Pheromone

Von: , Frage gestellt am Mi, 21. Jun 2000

Hallo,

ich interessiere mich für Pheromone. Wirken diese Lockstoffe auch
beim Menschen? Was ist von entsprechenden Parfum-Angeboten zu halten?
Wie schütze ich mich davor, einfach nur irgend eine Flüssigkeit
verkauft zu bekommen? Wo gibt es seriöse Kontaktadressen von
Verkäufern u.ä.?

Gruß

Boris

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Pheromone

    Hi, ich interessiere mich für Pheromone. Wirken diese Lockstoffe
    auch beim Menschen?
    War lange strittig. Mittlerweile wurde glaube ich ein Organ (bestimmte Region in der Nase) gefunden, das auf menschliche Pheromone reagiert (die man allerding meines Wissens nicht riechen kann, die Wahrnehmung wird nicht bewusst. Was ist von entsprechenden Parfum-Angeboten zu
    halten?
    Ich weiss nicht, ob menschliche Pheromone schon synthetisiert wurden. Unabhaengig davon wuerde ich sagen, dass von derartigen Parfuems garnichts zu halten ist. Vermutlich alles Nep. Selbst wenn es sich um echte Pheromone handeln wuerde ... ist Dir moeglicherweise entgangen, dass Menschen ein eher komplexes Verhalten zeigen? Aber da wuerde ich eher mal im Psycho-Brett fragen. Es gibt zahlreiche untersuchungen zum Flirtverhalten (und mehr) des Menschen. Da erfaehrst Du mit Sicherheit Sachen die von weit groesserer Relevanz sind.

    Gruss

    Thorsten

    • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
      Re^2: Pheromone

      die Wahrnehmung wird nicht bewusst.

      Stimmt genau



      Ich weiss nicht, ob menschliche Pheromone schon synthetisiert
      wurden.
      Es gibt verschiedene Leitstrukturen, ich weiß allerdings nicht ob sie natürlich oder synthetisch sind. Unabhaengig davon wuerde ich sagen, dass von
      derartigen Parfuems garnichts zu halten ist. Vermutlich alles
      Nep.
      Stimmt (bisher(!)) so Selbst wenn es sich um echte Pheromone handeln wuerde ...
      ist Dir moeglicherweise entgangen, dass Menschen ein eher
      komplexes Verhalten zeigen?
      Es gibt Versuche, bei denen 100 Bilder von Personen nach Attraktivität geordnet werden sollten.
      Gruppe 1 kriegte unbehandelte Bilder
      Gruppe 2 Bilder, die teilweise mit einem Pheromon behandelt wurden.
      Interessant ist, daß in der 2. Gruppe die behandelten Bilder signifikant besser (attraktiver) eingestuft wurden als in Gruppe 1. Ist zwar nur ein aspekt, aber immerhin.

      Ein weiterer Versuch:
      In einer Reihe von ca. 10 Stühlen (so Dinger wie sie in Wartesälen oder Haltestellen stehen), wurde ein Stuhl präpariert. Personen, die sich frei entscheiden konnten, auf welchen Stuhl sie sich setztn können, wählten signifikant häufig den präparierten.

      Bemerkenswert ist auch (oder eigentlich klar), daß Frauen auf andere "Düfte" reagierten als Männer. Was Frauen ansprach ließ Männer kalt und umgekehrt. Es war sogar so, daß "Düfte" die Männer anzogen, für Frauen eher unatraktiv waren und umgekehrt, sie hatten den/die Konkurentin wahrgenommen ;-)

      Gandalf

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Pheromone, Geruch und Psyche

        Hallo!
        Ein paar Ergänzungen will ich hinzufügen.

        1. Subliminale Wirkung und Attribuierungstendenz.

        Vanillin, Bibergeil, Moschus und Umbra (oder Ombra?) sind Stoffe, die bereits in Konzentrationen unterhalb der Grenze (sub-, Limes) der bewußten Wahrnehmbarkeit körperliche Reaktionen auslösen. Zumindest Vanillin (häufig in Schokolade) und Moschus (in manchem Parfüm) sind den meisten bekannt.

        Der Mensch neigt (tendiert) unbewußt zur Ursachenzuschreibung (Attribuierung), z.B. für eine beschleunigte Herzfrequenz. Da er in diesem Fall die wahre Ursache nicht erkennen kann, meint er irrtümlich, die Schokolade sei so toll, daß sein Herz höher schlage. Zwar schlecht für die Urteilsfähigkeit aber gut für den Verkauf. Im Experiment hat man den Umsatz von Bleistiften um 50% steigern können. [Wenn ich mich recht entsinne in: Moser, W. "Werbepsychologie", PVU.]
        Insofern sind Pheromon-Parfüms nicht prinzipiell Humbug. Allerings riecht man Parfüm meist, so daß die Gefahr besteht, man(n) sieht die Ursache der Freude im Duft statt an der Frau :-) Es gibt Versuche, bei denen 100 Bilder von Personen nach
        Attraktivität geordnet werden sollten.
        Gruppe 1 kriegte unbehandelte Bilder
        Gruppe 2 Bilder, die teilweise mit einem Pheromon behandelt
        wurden.
        Interessant ist, daß in der 2. Gruppe die behandelten Bilder
        signifikant besser (attraktiver) eingestuft wurden als in
        Gruppe 1. Ist zwar nur ein aspekt, aber immerhin.

        Ein weiterer Versuch:
        In einer Reihe von ca. 10 Stühlen (so Dinger wie sie in
        Wartesälen oder Haltestellen stehen), wurde ein Stuhl
        präpariert. Personen, die sich frei entscheiden konnten, auf
        welchen Stuhl sie sich setztn können, wählten signifikant
        häufig den präparierten.
        2. Individueller Duft.
        Jeder Mensch verströmt einen Duft, der genetisch bedingt ist und daher unverwechselbar. Einzige Ausnahme bzw. logische Folgerung sind eineiige Zwillinge: die können von Polizeihunden nicht unterschieden werden. Es sei denn, einer der beiden hatte eine Organtransplantation. [hm, letzteres zitiere ich hier, ohne mir genau klar zu sein].
        Bei der Partnerwahl spielen Gerüche eine Rolle. Begründet wird das mit sinnvoller Vererbung, bei der zu große aber auch zu geringe Ähnlichkeit ungünstig seien.

        3. Pheromonwirkung
        Menschen produzieren Pheromone, z.B. in Achselschweiß und Schamgegend. Ich kriegs aus dem Gedächtnis nicht mehr ganz zusammen: entweder produzieren Frauen in der Zeit des Eisprungs besonders verlockende oder lassen sich in dieser Zeit leichter verlocken. Jedenfalls wird mittels der Pheromone indirekt die Wahrscheinlichkeit von Nachkommen erhöht.
        Weibliche Pheromone haben Einfluß auf den Inhalt männlicher Träume. Die werden positiver. Na denn ;-) Bemerkenswert ist auch (oder eigentlich klar), daß Frauen auf
        andere "Düfte" reagierten als Männer. Was Frauen ansprach ließ
        Männer kalt und umgekehrt. Es war sogar so, daß "Düfte" die
        Männer anzogen, für Frauen eher unatraktiv waren und
        umgekehrt, sie hatten den/die Konkurentin wahrgenommen ;-)
        Daß dergleichen Infos spektakulär vermarktet werden halte ich für ungerechtfertigt und kann nur bekräftigen, daß unser Leben durch äußerst viele Einflüsse bestimmt wird, daß sich zwar bei großen Stichproben Geruchseinflüsse nachweisen lassen, viel stärker jedoch z.B. soziale Herkunft etc. wirken.

        Tschuess, Sven.

    • Antwort von nach 13 Tagen hilfreich
      Re^2: Pheromone

      hallo! ich interessiere mich für Pheromone. Wirken diese Lockstoffe
      auch beim Menschen?
      War lange strittig. Mittlerweile wurde glaube ich ein Organ
      (bestimmte Region in der Nase) gefunden, das auf menschliche
      Pheromone reagiert (die man allerding meines Wissens nicht
      riechen kann, die Wahrnehmung wird nicht bewusst.
      Ich weiß nicht, wie es beim menschen ist, aber bei Tieren, bei denen dieses Organ eindeutig nachgewiesen wurde, heißt es "Jacobson`sches Organ". ich vermute, beim Menschen auch. Liegt ganz hinten oben in der Nase, quasi direkt an der Verbindung zum Gehirn, wenn man es sich so vorstellen möchte...
      Grüße,
      Uta

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