Ganz schön viele Frage auf einmal. Hier ein paar Antworten:
- was hat es mit dem DEUTERIM auf sich? ich sehe immer
beispiele, wo es für H steht, aber ich hab null ahung uber
dieses element(?) ich kenne es nicht.
Deuterium ist schwerer Wasserstoff. Im Gegensatz zu gewöhnlichem Wasserstoff besteht der Kern des Deuteriums nicht nur aus einem Proton, sondern enthält zusätzlich ein Neutron. Wenn sogar zwei Neutronen im Kern wären, dann hätte man es mit überschwerem Wasserstoff, dem sogenannten Tritium zu tun.
Das Ersetzen von Wasserstoff durch Deuterium kann im Wesentlichen zwei Gründe haben:
Zum einen verhält sich Deuterium chemisch (fast) genauso wie Wasserstoff, woruch es möglich wird ein Wasserstoffatom vor einer chemischen Reaktion zu markieren um dann zu sehen, wo es nach der reaktion bleibt. Auf diese Weise lassen Reaktionsmechanismen aufklären.
Zum anderen ist Wassersoff in der 1H-NMR-Spektroskopie nicht zu sehen, wodurch es möglich wird anstelle deuterierte Lösungsmittel einzusetzen ohne die Messung zu beeinflussen. Würde man statt dessen Wasserstoffhaltige Lösungsmittel nehmen, wäre von der zu untersuchenden Substanz im Spektrum nicht mehr viel zu sehen, weil dieses vom Lösungsmittelpeak dominiert wird.
- was hat es mit dem D- und L- bei zuckern auf sich? ich
erkenne keine zusammenhang… ( bzw. das (+) und (-) hat ja
auch was damit zu tun…
Das ist die Bezeichnung der optischen Aktivität chiraler Verbindungen. Eine optisch aktive Verbindung (z.B. eine Aminosäure) kann die Ebene des hindurchfallenden polarisierten Lichtes drehen. Wenn ich mich richtig entsinne Bedeutet D- rechtsdrehend und L- linksdrehend. Dameben gibt es noch die völlig ananloge R- S- Nomenklatur, bei der R- rechtsdrehend und S- linksdrehend bedeutet.
An die (+) und (-) kann ich mioch nicht mehr genau erinnern, aber ich glaube das hatte etwas mit Diastereomeren zu tun.
- was ha es, in der anorgarnik, mit den reaktionen 1. und 2.
ordung auf sich? wann erkenne ich wann was 1. bzw. 2. ord.
ist?
Die Reaktionsordnung ist Potenz des differentiellen kinetischen Zeitgesetzes an. Für die Reaktion A -> B würde man diese Zeitgesetze folgendermaßen formulieren:
1.Ordnung: d[A]/dt=-k*[A]
2.Ordnung: d[A]/dt=-k*[A]2
Für die Bestimmung der Reaktionsordnung gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man sie (mit etwas Glück) aus dem Mechanismus der Reaktion ableiten, da die Reaktionsordnung einer Elementarreaktion (das ist der kleinste Schritt einer komplexen Reaktion) deren Molarität (das ist die Zahl der Moleküle, die an der reaktion beteiligt sind) entspricht. Wenn man also die Molarität des geschwindigkeitsbestimmenden Schrittes (also des langsamsten) kennt, hat man automatisch die Reaktionsordnung.
Dazu zwei prominente Beispiele:
Die Geschwindigkeit einer SN1-Reaktion wird durch einen monomolekularen Schritt bestimmt und hat daher die Reaktionsordnung 1 (daher auch der Name).
Am geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der SN2-Reaktion sind dagegen zwei Moleküle beteiligt, was ihr die Reaktionsordnung 2 verschafft.
In der Praxis zeigt sich allerdings, daß die Vorhersage der Reaktionsordnung aus dem Mechanismus der Reaktion sehr schwierig ist. Deshalb bleibt nichts anderes übrig, als die Reaktionsgeschwindigkeit zu messen und anschließend auf die Ordnung zu überprüfen. Dazu bestimmt man im Fall der Reaktion A -> B beispielsweise den zeitlichen Verlauf der Konzentration [A] und trägt diesen in verschiedenen Diagrammen auf (natürlich nur im Praktikum, in Wirklichkeit überläßt man die Lösung der Differentialgleichungen und die Ermittlung der kinetischen Parameter einem Computer).
Um die Diagramme zu zeichnen brauchen wir zunächst die integrierten kinetischen Zeitgesetze. Die Integration der obigen Differentialgleichungen ergibt
1.Ordnung: [A]=[A]0*exp(-k*t)
2.Ordnung: [A]=[A]0/(1+[A]0*k*t)
Wenn die Reaktion erster Ordnung ist, dann ergibt die Auftragung von ln([A]) gegen t eine fallende Gerade. Ist die Reaktion dagegen zweiter Ordnung, dann ergibt sich bei Auftragung von 1/[A] gegen t eine steigende Gerade.
Neben den echten Reaktionsordnungen gibt es auch Pseudo-Ordnungen. Diese treten dann auf, wenn einer der Reaktionspartner in so großem Überschuß vorliegt, daß sich seine Konzentration nicht meßbar ändert. Haben wir zum Beispiel die bimolekulare A + B -> C mit dem differentiellen Zeitgesetz zweiter Ordnung
d[A]/dt=k*[A]*[B]
(Die Exponenten der einzelnen Komponenten nennt man Teilordnungen und ihre Summe Reaktionsordnung.)
und setzen B im Überschuß (z.B.) als Lösungsmittel ein, dann werden wir eine Reaktionsordnung von 1 ermitteln, wobei die Konzentration [B] als Konstante in die Geschwindigkeitskonstante k einfließt.