Oxidations- und Reduktionsmittel

Ich benötige noch Beispiele für Oxidations- und Reduktionsmittel.
Danke für eure Antworten !

MfG
MATHIAS

hui, das kann jetzt ganz schön viel werden, das ist ein weites
feld, aber probieren wir mal aus dem stegreif, ohne besonderen
anspruch auf vollständigkeit:

prinzipiell ist ein oxidationsmittel eine substanz, die die
oxidation einer anderen substanz bewirkt, dabei wird sie selber
reduziert (reduktion geht analog). damit ist jede redoxreaktion -
und deren gibt es nicht wenige - theoretisch eine reaktion
zwischen einem oxidationsmittel und einem reduktionsmittel:

reduktionsmittel oxidationsmittel + elektron

so kann kupferoxid mit eisen zum metall reduziert werden, das
kupfer seinerseits kann silbersalze zu silber reduziern
manche substanzen eignen sich gar für beides, je nach
reaktionspartner. so setzt man im labor wasserstoffperoxid sowohl
als oxidationmittel, als auch als reduktionsmittel ein.
weil das so ist, kann man sich für jede gewünschte aufgabe das
ideale mittel aussuchenund zum teil auch das reaktionsergebnis
steuern. so kann man mit verschiedenen mitteln in der organischen
chemie eine oxidation am kohlenstoff bis zum alkohol, aldehyd,
zur säure oder gar zum kohlendioxid ablaufen lassen.

das bekannteste oxidationsmittel - und auch ein sehr billiges -
ist der sauerstoff in der luft. damit laufen dann auch die
wichtigsten oxidationsprozesse überhaupt, die atmung und
verbrennung von allen möglichen brennstoffen zur
energiegewinnung.

das stärkste „reduktions-“ bzw. „oxidationsmittel“ ist die
elektrode, weil man damit beliebige spannungen aufbauen kann,
nicht nur die paar volt, die bei einer chemischen redoxreaktion
herausschauen.

mengenmäßig am nächstbedeutenden dürfte die reduktion von erzen
zu metallen sein, daher beginne ich damit: die entsprechenden
reduktionsmittel sind kohlenstoff und kohlenmonoxid (z.B. bei
eisen), wasserstoff (bei metallen mit der lästigen angewohnheit,
carbide zu bilden oder für hochreine metalle), unedlere metalle
(z.b: wird titanchlorid mit metallischem magnesium reduziert) und
natürlich wieder die elektrode (z.b. bei aluminium und kupfer).

im labor oxidiert man gerne mit oxidierenden säuren
(schwefelsäure, salpetersäure), peroxiden (wasserstoffperoxid,
peroxoschwefelsäuren), sehr hochoxidierten verbindungen
(kaliumpermanganat, chromtrioxid, natriumchromat) und wenn es
heftig werden soll auch mit chromschwefelsäure. ferner nimmt man
perchlorate (geht besonders gut für selbstgebastelte
sprengstoffe), hypochlorit, chlorgas, ozon und etliches mehr, wie
gesagt, je nach gewünschter stärke. als stärkstes bekanntes
chemisches mittel haben wir damals im studium den exoten
kryptondifluorid kennengelernt, das aus gold goldpentafluorid
machen kann, aber vielleicht gibt es jetzt noch was verrückteres.

bei den reduktionsmitteln gibt es einmal die schon angeführten
unedlen metalle (natrium, kalium, magnesium), wasserstoff oder
ammoniak, thiosulfate, schwefelige und salpetrige säure, sowie
deren salze, metallhydride (lithiumalanat, lithiumboranat, etc.),

auch ganz gut, vor allem bei den organikern gehen enzymatische
reaktionen, das bekannteste mittel ist da das NADH/NAD+ paar
(nicotinamid-adenin-dinukleodid, glaub ich, heißt das, es ist
schon ein wenig her.)

ich hoffe, das hilft dir ein wenig auf die sprünge, mit dem thema
könnte man sein leben verbringen.

markus

Vorsicht! Reduktionsmittel können auch Oxidationsmittel sein und umgekehrt.

In der technischen CHemie verwendet man u.a.:

Reduktionsmittel:

Natriumborhydrid und alkylborane, Natriumsulfit, Natriumbisulfit, Natriumdithionit, Eisen (II) verbindungen, Formaldehyd u.a. Aldehyde, Natriumhypophosphit,Hydrazin, Zinkstaub, Sulfanilsäure …

Oxidationsmittel:

Wasserstoffperoxid, Sauerstoff, Kaliumpermanganat, Natriumhypophosphit, Perborate, Wasserstoffperoxid, Kaliumperoxodisulfat, Ozon…

Die Palette ist sehr groß.

R.