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Re^3: Pheromone, Geruch und Psyche
Hallo!
Ein paar Ergänzungen will ich hinzufügen.
1. Subliminale Wirkung und Attribuierungstendenz.
Vanillin, Bibergeil, Moschus und Umbra (oder Ombra?) sind Stoffe, die bereits in Konzentrationen unterhalb der Grenze (sub-, Limes) der bewußten Wahrnehmbarkeit körperliche Reaktionen auslösen. Zumindest Vanillin (häufig in Schokolade) und Moschus (in manchem Parfüm) sind den meisten bekannt.
Der Mensch neigt (tendiert) unbewußt zur Ursachenzuschreibung (Attribuierung), z.B. für eine beschleunigte Herzfrequenz. Da er in diesem Fall die wahre Ursache nicht erkennen kann, meint er irrtümlich, die Schokolade sei so toll, daß sein Herz höher schlage. Zwar schlecht für die Urteilsfähigkeit aber gut für den Verkauf. Im Experiment hat man den Umsatz von Bleistiften um 50% steigern können. [Wenn ich mich recht entsinne in: Moser, W. "Werbepsychologie", PVU.]
Insofern sind Pheromon-Parfüms nicht prinzipiell Humbug. Allerings riecht man Parfüm meist, so daß die Gefahr besteht, man(n) sieht die Ursache der Freude im Duft statt an der Frau :-)
Es gibt Versuche, bei denen 100 Bilder von Personen nach
Attraktivität geordnet werden sollten.
Gruppe 1 kriegte unbehandelte Bilder
Gruppe 2 Bilder, die teilweise mit einem Pheromon behandelt
wurden.
Interessant ist, daß in der 2. Gruppe die behandelten Bilder
signifikant besser (attraktiver) eingestuft wurden als in
Gruppe 1. Ist zwar nur ein aspekt, aber immerhin.
Ein weiterer Versuch:
In einer Reihe von ca. 10 Stühlen (so Dinger wie sie in
Wartesälen oder Haltestellen stehen), wurde ein Stuhl
präpariert. Personen, die sich frei entscheiden konnten, auf
welchen Stuhl sie sich setztn können, wählten signifikant
häufig den präparierten.
2. Individueller Duft.
Jeder Mensch verströmt einen Duft, der genetisch bedingt ist und daher unverwechselbar. Einzige Ausnahme bzw. logische Folgerung sind eineiige Zwillinge: die können von Polizeihunden nicht unterschieden werden. Es sei denn, einer der beiden hatte eine Organtransplantation. [hm, letzteres zitiere ich hier, ohne mir genau klar zu sein].
Bei der Partnerwahl spielen Gerüche eine Rolle. Begründet wird das mit sinnvoller Vererbung, bei der zu große aber auch zu geringe Ähnlichkeit ungünstig seien.
3. Pheromonwirkung
Menschen produzieren Pheromone, z.B. in Achselschweiß und Schamgegend. Ich kriegs aus dem Gedächtnis nicht mehr ganz zusammen: entweder produzieren Frauen in der Zeit des Eisprungs besonders verlockende oder lassen sich in dieser Zeit leichter verlocken. Jedenfalls wird mittels der Pheromone indirekt die Wahrscheinlichkeit von Nachkommen erhöht.
Weibliche Pheromone haben Einfluß auf den Inhalt männlicher Träume. Die werden positiver. Na denn ;-)
Bemerkenswert ist auch (oder eigentlich klar), daß Frauen auf
andere "Düfte" reagierten als Männer. Was Frauen ansprach ließ
Männer kalt und umgekehrt. Es war sogar so, daß "Düfte" die
Männer anzogen, für Frauen eher unatraktiv waren und
umgekehrt, sie hatten den/die Konkurentin wahrgenommen ;-)
Daß dergleichen Infos spektakulär vermarktet werden halte ich für ungerechtfertigt und kann nur bekräftigen, daß unser Leben durch äußerst viele Einflüsse bestimmt wird, daß sich zwar bei großen Stichproben Geruchseinflüsse nachweisen lassen, viel stärker jedoch z.B. soziale Herkunft etc. wirken.
Tschuess, Sven.