Iris/Pupille

Hi,

ich stehe auf dem Schlauch - auch Webseiten sind widersprüchlich. Was ist die Pupille und was die Iris? Wenn die Iris die Blende des Auges ist (Muskelgewebe, das sich zusammenzieht und entspannt), dann ist die Pupille _das Loch_? Also gibt es eigentlich gar keine Pupille!? Oder ist es doch etwas anderes? *Hilfe*

Gruß
datafox

zum besseren Verständnis kannst Du das Objektiv eines optischen Gerätes nehmen.

Pupille = Linse

Iris = Fassung

Ein Objektiv besteht grundsätzlich aus einer mehr oder minder großen Anzahl von Linsen und einer Fassung, d.h. salopp gesagt der Halterung für die Linsen. Es wird manchen verwundern, daß „für das bißchen Glas“ sooo schrecklich viel Geld verlangt wird. Zwar will ich nicht unbedingt eine Lanze für die Hersteller brechen, denn die Preiserhöhungen in den letzten 10 Jahren waren zum Teil schlicht unverschämt, aber doch sollte man auch würdigen, daß es sich um Präzisionsteile handelt: Die Linsen, von denen teilweise 15 oder mehr in einem Objektiv stecken, sind schließlich kein billiges Fensterglas sondern optische Präzisionsteile, die mitunter aus exotischen und damit sehr teuren Gläsern hergestellt sind.

Von der Fassung sieht man kaum mehr als das zylindrische Äußere. Trotzdem verbirgt sich dahinter eine ziemlich komplizierte Feinmechanik. Denn in modernen Zoom-Objektiven müssen sowohl bei der Änderung der Brennweite als auch der Entfernungseinstellung gleich mehrere Linsengruppen mit hoher Genauigkeit gegeneinander in komplizierten Bewegungen verstellt werden. Auf der anderen Seite wird jemand, der die Preise für eine ganz normale Brille kennt, überrascht sein, wieso preisgünstige Objektive so billig sein können, wie sie nun einmal sind. Denn so preistreibende Details wie die bei Brillen angebotene Superentspiegelung sind bei Objektiven schon seit langen Jahren absoluter Standard, und zwar bei qualitativ hochwertigen Objektiven für jede enthaltene Linse.

Gruß

Merkur

zum besseren Verständnis kannst Du das Objektiv eines
optischen Gerätes nehmen.

Pupille = Linse

Iris = Fassung

hi :smile:

aber da wo die pupille ist, ist gar keine linse im auge, wenn ich den zeichnungen glauben schenken darf! die linse sitzt dahinter im auge.

die pupille entspricht nicht der linse sondern der blende - oder nein, auch falsch, die iris ist die blende und die pupille das loch? guck dir die bilder doch mal an! wie ich auf das ganze komme: durch den kaulauer „welches körperteil wächst bei erregung um das hundertfache“. es scheint mir so, als gäbe es gar kein körperteil namens pupille! kann man blendenlöcher von olympus kaufen? oder nur nikon? :smiley:

oder ist das falsch und „Pupille“ bedeutet was ganz anderes?

gruß
datafox

Pupille = Linse

Iris = Fassung

Nein!

Hallo datafox,

aber da wo die pupille ist, ist gar keine linse im auge, wenn
ich den zeichnungen glauben schenken darf! die linse sitzt
dahinter im auge.

So ist es.

die pupille entspricht nicht der linse sondern der blende -
oder nein, auch falsch, die iris ist die blende und die
pupille das loch?

Exakt. Die Iris oder „Regenbogenhaut“ (die Iris bestimmt die Augenfarbe) ist die Blende des Auges. Sie _ist_ jedoch _kein_ Muskelgewebe, sondern das Auge „verstellt“ die Iris je nach Menge des einfallenden Lichts _mit Hilfe von_ speichenartigen Muskeln, die ringförmig in die Iris eingebettet sind.

Jede optische Blende hat den Zweck, eine Öffnung variabler Größe bereitzustellen. Beim Auge nennt man diese Öffnung – das „Sehloch“ – Pupille. Man erkennt sie äußerlich als schwarzen Kreis in der Mitte des farbigen Bereichs. Dieser Bereich ist die Iris.

Das Äquivalent zur Linse bei der Fotokamera ist beim Auge übrigens – Merkur wird’s nicht glauben – die Linse.

das ganze komme: durch den kaulauer „welches körperteil wächst
bei erregung um das hundertfache“. es scheint mir so, als
gäbe es gar kein körperteil namens pupille!

Korrekt.

kann man blendenlöcher von olympus kaufen? oder nur nikon? :smiley:

Eine Frage für’s Philosophiebrett :wink:. Blenden kann man kaufen, ölen, anfassen, reparieren, wegwerfen etc. Mit Blenden_öffnungen_ kann man das alles nicht; sie besitzen lediglich eine Größe – aber die ist entscheidend.

Mit freundlichem Gruß
Martin

2 „Gefällt mir“

Hi,

ich stehe auf dem Schlauch - auch Webseiten sind
widersprüchlich. Was ist die Pupille und was die Iris? Wenn
die Iris die Blende des Auges ist (Muskelgewebe, das sich
zusammenzieht und entspannt), dann ist die Pupille _das Loch_?
Also gibt es eigentlich gar keine Pupille!? Oder ist es doch
etwas anderes? *Hilfe*

so gesehen nicht, richtig. Die Pupille ist das, wo nix ist. Das schwarze Loch im Auge. Ich denke, es musste einen Namen erhalten, weil die Größe variabel ist. Das ist dann aber auch alles.
Die Iris ist alles „mit Farbe“.

LG,
Cess

Mit
Blenden_öffnungen_ kann man das alles nicht; sie besitzen
lediglich eine Größe – aber die ist entscheidend.

insofern hat es dann doch einen sinn, von einer pupille zu sprechen! ob sie existiert - naja, zumindest nicht als „körperteil“ (was diesen witz als sinnlos erweist).

welche größen kann die pupille jetzt denn wirklich haben? ist es wirklich das hundertfache von ganz klein bis offen? das kommt mir doch etwas zu viel vor. aber: manchmal sieht man im fernsehen aufnahmen von menschen in totaler dunkelheit (mit einem nachtsichtgerät). die pupille ist dann fast so groß wie das ganze auge.

gruß
datafox

Hallo,

welche größen kann die pupille jetzt denn wirklich haben? ist
es wirklich das hundertfache von ganz klein bis offen?

Das kommt schon ungefähr hin. Der Durchmesser muß sich dazu ja „nur“ verzehnfachen, das geht so zw. 0.6-6 mm. Vergleich ist gleißendes Sonnenlicht und volle Dunkeladaption.

Gruß
Jochen

Der Durchmesser muß sich dazu ja
„nur“ verzehnfachen, das geht so zw. 0.6-6 mm.

ja, hast ja recht. wenn mans als fläche sieht!

ergibt bei 17mm brennweite (google) 2,8 - 28? das is ja wie ein fotoapparat :smiley:

gruß
datafox

Ich weiß nicht, wo du diese Info her hast:

ergibt bei 17mm brennweite (google) 2,8 - 28? das is ja wie
ein fotoapparat :smiley:

Aber da ist anzumerken, daß die Linse im Auge kein starres Gebilde ist. Die Brennweite ist variabel, das nennt sich Akkomodation. Die Fokussierung erfolgt hier nicht wie bei der Kamera über den Abstand zur Bildebene, sondern über die Brennweitenverstellung der Linse: Ein Muskelring zieht die Linse flach.

Grüße,
Jochen

Hallo Jochen,

welche größen kann die pupille jetzt denn wirklich haben? ist
es wirklich das hundertfache von ganz klein bis offen?

Das kommt schon ungefähr hin. Der Durchmesser muß sich dazu ja
„nur“ verzehnfachen, das geht so zw. 0.6-6 mm. Vergleich ist
gleißendes Sonnenlicht und volle Dunkeladaption.

die Pupille kann den Lichtstrom nur im Verhältnis von etwa 1 : 16 ändern, entsprechend einer Änderung im Durchmesser von ca. 1 : 4 (minimaler Durchm. ca. 1.5–2 mm, maximaler ca. 6–8 mm). Der „Dynamikumfang“ in der Lichtintensität, d. h. der Unterschied zwischen schwächstem Dämmerlicht und hellstem Sonnenschein, mit dem das System Auge zurechtkommt, liegt jedoch bei ca. 1 : 109 (!). Das Auge kann dies leisten, weil es die Hell-Dunkel-Adaptation über mehrere Mechanismen bewerkstelligt. Über die Veränderung der Pupille werden nur „schnelle“ Änderungen in der Helligkeit ausgeregelt; für „langsame“ Änderungen spielt die unterschiedliche Empfindlichkeit von Stäbchen und Zäpfchen, die von der Beleuchtung abhängende Sensitivität der Rezeptoren, und verschiedene, mit der Lichtintensität variierende fotochemische Verstärkereffekte und Reaktionsgeschwindigkeiten des Sehpurpurs eine Rolle. Wenn ein Auge dunkeladaptiert, tut es also quasi das, was ein Fotograf tut, wenn das Licht so schwach ist, daß er trotz maximal geöffneter Blende kein brauchbares Bild mehr herausbekäme: Er tauscht den Film gegen einen empfindlicheren aus.

Mit freundlichem Gruß
Martin

PS @datafox: Die Angabe „hundertfach“ bezogen auf die Pupille ist egal mit welcher Interpretation (Durchmesser/Fläche) nicht realistisch. Der Autor des Witzes hat da einfach (unwissentlich?) übertrieben.

1 „Gefällt mir“

wenn das Licht so schwach ist, daß er trotz
maximal geöffneter Blende kein brauchbares Bild mehr
herausbekäme: Er tauscht den Film gegen einen empfindlicheren
aus.

oder einfach länger belichten :wink: da das auge aber eine videokamera ist, kann sie nicht länger als 1/25 sek (?) belichten und schraubt - wie eine videokamera - die sensorempfindlichkeit rauf. die farben sind dann weg - das bild wird „schlecht“. anscheinend haben nachtaktive tiere da bessere technologien: katzen, eulen?

gruß
datafox

oder einfach länger belichten :wink: da das auge aber eine
videokamera ist, kann sie nicht länger als 1/25 sek (?)
belichten

Na ja, eine echte Belichtungszeit wie beim Fotoapparat gibt es beim Auge nicht. In die Pupille fällt kontinuierlich Licht ein (von durch Lidschläge bedingten Unterbrechungen abgesehen). Die 1/25 s sind bloß die Auflösungszeit. Damit ist das Zeitintervall gemeint, mit dem viele hintereinander gezeigte Bilder (Kinofilm) aufeinanderfolgen müssen, damit sie zu einer als fließend wahrgenommenen Bewegung verschmelzen.

anscheinend haben nachtaktive tiere da
bessere technologien: katzen, eulen?

Ja, die sind mit speziellen Extras getunet :wink:. Bei Katzen ist der Augenhintergrund mit einer reflektierenden Schicht ausgekleidet, die wie ein Spiegel hinter der Netzhaut Licht auf die Sehzellen zurückwirft (dadurch kommt dann auch das typische Leuchten von Katzenaugen bei Nacht zustande). Außerdem können sich ihre Pupillen besonders weit öffnen, und sie haben auf Kosten des _Farben_sehens relativ wenige Zäpfchen und viele Stäbchen. Das alles dient dem Zweck, daß die Samtpfoten auch bei äußerst schwachem Licht noch sehen können.

Mit freundlichem Gruß
Martin