Hallo Experten,
wie das Auge (des Menschen) funktioniert, ist mir schon klar. Jetzt hat mich aber meine herzallerliebste Frau (die natürlich auch weiß, wie das Auge des Menschen funktioniert) mit der Frage verblüfft, wie das bei Pferden und Ziegen ist.
Ausgangspunkt war, dass wir diesen Viechern mal etwas tiefer in die Augen geschaut haben. Sie haben Pupillen, die relativ gross und NICHT rund sondert fast schon lang-rechteckig sind. Also ist mal davon auszugehen, dass das Bild, das auf der Netzhaut abgebildet wird, nicht so toll wie beim Menschen oder meiner Fotokamera ist. Andererseits müßten Pferde als Steppentiere doch eine gute Fersicht haben. Ich vermute also mal, dass da irgend ein perfekter optischer Trick dahintersteckt. Aber welcher???
Gruß
Manfred
Hallo
Pferdeauge:
Das Pferd nimmt seine Umwelt in siebenfacher Vergrößerung und mit abstrakten Linien wahr. Die meisten Lebewesen haben eine gleichmäßig nach innen gewölbte Netzhaut und einen leistungsfähigen Ziliarmuskel (verändert die Form der Linse - benötigt zum Scharfstellen), das Pferd jedoch besitzt eine ungleichmäßig gewölbte Netzhaut und einen schwachen Ziliarmuskel, daher erfolgt das Scharfstellen bei ihm zusätzlich durch Heben und Senken des Kopfes.
Hebt das Pferd den Kopf, so trifft das Licht auf die am weitesten von der Linse entfernten Teile der Netzhaut, das Pferd erkennt nun relativ scharf nahe Gegenstände. Senkt das Pferd den Kopf, so sieht es entfernte Gegenstände scharf und bei gerader Kopfhaltung (was auch sonst) Gegenstände in mittlerer Entfernung. Daraus folgt, dass ein Pferd sein Umfeld nur dann deutlich sehen kann, wenn es in seiner Kopfbewegung frei ist.
Bei gerader Kopfhaltung kann das Pferd außerdem auch Gegenstände hinter sich erkennen, dies liegt an der Anatomie des Pferdes, denn es hat seine Augen ziemlich seitlich am Kopf. Der Bereich in dem es räumlich (beidäugig) sieht ist jedoch stark eingeschränkt, nur ein kleiner Bereich direkt vor dem Kopf. Das Pferd hat also einen fast vollständigen Rundumblick, es kann jedoch nicht sehen was genau vor bzw. hinter ihm geschieht (daher bitte nie einem Pferd von hinten nähern). Durch den großen „Sehbereich“ und sein Weitsichtvermögen entgeht dem Pferd keine Bewegung in seiner Nähe, dadurch kann es herannahende Raubtiere früh genug erkennen und fliehen. Darunter leidet allerdings seine Fähigkeit nahe Dinge scharf zu sehen und ein Pferd wird wohl nie eine Leseratte werden, da es die Buchstaben nicht klar erkennen könnte.
Die Traubenkörner, kleine schwarzen Aufwölbungen vor der Regenbogenhaut, sind normal. Ihr Zweck ist bisher unbekannt, es wird vermutet, dass sie das Blenden von grellem Licht verhindern sollen.
(www.pferdeecke.de)
Ziegenaugen: Schlitzpupillen
Jeder kennt die „Katzenaugen“: Bei großer Helligkeit zieht sich die Pupille im Auge der Katze zu einem senkrechten millimeterdünnen Strich zusammen, während in der Dämmerung die Pupille zu einem großen runden Kreis ausgeweitet wird.
Warum aber haben Ziegen Querpupillen?
Darum haben Ziegen horizontalen Pupillenschlitz: Die Katze ist ein Jäger, die Ziege ein Fluchtier. Für den Jäger ist ein gutes dreidimensionales Sehvermögen wichtig. Deshalb sind die Augen bei der Katze quasi-parallel und der Pupillenschlitz senkrecht. Für die Ziege als Fluchttier ist eine gute Rundumsicht wichtig, denn Jäger können überall lauern. Die hauptsächlich vertikal erfolgende Verengung der Pupille schränkt auch an sonnigen Tagen diese Sichtverhältnisse nicht unnötig ein.(tierdach.de)
Manu
Hallo Manu,
vielen Dank + Sternchen!!!
Grüße aus Rostock.
Manfred