ krank und konnte keine richtige
Beute machen. Oder das Kind hat ihn beim Fressen gestört.
…oder es war eine Wölfin mit Jungen (wann werfen die??), oder es war ein Wolf in schlechter Laune, oder es war ein Wolf, der gerne Stallhühner, -ziegen oder anderes frass, weil er entdeckt hate, wie leicht die zu erlegen sind, und der dann die Scheu vor Menschen verloren hat, oder…
Ohne die genauen Umstände zu kennen, ist da glaub ich keine abschließende Aussage zu machen. Ich schau mich mal um!
Aber warum sollen das immer Märchen sein? Ein Wolf ist auch nur ein Lebewesen und da wir die Umstände nicht kennen, weswegen er zugeschnapp hat, muss man ja nicht immer davon ausgehen das es sich hier um ein „Märchen“ handelt.
Durch uns Menschen hat doch kaum noch ein Tier seinen gewohnten Lebensraum, schaut euch mal bei uns die Wildschweine an, die sind in Gärten zufinden, die Eisbären laufen durch Strassen und die Wölfe sieht man auch immer mehr in Stadtnähe.
Da wird das Tier Hunger gehabt haben( im Bericht stand etwas von Knochen) und seine Beute verteidigt haben.
Oder das Kind ist vor ihm weggelaufen und gestürzt.Normales Beute verhalten.
Soll jetzt nicht heissen, das mir der Kleine nicht leid täte.
Manu
nee, kann ja sein. Ich habe auch kein moralisches Problem mit einem Vieh, das sich einen Menschen krallt. Nur allzu verständlich. *g*
Es ist nur so, dass es seit spätestens den siebziger Jahren Versuche von Wolfsforscherseite aus gibt, das Image des blutrünstigen Wolfes zu revidieren. Dabei wird immer darauf verwiesen, dass die menschenfressenden Fälle nie bestätigt wurden. Wenn es nun aber doch der Wahrheit entspricht, ist die Argumentation doch stark geschwächt.
Wie gesagt, ich hätte auch nix gegen Menschenfresser im Wald. Man muss sich dann eben anders verhalten beim Spazierengehen (kugelsichere Weste, Schnellfeuerwaffen, Siegfried und Roy mitnehmen etc.) Aber es gibt ja immer noch genug Leute, die aus so etwas die Legitimation ziehen, alles abzuknallen, was kreucht und fleucht. Es ist jetzt schon schwer genug, die paar Wölfe, die sich zum Glück wieder nach Westen ausbreiten, vor schießwütigen Jägerärschen zu schützen.
Hallo, Burkhard!
Ich kann mir schon vorstellen, dass auch ein Wolf mal so extrem hungrig ist, dass er seine natürliche Scheu vor Menschen vergisst und sich am Rande der Zivilisation eine leichte Beute sucht. In Ausnahmesituationen machen Lebewesen ungewohnte Dinge, frag mal nach, was Leute in den Hungerjahren nach dem Krieg alles gegessen haben (oder hätten, wären sie drangekommen).
Das widerspricht m.E. nicht der grundsätzlichen Tatsache, dass Wölfe im Allgemeinen scheue Tiere sind, die die Nähe zum Menschen meiden. Wolfsforscher sind m.M.n. nur darauf bedacht, das Märchen vom ewig bluthungrigen „Rotkäppchenfresser“ auszuräumen. Das ist ja auch wirklich Blödsinn.
Es ist nur so, dass es seit spätestens den siebziger Jahren
Versuche von Wolfsforscherseite aus gibt, das Image des
blutrünstigen Wolfes zu revidieren. Dabei wird immer darauf
verwiesen, dass die menschenfressenden Fälle nie bestätigt
wurden. Wenn es nun aber doch der Wahrheit entspricht, ist die
Argumentation doch stark geschwächt.
Ausnahmen bestätigen die Regel. In „Das Quark und der Jaguar“ steht sehr überzeugend, warum das genau so ist und sein muss.
ich kann nur immer wieder von Rumänien berichten, wo Menschen und ‚Großraubtiere‘ (Bär und Wolf haben dort die größten Populationen Europas) völlig unbeeinträchtigt nebeneinander leben. Dort ist meines Wissens kein einziger Fall dokumentiert, daß diese Viecher einen Menschen getötet hätten. Sie vergreifen sich zwar mal an weidenden Haustieren oder holen im Winter mal ein Schaf oder ein Schwein aus dem Stall (Bär), aber sie gehen dem Menschen aus dem Weg.
Was ich aber selbst erlebt habe, daß Hütehunde sich in der Aggressivität und Gefährlichkeit offenbar ihrer Umgebung anpassen. In Rumänien gelten diese als wesentlich gefährlicher als Wolf oder Bär. Ich habe mal erlebt, daß ein Rudel Hirtenhunde aus einer Entfernung von etwa einem Kilometer wild bellend auf uns zugesprintet kam und uns massiv bedrohte. Bis die Hirten sie zurückpfiffen.
Wer noch was für den Urlaub 2005 sucht, dem kann ich Rumänien mit dem BN nur empfehlen. Der Reiseleiter D. Gross ist selbst gebürtiger Siebenbürger und seit Jahren in D als Forstbeamter tätig. Was für mich wichtig ist: er stellt viel Kontakt zu den ‚kleinen Leuten‘ her und schaut drauf, daß die am Ökotourismus auch ein bisserl mitverdienen.
vielen Dank für Deine Bemerkungen. Ich habe mal eine Monographie über Tiger gelesen. Da waren die verschiedenen berichteten Fälle von Menschenfressern analysiert. Es handelte sich jedes Mal um Tiere, die in irgendeiner Form geschwächt waren (Gebiss kaputt oder eingeschränkt in der Bewegung etc.). Die haben auch nicht beim ersten Mal sich gleich auf das Futtern von Menschen spezialisiert, sondern es gab erst einen „Unfall“, jemand kam ihnen zu nah und wurde getötet. Erst im Verlaufe mehrerer solcher Unfälle kommen die Tiere auf die Idee, den Menschen als Fresschen zu betrachten. Und Menschen sind ja auch leicht zu jagen…
Ausnahmen bestätigen die Regel. In „Das Quark und der Jaguar“
steht sehr überzeugend, warum das genau so ist und sein muss.