Hai, Hicham,
Danke für deinen Bericht
Bitte
Ja nun das ist was wahres dran, doch dann stellen sich für
mich nun neue Fragen sind wir ein Kollektiv.
Ja, alle Vielzeller sind Kollektive - dazu ein Blick in die Entwicklungsgeschichte:
Die ersten Lebewesen auf der Erde waren Einzeller - ein paar lebten von Sonnenlicht, ein paar von Erdwärme, wieder andere von der Energie, die bei chemischen Reaktionen entsteht und eine weitere Gruppe hat einfach die anderen gefressen (die gibt es alle auch heute noch).
Irgendwann einmal hat so eine gefräßige Zelle eine Sonnenlicht-Zelle nicht richtig gefressen und damit zerstört, sondern sie komplett verschlungen - und die beiden haben sich arrangiert: die äußere Zelle hat die innere vor Angriffen und sonstigen Unbilden geschützt, dafür hat die innere Zelle die äußere mit der aus Sonnenlicht gewonnenen Energie versorgt - ein neues Wesen ist entstanden, in dem sich zwar ursprünglich zwei Arten vereinigten, es also eigentlich ein Vielzeller ist - die haben sich aber so eng zusammengeschmissen, daß daraus ein neuer Einzeller entstand (Blaualgen, genauer: Cyano-Bakterien). Andere Einzeller haben sich zu Vielzellern entwickelt, indem sie z.B. bei der Teilung keine komplette Trennung vollzogen haben, sondern aneinander hängen blieben - der Vorteil kann z.B. darin gelegen haben, daß diese Gebilde zu groß wurden, um einfach gefressen zu werden.
Eine weitere Methode, Vielzeller zu bilden, war (und ist) es, wenn sich Zellen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammentaten und mit der Kombination dieser unterschiedlichen Fähigkeiten Überlebensvorteile zu gewinnen (kann man sich heute wunderschön bei Staatsquallen ansehen) - zunächst handelte es sich um Symbiosen. Also die einzelnen Wesen haben sich voneinander unabhängig vermehrt und sind auch als Arten getrennt geblieben.
Im Laufe der Zeit haben sich dann derartige Gebilde weiterentwickelt und einige Zellen haben auf einige Fähigkeiten verzichtet und sich immer stärker spezialisiert. Für die Vermehrung wurde irgendwann das Gesamtgebilde zuständig - das bedeutet, einzelne Zellen haben sich komplett auf die Vermehrung spezialisiert und „gelernt“ nicht nur die Informationen für die eigene Art, sondern für den ganzen Komplex weiterzugeben. Dafür brauchen sich diese Zellen nicht um die Nahrungsbeschaffung kümmern, das machen nun andere Zellen, weitere Zellen sorgen für die Fortbewegung, noch andere für die Verteidigung und so weiter…
Genaugenommen sind also Vielzeller (und damit auch wir) ein Kollektiv ursprünglich unterschiedlicher Arten, die „beschlossen“ haben, daß es gemeinsam beser geht.
Anmerkung: ich habe gelernt und beschlossen in Anführungsstriche geschrieben, weil das ja bewusste Vorgänge sind, man aber eigentlich nicht von bewussten Vorgängen sprechen kann - sie haben nichts gelernt oder beschlossen, es haben nur eben die überlebt, die es so gemacht haben (ich hoffe, Du verstehst den Unterschied)
Da wir ja viele
Dinge nicht wahr nehmen oder wie soll man sich das vorstellen.
„Wahrnehmung“ ist eine relativ junge Errungenschaft der Evolution - ein Einzeller braucht nicht wissen, daß er gerade angefressen wird, er muß nur weg da - er nimmt nicht wahr, er reagiert.
Wie läuft der Informationsaustausch ab. Und woher weiß jede
Zelle was sie zu tun hat
Eine Zelle „weiß“ nichts! Sie reagiert einfach nach ihrem Bauplan - wie eine Mausefalle: die weiß auch nicht, daß da 'ne Maus kommt, die sie zu fangen hat; sobald irgendwas den Auslöser berührt, schnappt sie zu. Nehmen wir z.B. die Immunzellen, die den Körper beim Eindringen von bestimmten Krankheiterregern warnen und aktivieren sollen: die treiben einfach die ganze Zeit im Blut rum und machen garnichts, aber, sie haben auf ihrer Oberfläche „Löcher“, in die ganz genau ein Teil der Hülle eines Krankheitserregers passt. Ditscht nun irgendwo ein solcher passender Erreger gegen die Immunzelle, dann wird das „Loch“ geschlossen und die Zelle fängt an, Botenstoffe, also bestimmte Chemikalien, Eiweiße, Hormone, auszuschütten. Die passen wieder in anderen Zellen in andere „Schlüssellöcher“ und lösen dort Reaktionen aus, z.B. „Mach mehr T-Helferzellen“ oder „schicke Botenstoffe, die für Temperaturerhöhung im Körper sorgen“
Natürlich ist Chemie zwar eine sehr häufige Methode, um Information zwischen Zellen auszutauschen, aber es gibt auch anderes, worauf Zellen reagieren können. Z. B. bei Pflanzen - die wachsen zum Licht. So’ne Pflanze hat aber überhaupt keine Ahnung, woher das Licht kommt, aber sie hat ralativ gleichmäßig verteilt bestimmte Zellen, die sich bei viel Licht zusammenziehen - kommt also nur Licht von links, ziehen sich die Zellen auf der linken Seite stärker zusammen und die ganze Pflanze neigt sich nach links. Andere Zellen können sich wieder nach der Schwerkraft ausrichten, oder nach dem Magnetfeld der Erde (Zugvögel), oder nach Temperatur.
Aus dem Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Empfindlichkeiten und darauf folgenden Reaktionen haben sich im Laufe der Entwicklung hochkomplizierte Regelkreise gebildet.
unterscheiden sie sich und wo sind
ihre Gemeinsamkeiten
Gemeinsam: außen rum eine Hülle (bei Pflanzen eine stärkere, Zellwand genannt), innen irgendwo ein paar Gene (bei Eukarionten (unsere Zellen) in einem Zellkern aufbewahrt), irgendein Energieproduzent und noch 'n bischen Kleinkram…
Unterschiede: endlos…
Die Details würden das Forum aber definitiv sprengen, google mal mit „Zellaufbau“
Gruß
Sibylle
Disclaimer: liebste Biologen, verzeiht mir bitte, wenn ich hier und da nicht so ganz präzise war und auch die eine oder andere Kleinigkeit nicht genauso erklärt habe, wie es dem aktuellen Stand der Forschung entspricht - aber hier geht’s eher darum eine ungefähre Vorstellung zu vermitteln und nicht, auf eine Abi-Prüfung vorzubereiten…