ich habe gelesen, dass das autofahren durch bedingte reflexe funktioniert. schalten, kuppeln lenken usw. das gehen ist auch ein automatisierter ablauf bzw. ein bedingter reflex. wie kann ich mir das genau vorstellen? habe ich eine sammlung von gespeicherten bewegungen, die ich bei bedarf abrufen kann? dann sind ja alle bewegungen, die ich öfter mache, bedingte reflexe. beim autofahren kann ich mir das mit dem kuppeln und schalten als reflex gut vorstellen. bloß beim lenken denke ich doch, dass diese bewegung bewußt abläuft. schalten und kuppeln ist ja immer gleich. aber beim lenken gibts doch große und kleine kurven. das lenken ist doch sehr kompliziert. kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich reflexartig geschieht.kann mir jemand eine erklärende antwort geben?
Hallo.
Die Beschreibung aus Deinem Posting ist durchaus richtig: irgendwo im Gehirn gibt es eine Region die einen unbewusst die Dinge ausführen lässt die das Individuum z.B. Auto fahren lässt. Dazu hilft ein Zusammenspiel der verschiedensten Ebenen: Unterbewusstsein, Erinnerungsvermögen, die ‚rechte‘ Hirnseite, die Zone für die Reflexe (hm, sitzt die nicht in den Nerven ?)… Der Volksmund sagt ja so schön, dass einem das Auto fahren ‚in Fleisch und Blut‘ übergegangen ist. Ausserdem wäre es beim Fahren ziemlich störend dauernd nachdenken zu müssen, WAS und WIE etwas zu tun ist
Obwohl man das unbewusste Handeln durchaus als schnelle Folge von Denkprozessen und deren Resultat auffassen kann… Das beste Beispiel ist immer die Muttersprache: wer denkt schon darüber nach, warum jetzt ein Dativ folgt und kein Akkusativ ? Alternativ kann man ja mal einen Finger in eine Flamme halten und warten bis das ‚Hirnkasterl‘ antwortet 
HTH
mfg M.L.
Hallo Sebastian: Die Stichworte sind implizites Lernen (= vernetztes Denken, Handeln, „spontan“) scheinbar unbewusstes Handeln; und explizites Lernen (logisch, sachlich, nachvollziehbar) bewusstes Handeln. Im Hirn gibt es Teile die auf implizites Lernen, Handeln eingestellt sind und Hirnteile für das explizite … Das implizite Handeln geht schneller (= intuitiv) und wird vom Hirn da eingesetzt wo es repetitive Handlungen (Autofahren) gibt die schnell ausgeführt werden müssen. Im Buch „Lernen“ von Manfred Spitzer findest Du mehr darüber. Gruss
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danke für die antworten. aber die ausführung dieser reflexe bzw. automatismen steuer ich doch bewußt oder nicht? ich entscheide doch, ob ich links oder rechts rum fahre. ob ich schneller fahre, oder langsamer. es gibt doch auch verschiedene arten wie ich das lenkrad festhalte. wie gesagt, beim lenken wäre ich mir nicht so sicher, ob das auch wirklich reflexe sind. schalten und kuppeln ist ja eindeutig. wie schon gesagt, demnach sind ja denn fast alle unsere bewegungen automatisiert und die reflexe werden bewußt auf „knopfdruck“ ausgelöst. hab ich das so richtig verstanden?
hab mal zum bsp. tischtennis gelesen, dass man nur noch bewußt entscheidet, ob man den ball nach links oder rechts spielt. die bewegung dazu folgt automatisch. ähnlich müsste es bei allen anderen sportarten auch sein.
mfg sebastian
Hallo.
die bewegung dazu folgt automatisch. ähnlich müsste es bei
allen anderen sportarten auch sein.
Natürlich. Aber irgendwann wird dieser Prozess reflexartig stattfinden, vor allem weil es viel schneller geht als auf die grauen Zellen zu warten. Speziell in gewohnten Situationen übernimmt mehr das Nervensystem (im Rückenmark) die Kontrolle über die Aktionen.
HTH
mfg M.L.
Hi Sebastian,
ich habe gelesen, dass das autofahren durch bedingte reflexe
funktioniert
ob man das Reflexe nennen kann/soll/darf möchte ich nicht beurteilen.
Diese Dinge sind ‚verinnerlicht‘ und laufen bei ‚normaler‘ ABfolge mehr oder weniger halbbewust ab. Du weißt, daß Du Auto fährst, mußt Dir aber nicht über jedes Detail Gedanken machen, was Du als Fahranfänger sehr wohl mußtest.
Was da abläuft ist ein mehr oder weniger automatisiertes Programm, in das Du jederzeit bewust eingreifen kannst. Vielleicht ist es Dir schon mal passiert, daß Du Auto gefahren bist und über etwas nachgedacht hast. Plötzlich bist Du aus den Gedanken gerissen worden, weil irgnd was unerwartetes passierte und Du hast Dich gewundert, daß Du schon in B-Dorf bist. In derZeit, wo Dein Bewustsein mit Nachdenken beschäftigt war, hat Dein Autofahrprogramm die Routine übernommen.
Ähnlich geht es auch bei anderen erlernten und gut geübten Handlungen.
Gandalf
hi sebastian,
ich weiss nicht, ob ich meine unterscheidung implizit/explizit nenne würde, aber sie ist ähnlich wie die von paul…:
nimm’ als beispiel die div. kampfkünste; dort geht es gerade darum dem bewussten logischen denken durch mühevolles üben die arbeit der handlungsführung beim ausführen eines schlages zb. zu ersparen, das bewusste logischen denken wäre eh’ viel zu langsam, energieaufwendig etc.; stattdessen hast du ein muster im hirn das deine bewegung steuert und dir bleibt zeit für die wichtigen dinge im leben…zb. zu beobachten was dein gegner macht…aber evtl. ist selbst dieses beobachten schon wieder so automatisiert…
gut funtkionieren tut das meines wissens nach nur bei kindern um die 6-7-8, wo wohl diese neuronalen verbindungen sehr viel leichter geschaffen werden können, als bei erwachesenen…
hth,
stefan
erstmal danke für eure antworten!! also wenn ich nochmal zusammenfassen darf: alle gewohnte bewegungen werden im hirn sozusagen abgespeichert und können abgerufen werden. und beim autofahren schalte ich das „Programm“ selbst an und kann darauf einfluss nehmen, zb entscheiden welcher gang, geschwindigkeit, beschleunigen, abbremsen, die richtung usw.
das mit dem hier geschilderten in gedanken sein, ist mir schon oft nicht nur beim autofahren passiert. wenn man sich plötzlich irgendwo wiederfindet, wo man gar nicht hinwollte. *g* genauso müsste es ja auch bei anderen bewegungen sein, zb radfahren, motorrad fahren im prinzip jede bewegung die man mehr als einmal durchführt oder? dann gäbe es ja bei uns kaum noch neue bewegungen. fast alle alltagsbewegungen bzw abläufe wären reflexe oder automatismen.
mfg sebastian