CuS ???

Von: , Frage gestellt am Mo, 19. Jun 2000

Ich kapiere folgende Verbindung nicht:

Kupfer(II)-sulfid = CuS

Eigentlich müsste doch Cu2S herauskommen, da doch Schwefel 4-wertig ist, oder?


MfG
Mathias

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 19 Minuten hilfreich
    Re: CuS ???

    Ich kapiere folgende Verbindung nicht:

    Kupfer(II)-sulfid = CuS

    Eigentlich müsste doch Cu2S herauskommen, da doch Schwefel
    4-wertig ist, oder?
    Nein der S ist 2-wertig! So wie in H2S!

    mfg
    Peter

  2. Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
    Re: CuS ???

    Hallo Mathias,

    habe mal gelernt, dass Schwefel 2, 4 oder 6-wertig sein kann. Bin aber kein Experte.

    Folgendes habe ich kopiert:
    Ab der vierten Hauptgruppe können die Elemente auch noch andere Wertigkeiten besitzen. Auch für die Nebengruppen gibt es
    unterschiedliche Wertigkeiten.
    Schwefel befindet sich in der sechsten Hauptgruppe, seine Wertigkeit ist also normalerweise 2 . Schwefel kann jedoch auch
    die Wertigkeiten 4 und 6 besitzen. In diesen Fällen gibt man die Wertigkeit hinter dem Atomsymbol mit römischen Ziffern in
    Klammern an:
    - für Schwefel mit der Wertigkeit 4: S(IV)
    - für Schwefel mit der Wertigkeit 6: S(VI)
    Dies gilt auch für die Elemente der Nebengruppen, für Kupfer kennt man die Wertigkeiten 1 und 2:
    - Kupfer mit der Wertigkeit 1: Cu(I)
    - Kupfer mit der Wertigkeit 2: Cu(II)

    Viele Grüße, Renate [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
    Re: CuS ???

    Hey,
    hier liegt das S2-, das sogenannte Sulfition vor. Schwefel kann in verschiedenen Wertigkeitsstufen auftreten. Dies hängt mit seiner Elektronenkonfiguration zusammen: die Valenzelektronen sind wie folgt konfiguriert.
    3s2;3p4 d.h 2 s-Elektronen und 4 p-Elektronen
    - bei S2- werden noch zusätzlich 2 Elektronen aufgenommen zu 3p6 (da Cu elektropositiver als S ist),somit ergibt sich eine volle p-Schale (Edelgaskonfiguration).
    Allg. läßt sich sagen, daß S gegenüber elektropositiveren Elementen (kleinerer Elektronegativitätswert) meistens als S2- auftritt.
    Gruß Roberto [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: CuS ???

      Hi Roberto,

      im Prinzip korrekt nur handelt es sich bei dem S2- um das Sogenannte Sulfid-Ion und nicht Sulfit, das waere naemlich (SO3)2-, das Anion der Schwefligen Sre.

      Gruss Jolly [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: CuS ???

        im Prinzip korrekt nur handelt es sich bei dem S2- um das
        Sogenannte Sulfid-Ion und nicht Sulfit, das waere naemlich
        (SO3)2-, das Anion der Schwefligen Sre.
        DANKE

  4. Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
    Re: CuS ???

    Kupfer(II)-sulfid = CuS

    Eigentlich müsste doch Cu2S herauskommen, da doch Schwefel
    4-wertig ist, oder?
    hier liegt das S2-, das sogenannte Sulfition vor.
    Neben der Zusammensetzung des Anions ist für dessen Ladung nicht die Wertigkeit sondern die Oxidationszahl des Schwefels entscheidend, welche von -2 bis 6 reichen kann:

    -2 : Sulfid (S2-)
    -1 : Disulfid (S22-)
    0 : elementarer Schwefel (S8)
    1 : ? (Da fällt mit grad nichts ein.)
    2 : Sulfoxylat (SO22-)
    3 : Dithionit (S2O42-)
    4 : Sulfit (SO32-)
    5 : Dithionat (S2O62-)
    6 : Sulfat (SO42-)
    

    Die Ladung dieser Ionen ergibt sich aus der Anzahl der Schefelatome (nS) und der der Sauerstoffatome (nO) sowie deren Oxydationszahlen (OxS und OxO):

    Ladung=nS*OxS+nO*OxO

    Die Oxidationszahl des Sauerstoffs ist in all diesen Verbindungen -2. Leider muß das nicht immer so sein. Beispielsweise haben im Peroxodisulfation (S2O82-) zwei Sauerstoffatome die Oxidationszahl -1.

    Um die Oxidationszahlen zu ermitteln bleibt einem nichts weiter übrig, als die Strukturen der Verbindungen aufzumalen und den Bindungsstrichen Vorzeichen zu geben. Dabei erhält die Verbindung den Wert -1 wenn das Nachbaratom elektropositiver ist, den Wert +1 wenn das Nachbaratom elektronegativer ist und wenn zwei gleiche Elemente miteinander verbunden sind erhält die Verbindung den Wert Null.

    Dazu ein paar Beispiele:
    Schwfelwasserstoff: H-S-H
    

    Da die beiden Nachbaratome elektropositiver als der Schwefel sind erhalden die beiden Bindungen am Schwefel den Wert -1 und seine Oxidationszahl betragt -2.
    schweflige Säure: O=S-O-H
    |
    O-H
    

    Hier ist der Schwefel vierwertig und seine Nachbaratome sind elektronegativer. Seine Oxidationszahl beträgt also +4.
    Dithionige Säure: O=S-S=O
    | |
    H-O O-H
    

    Auch hier ist der Schwefel vierwertig, aber nur drei Bindungen führen zu elektronegativeren Atomen. Die vierte Bindung besteht zwischen zwei Schwfelatomen und spielt deshalb für deren Oxidationszahl keine Rolle. Die Oxidationszahl der Schwefelatome beträgt also +3.
    O-H
    |
    Peroxoschwefelsäure: O=S=O
    |
    O-O-H
    

    Auch hier ist der Schwefel vierwertig und da alle Nachbaratome elektronegativer sind beträgt seine Oxidationszahl +4. Bei der Berechnung der Ladung des Peroxosulfations (SO52-) ist aber zu berücksichtigen, daß nur die drei oberen Sauerstoffatome die Oxidationszahl -2 haben. Die beiden unteren sind miteinader verbunden und haben deshalb nur die Oxidationszahl -1.

    Ich hoffe, ich habe Dich jetzt nicht vollständig verwirrt. Eigentlich ist die Sache aber ganz einfach: man braucht nur die Bindungen zu zählen und die Elektronegativitätswerte im Periodensystem nachschlagen. Die Strukturen selbst muß man natürlich auswendig lernen.

    • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
      Re^2: CuS ???

      Neben der Zusammensetzung des Anions ist für dessen Ladung
      nicht die Wertigkeit sondern die Oxidationszahl des Schwefels
      entscheidend, welche von -2 bis 6 reichen kann:

      <
      Oxidationsstufen sind Wertigkeiten!

      Roberto

      • Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
        Re^3: CuS ???

        Oxidationsstufen sind Wertigkeiten!
        Nur bei Ionenbindungen. Bei kovalenten Bindungen versteht man unter der Wertigkeit eines Atoms die Anzahl seiner Elektronen, die Bindungen mit Nachbaratomen eingehen. In einer Strukturformel entspricht sie also der Zahl der bindungsstriche, die vom Atom ausgehen. Die Oxidationszahl ist dagegen die Ladung, die das Atom hätte, wenn es ein Ion wäre.

        Die Wertigkeit ist häufig gleich dem Betrag der Oxidatzinszahl, aber das muß nicht immer so sein. Im Wasserstoffmolekül H-H sind die Wasserstoffatome beispielsweise einwertig, haben aber die Oxidationszahl Null.

  5. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: CuS ???

    So langsam bezweifle ich das mit der sachkundigen Person, ganz drastisch. Siehe Artikel vom 15.06.2000 (mathias)

    Gruss Jolly [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]



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