Kastanienbaum hat Krankheit - was tun?

Ich kenne ein paar Kastanienbäume, bei denen die Blätter häsliche braune Flecken haben. Die Blätter fallen zum Teil bereits jetzt ab. Die Ursache hierfür sollen Raupen sein, die in den Blättern leben. Leider weiß ich im Moment den Namen für diese Krankheit nicht.

Was kann man dagegen tun, ohne gleich die ganze Umgebung mit einzuspritzen?

Gruß

Renate

Guten Morgen Renate,
ich glaube, es handelt sich um zwei Symptome. Braune Flecken oder Raupen. Handelt es sich z.B. um Gespinste, Lochfraß, oder Minierfraß? Die braunen Flecken können verschiedene Ursachen haben: Trockenschaden; Nährstoffmangel, physikalische Schädigung (Hagel), nekrotisch-verbrannt uvm.
Bitte beschreibe nochmal genauer, wie die Flecken aussehen (Blattrand, Mitte, an den Adern beginnend, in der Fleckenmitte papiern-ausreißend usw.). Eine Ferndiagnose ohne Objektbetrachtung ist schwierig. Sag auch bitte, wo die Bäume stehen (Straße, Garten bzw. Süddeutschland, oder Köln z.B.), manches ist nämlich auch örtlich begrenzt.

Wenn Du schnell Hilfe brauchst, nimm einen typischen Zweig (steck ihn in eine Beutel, falls noch Insekten dran sind, um sie identifizieren zu
können) und gehe zu einer Baumschule/Gärtnerei oder einem Pflanzenschutzamt.

Viele Grüße, Deborah

Hallo Deborah,

soweit mir Bekannte gesagt haben handelt es sich hierbei um Minierfraß.
Die Flecken sind braune Punkte, die nach außen hin heller werden.
Die Bäume stehen in Niederbayern in einem Biergarten am Stadt- und Waldrand einer Kleinstadt (ca. 15.000 Ew.).
Kannst du damit mehr anfangen?

Gruß

Renate

Guten Morgen Renate,

Minierfraß sieht so aus: Ober- und Unterseite der Blätter bestehen weiter und sind unverletzt, es wird nur das Grüne (Chlorophyll) von den Minierern gefressen, die im Blatt sitzen; man sieht ein feines Netz (die übrig gebliebenen Zellwände). Dies führt zu keinen „brauen Punkten, die nach außen heller werden.“ Was da für ein Minierer ist, kann ich Dior nicht sagen. ist es sehr stark? Sind viele Blätter/die ganzen Bäume betroffen? Dann sollten die Biergartenbesitzer fachliche Beratung vor Ort einziehen.

Gespinste (wie Du, glaube ich, im Hauptartikel geschrieben hast, muß man sehen können (Gespinstnetze zwischen/um die Blätter), aber das sieht ganz anders aus und führt zunächst auch nicht zu „kleinen Punkten…“.

Was die kleinen Punkte sein können, weiß ich nicht, evl. Larvenfraß, Käfer, oder sogar Pilzpusteln (habe ich bei Kastanie noch nicht gehört, aber warum nicht).

Noch ein Hinweis: an Platane kann es eine Platanennetzwanze geben, die aus Italien eingeschleppt ist und gemeldet werden sollte; Symptome während der gesamten Veg.-phase: helle Punkte, meist ausgehend vom Blattstiel und längs der Haupt- und Nebenadern gegen die Blattspitze zu fortschreitend. bei starkem Befall Absterben der Blätter (Taschenbuch des Pflanzenarztes, 1992).
Ich weiß nicht, ob diese Wanzen auch auf Kastanien gehen.

Deine Bekannten könnten, wenn der Befall sie besorgt, wirklich, wie empfohlen, mit einigen typischen Zweigen zum Pflanzenschutzamt gehen. (Amt f. Landwirtschaft und Bodenkultur, Abteilung Pflanzenschutz, für Niederbayern in Deggendorf, Grafingerstr. -evl. überholte Angabe-).

Wie gesagt, ich denke es sind zwei verschiedene Dinge: Minierfraß und noch etwas anderes :smile: .

Alles Gute, Deborah

Hi Renate :o)

Ich tippe gefühlsmäßig auf Cameraria ohridella, die Roßkastanienmotte oder Kastanienminiermotte. Sie überwintert als Puppe in der Mine des abgefallenen Blattes, sodaß eine Beseitigung des Herbstlaubs die Anzahl der Überwinterer beträchtlich reduzieren kann. Eine derartige Beseitigung des Herbstlaubs ist jedoch lediglich als flankierende Maßnahme zu einer wirksameren Bekämpfung geeignet.

Der Einsatz von Pestiziden ist zwar denkbar, wirkt jedoch auch nicht immer.

Die Eiablage der Roßkastanienmotte erfolgt ausnahmslos an der Blattoberseite, wobei die Mehrzahl der Eier in der Einbuchtung einer Nebenrippe des Teilblatts sitzt. Nach dem mehrere Tage dau-
ernden Eistadium schlüpft eine etwa 1 mm große, beinlose Raupe,
welche sich gleich in die oberseitige Epidermis einbohrt und eine epidermale Mine ausfrißt. Die Raupe ernährt sich dabei vom flüssigen Inhalt des Palisadenparenchyms.

Schau dir mal den Baum aus der Nähe an. Zumeist schwirren da eine große Anzahl von Motten rum, wenn`s Cameraria ohridella ist

°wink°

Tiger

Deine Bekannten könnten, wenn der Befall sie besorgt,
wirklich, wie empfohlen, mit einigen typischen Zweigen zum
Pflanzenschutzamt gehen. (Amt f. Landwirtschaft und
Bodenkultur, Abteilung Pflanzenschutz, für Niederbayern in
Deggendorf, Grafingerstr. -evl. überholte Angabe-).

Wie gesagt, ich denke es sind zwei verschiedene Dinge:
Minierfraß und noch etwas anderes :smile: .

Alles Gute, Deborah

Hi,

nur mal wieder der Senf dazu (meiner und nur am Rande):

Das A und O beim Pflanzenschutz ist -bei der Pflanzenprodktion- die Schadensschwelle. Frage somit: Ab wann leidet jemand Schaden durch den Schädling?

Bei der Kastanienminiermotte, und ich denke, darum handelt es sich (breitet sich gegenwaetig aus wie die Pest), geht es erst mal nicht an die Substaz des Baumes. Eine gesunde Kastanie „Steckt das Poblemlos weg“. Ein oder zwei gute Jahre, und der Befall ist vergessen, selbst wenn es im schlimmsten Fall zu völligem vorzeitigem Blatfall und anschließendem Neuaustrieb gekommen ist, der dann im Winter zurückfriert, weil er nicht ausgereift ist.

In Österreichs schoener Landeshauptstadt Wien soll angeblich gegen die Miniermotte gespritzt werden, was ich mir in der Praxis ehrlich gesagt gar nicht vorstellen kann (Abdrift???).

Daher insgesamt mein Fazit: Erst mal nix machen, dem Baum vertrauen und einfach weggucken. Wen der Baum nicht vorgeschaedigt ist, wird er das verkraften. Wenn sich der Befall ueber mehrere Jahre hinzieht, dann muss man sich ueberlegen, ob es nicht besser ist, den Baum absterben zu lassen, als teuer Geld in sehr komplizierte Spritzverfahren (nur im Fruehahr erfolgreich) zu investieren, um im Endeffekt seine ganze Umgebung einzunebeln.

Wie gesagt, nur meine Meinung. Weitere und ggf. andere Meinungen sicherlich im Brett „Garten und Pflanzen“.

Gruss,

Rudi