Gibt es eine Substanz, die den Geruch von Naphtalin (ein altes Insektenschutzmittel) neutralisieren kann?
Ich habe eine alte schöne Reisetruhe, darin wurden irgendwann mal Textilien aufbewahrt und mit Naphtalin gegen Motten geschützt. Der Geruch ist in der Truhe hängengeblieben, er ist sehr stark und unangenehm. Ich könnte mir vorstellen, ein Säckchen mit irgendetwas hineinzulegen und immer wieder erneuern - analog zu Silikaten gegen Feuchtigkeit.
Für weiterführende Tips dankbar,
Pipo
p.s. das habe ich über Naphtalin gefunden:
Naphtalin (pers.-griech.), C10H8, bei der Verkokung von Steinkohle anfallende weiße, stark riechende Kristalle aus zwei kondensierten Benzolringen; früher verwendet für die Herstellung von Mottenkugeln, noch heute wichtiges Ausgangsprodukt zur Synthese organ. Stoffe.
neben intensivem Lüften, was allerdings (fast) ewig dauern kann, hilft es manchmal(!) Katzenstreu (das Zeug, daß man für die Pinkelkiste von Katzen nimmt) in die Kiste zu füllen und abzuwarten.
Idealerweise wird das Zeug direkt reingetan und etwas eingearbeitet, damit es einen direkten Kontakt zum Kistenmaterial hat.
Achte aber darauf, daß das Streu selber nicht riecht, sonst treibst Du den Teufel mit dem Belzebub aus.
Noch besser wäre sog. Adsorbermasse, die von Feuerwehren zum Aufnehmen von Chemikalien verwendet wird, aber da kommt man nicht so ohne weiteres dran. Vielleicht mal bei einer Autowerkstatt lieb fragen, die nehmen so was um Öl etc. aufzunehmen.
Hallo pipo: Bevor ich Dir ungeprüfte Ratschläge erteile, vorerst einige Daten zu Naphthalin. Naphthalin sublimiert und steckt daher ziemlich tief im Holz drin. Schmelzpunkt: 79-81°C; Siedepunkt: 218°C;
Dampfdruck bei 53°C: 1,3 hPa; unlöslich in Wasser; Flammpunkt: 79°C;
Explosionsgrenze: 0,9-5,9 Vol.%; Zündtemperatur: 540°C; gesundheitsschädlich. Möglichkeiten zur Geruchsbeseitigung: Die Innenwände der Truhe mit geschmolzenem Bienenwachs überstreichen und einige Wochen einwirken lassen, danach abschaben und eine neue Bienenwachsschicht auftragen. Bienenwachs riecht angenehm und dürfte das Naphthalin gut absorbieren. Die Truhe mit Warmluft behandeln damit der Dampfdruck des Naphthalin erhöht wird und damit schneller verschwindet, dauert wahrscheinlich ? Tage bis Wochen. Die Truhe mit einem Lack (oder Baumharz) innen behandeln und diesen nach Wochen wieder entfernen, Begründung siehe Bienenwachs. Viel Geduld und Spass. Gruss
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Danke für die Tips (Katzenstreu, Kaffee und Ozon).
Da die Reisetruhe doch recht groß ist (etwa 100x60x40), denke ich, daß der Ansatz mit Ozon vielleicht doch am praktikabelsten ist. Habe recherchiert und bin auf Ozonisatoren für die Aquaristik gestoßen. Dort habe ich auch die Frage gepostet, ob man so ein Ding auch einfach in die Truhe legen kann. Es gibt sie für 30-40 EUR in Ebay. Katzenstreu und Kaffee sind mir irgendwie von der Handhabung her etwas suspekt (wieviel Pfund Kaffee wären das?), außerdem denke ich, daß eine Ozonatmosphäre wirklich in jede Ecke kriecht und auch noch Pilze, Bakterien und was sonst noch alles in der Truhe eingenistet sein mag, zuverlässig vernichtet.
Oder?
Herzliche Grüße,
Pipo
p.s. Falls Ihr es wissen wollt: aus der Truhe wird ein Couchtisch
Da die Reisetruhe doch recht groß ist (etwa 100x60x40), denke
ich, daß der Ansatz mit Ozon vielleicht doch am
praktikabelsten ist.
Na ja…
Ozon stinkt selbst (was aber allein noch kein Problem wäre) und ist sehr stark giftig (auch für Menschen; schon 1 ppm Ozon kann zu Gesundheitsschäden führen), weswegen es in der Aquaristik auch in starker Verdünnung verwendet wird. Eine solche Konzentration vermag aber wahrscheinlich (!) einen stabilen aromatischen Kohlenwasserstoff wie Naphthalin nicht zu oxidieren. Selbst wenn, müssen die Reaktionsprodukte nicht unbedingt unproblematisch sein.
Ozon kann zudem mit einer Vielzahl von Molekülen reagieren (und sie dadurch zerstören), die erhalten bleiben sollten: Farben, Lackierungen, Holz… Zwar wirkt Ozon selbst nicht sehr stark bleichend, die Reaktionsprodukte mit allgegenwärtigen Substanzen (z. B. Wasser) aber schon.
Ich will damit nur sagen, daß die Methode mit Ozon nicht so einfach und elegant sein könnte, wie es anfangs klingt. Jedenfalls ist es mit Aufwand verbunden, da jedenfalls ein abgeschlossener Raum (Plastiktüte?) notwendig sein dürfte.
Ich empfehle eher die unten genannten Vorschläge mit Bienenwachs, Aktivkohle etc…
her etwas suspekt (wieviel Pfund Kaffee wären das?), außerdem
denke ich, daß eine Ozonatmosphäre wirklich in jede Ecke
kriecht und auch noch Pilze, Bakterien und was sonst noch
alles in der Truhe eingenistet sein mag, zuverlässig
vernichtet.
Ja, aber wenn geht nicht auch den Besitzer… Für die Desinfektion ist Ozon gut geeignet, trotzdem geht das mit dem (weniger giftigen) Chlor bzw. Hypochlorit (= Chlorreiniger) auch.
Hi Pipo.
Möchte mich Bernds Vorrede anschließen.
Ozon ist scheißgiftig, laß’ das bloß sein!
Probiere es lieber mit Katzenstreu oder Kaffeepulver oder Febreze…
Wenn es eh ein Couchtisch werden soll, kannst Du die Truhe vielleicht lacken und so versiegeln?
Grüße,
Grünblatt
Ozon ist beim Einatmen giftig das stimmt schon und viele Menschen haben bei erhöhten Werten im Sommer Kopfschmerzen und/oder Übelkeit, aber solange man sich nicht mit dazulegt, sondern das Ganze in einem separaten Raum durchführt und anschliessend gut lüftet macht das gar nichts.
Ich habe selbst ab und an Zimmer mit einer Ozonlampe „ausgeräuchert“.
Alte Laserdrucker und Plasmalampen produzieren eine ganze Menge Ozon und wurden oder werden verkauft.
Ozon wird sogar in der Medizin eingesetzt, Stichwort Ozontherapie (Hab ich auch schon zweimal gemacht )
Ich lebe noch, wie man sieht. http://www.tow.at/Wissensarchiv/BM/Therapierichtunge…
"Die Wirkung (keimtötend, inaktivierend oder restituierend = Eingriff in den Sauerstoffmetabolismus) ist konzentrationsabhängig, man verwendet 1 bis 100 microgramm/ml.
Die Applikation erfolgt äußerlich (Begasung von Wunden) oder innerlich: i.m, i.a. oder als Re-Infusion von ozonisiertem Eigenblut, ohne oder mit Überdruck. "
Hallo Maja.
Ich weiß nicht genau, was für ein ozonerzeugendes Gerät er benutzen möchte, aber sollte es Ozon in nennenswerten Mengen erzeugen (z.B. >1l), wird es sehr gefährlich. Daran ändert auch nicht, daß Du bereits „Erfahrung“ mit Ozon gemacht hast und es für harmlos hältst.
Der Punkt ist, daß Du keine Ahnung hast, wovon Du schreibst!
Ozon ist beim Einatmen giftig das stimmt schon und viele
Menschen haben bei erhöhten Werten im Sommer Kopfschmerzen
offensichtlich grenzt es an ein Wunder, dass ich noch lebe…
Also lieber Truhenbesitzer, lass es bleiben das mit dem Ozon…weils zu gefährlich ist, wenn man nicht weiss was man tut und wenn man nicht weiss welche Konzentration ausreicht…Paracelsus lässt grüssen.
Trotzdem noch ein Link aus der Enstehungszeit der Ozontherapie: http://www.ganzheitsmed.at/sauerstoff-ozon.htm
Noch besser wäre sog. Adsorbermasse, die von Feuerwehren zum Aufnehmen von
Chemikalien verwendet wird, aber da kommt man nicht so ohne weiteres dran.
mir hat mal ein Feuerwehrler erzählt, das sei nichts anderes als Katzenstreu, nur vielfach teurer. Deshalb nähmen sie ausschließlich Katzenstreu.
Gruß Ralf
mir hat mal ein Feuerwehrler erzählt, das sei nichts anderes
als Katzenstreu, nur vielfach teurer.
teurer ist es zweifelsfrei, aber genauso ist es doch etwas anders.
Zum einen gibt es eine weitestgehend neutrale Masse, mit der z.B. Öl etc. aufgenommen wird. Das könnte man ev. gegen Katzenstreu austauschen, sicher wär ich mir da aber nicht. Denn wenn es mal wegen des Zeugs zu einem Umweltschaden kommen sollte, weil es doch nicht so gut gearbeitet hat, dann ist der Arm des Verantwortlichen nicht lang genug, um die Zigarre anzuzünden, die er dann kriegt.
Zumal das Zeug meines Wissens gar nicht mal sooo teuer ist.
Dann gibt es aber noch einige Spezialmassen, die mit diversen Chemikalien imprägniert sind, oder bestimmte Oberflächenstrukturen haben. Die sind mit Katzenstreu überhaupt nicht zu vergleichen.
Deshalb nähmen sie
ausschließlich Katzenstreu.
Wie gesagt, wenn der Leiter der Wehr die Verantwortung dafür übernimmt …
wir reden hier wahrscheinlich von völlig verschiedenen Konzentrationen! 1 bis 100 Mikrogramm/ml verstehe ich nicht ganz… Sind hier tatsächlich bis zu 100 ug/ml Luft gemeint (aus dem Link geht das auch nicht klar hervor)? Das entspricht etwa 8% Ozon (falls ich mich nicht verrechnet habe) und mehr als dem 400.000-fachen des MAK. Eine solche Konzentration wäre beim Einatmen sicher rasch tödlich. Schon 1 ug/ml erscheint mich nicht risikofrei (ohne über Sinn und Unsinn einer Ozontherapie diskutieren zu wollen). Ich gehe von einem Tippfehler aus, oder davon daß ich die Konzentrationsangabe nicht richtig verstanden habe.
Aber wie auch immer: es ging beim Ausgangsposting nicht um Entkeimung, sondern um die Zerstörung einer bestimmten chemischen Verbindung, ohne andere (z. B. die Farben und Materialien) in Mitleidenschaft zu ziehen. Da das „Problemmolekül“ Naphthalin aber stabiler gegen Oxidation sein dürfte, als andere beteiligte Substanzen, erscheint mir die Sache mit der Ozonisierung zwecklos. Anders gesagt: was uns tötet, verändert Naphthalin wahrscheinlich auch in zehnfacher Konzentration nicht.
Welch ein Unsinn bisher.
Firmen die KFZ reinigen haben oft Ozongeräte die in Fahrzeugen eingesetzt werden um üble Gerüche zu tilgen.
Ozon wird Naphalin problemlos beseitigen.
Ozon ist das einzige Gas das Russ zu CO2 oxidiert bei Raumtemperatur.
Dafür braucht es sonst HNO3 reinst.
Jakob
Also keine Sorge deine Truhe ist danach sicher geruchfrei.
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Also genauer Aktivkohle. Wird z.B. in Dunstabzugshaube verwendet, damit es nicht mehr stinkt oder aber in Luftreinigern oder in Kühlschrankentstinkern oder in Gasmasken oder oder oder
Pauschal würde ich ja sagen, stell einen Luftreiniger in die Truhe
Versuchen würde ich es auf jeden Fall erstmal weil definitiv nicht giftig, billig und tja im schlimmsten Fall hats halt nix gebracht.
FF,
Wolfgang
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