Hallo bin mir nicht ganz sicher ob ich hier im richtigen Forum bin aber ich probiers halt mal. Ich glaube mal vor einiger Zeit gehört zu haben das das menschliche Gehör hohe Töne schwieriger Orten kann als hohe. Ist das richtig und wenn ja warum ist das so?
Das gilt nicht nur für menschliche Ohren, sondern für alle Lebewesen. Douglas Adams beschrieb in seinem Buch „Die letzten ihrer Art“ sehr bildreich das Dilemma der Kakapos. Das sind Papageien, die ihre Partner mit sehr tiefen Tönen anlocken. Auf diese Weise können sie sich zwar kilometerweit hören, aber so schlecht orten, daß manchmal nur wenige Meter aneinander vorbeilaufen ohne sich zu finden.
Generell gilt: tiefe Töne haben eine große Reichweite und hohe Töne lassen sich leicht orten
Deshalb verwenden Tiere wie Fledermäuse und Delphine, die Schallwellen zur Ortung einsetzen hohe Töne und Tiere wie Elefanten, die sich über große Entfernungen verständigen wollen tiefe Frequenzen.
Das ist schon richtig. Die Ortungskriterien des Gehöres sind Laufzeit-, Phasen- und Lautstärkedifferenzen. Wegen der großen Wellenlänge niedriger Frequenzen können weder Lautstärke- noch Phasendifferenzen erkannt werden. Auch Laufzeitunterschiede sind nicht wahrnehmbar, weil sich die Intensität niedriger Frequenzen nur sehr langsam ändern kann ( schnelle Änderungen bedeuten immer hohe Frequenzanteile ). Deshalb ist bei kurzen Strecken keine Laufzeiterfassung mehr möglich. Dieser Effekt wird auch bei Stereoanlagen mit Subwoofer ausgenutzt. Hier werden die tiefen Töne beider Kanäle aus einem gemeinsamen Baßlautsprecher abgegeben, ohne daß der Stereoeffekt darunter leidet.
Im oberen Frequenzbereich ist die Wellenlänge deutlich niedriger als der Abstand der Ohren. Dadurch können erhebliche Phasen- und Lautstärkedifferenzen auftreten. Bei sich schnell ändernden Tönen ist dann auch eine Laufzeitmessung möglich.
Hohe Dauertöne sind allerdings auch nicht zu orten. Durch vielfache Reflexion bilden sich Stehwellen, denen sich keine Richtung mehr zuordnen läßt.
Jörg
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Für einen Menschen sind Töne unterhalb ca. 150 Hz nicht mehr in der Richtung ortbar.
Umgekehrt wird es über ca. 4kHz zunehmend schwieriger, da dann die Phasenverschiebung das Ortungskriterium ist und hier mehr als 180 Grad möglich sind.
Interessanterweise werden Töne in einem schmalen Bereich um 8kHz generell meist als „von oben“ kommend geortet. Vielleicht ein Erbe aus unserer Vergangenheit.