Was sind eigentlich Aminosäuren

Ja, ich bin ja klug genug, um sagen zu können, dass es irgendwie 20 oder 21 verschiedene gibt, versteh aber nicht, wie sie gebildet werden und was daraus gebildet wird.
Danke an die hilfsbereiten Kollegen, und eine Bitte: schreibt mir gaaaaaanz genaue und ausführliche Antworten!
T. Hugel

Also als erstes was daraus gemacht wird:

Eiweiße oder Proteine. Die genaue Sythese der Proteine (Transscription etc.) ist etwas zu umfangreich um sie hier exakt auszubreiten, aber kurz zusammengefasst:

Auf der DNA sind jeweils drei Basenpaare (sog. Tripletts) vorhanden, die eine Aminosäure codieren. Aus der DNA werden diese Triplets (einige Aminosäuren haben auch mehrere Triplets, die sie codieren) „ausgelesen“ und an der rRNA in Proteine „übersetzt“ Die rRNA ist also eine Synthesemaschine für Proteine

Die Synthese ist so einfach auch nicht zu erklären. Wenn man sich den Fahrplan der Biosythese anschaut (ein Poster von ca. 1,5 x 1 m eng bedruckt, „The most importend biochemical Pathways“), gibt es zig Synthesewege. Schau mal in ein Lehrbuch der Biochemie (z.B. in Deiner Stadt- oder Schulbibliothek), dort wird das meißt ganz gut erläutert.

Gandalf

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Für die gaaaaaanz ausführlichen Antworten gibt es Lexika *schmunzel*.
Aminosäuren sind Carbonsäuren (CH3-COOH), bei denen ein Wasserstoffatom durch eine Aminogruppe ersetzt wird (CH2-NH2-COOH). Bei der Verknüpfung von zwei oder mehr Aminosäuren entstehen Peptide, sind es hundert oder mehr, nennt man das Proteine, daraus besteht Eiweiss, mit die wichtigste Verbindung im Körper.
Die Synthese hat Dir ja Gandalf erklärt.
Gruss
Rainer

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vielleicht kann man jetzt hier auch noch losbringen: die anzahl
der möglichen aminosäuren ist unerschöpflich, siehe oben, obwohl
das optisch irgendwie anzudeuten scheint, daß es eine verbindung
zwischen aminogruppe und säuregruppe gibt, was quatsch wäre.

NH2
|
CH-COOH
|
R

trifft es optisch etwas näher, wobei R irgendein belieber
organischer restposten sein kann.
die zwanzig betreffen die von der evolution willkürlich
ausgewählten aminosäuren, aus denen biologische peptide und
proteine aufgebaut sind.

markus

Was vl auch interessant ist, ist, daß Aminosäuren Zwitterionen sind, und auch in reiner Form (also nicht gelöst oder so) so vorkommen.
Zur Erklärung: Ein Zwitterion besitzt zugleich eine positive und eine negative Ladung. Das kommt daher, daß die Säuregruppe deprotonisiert, während die Aminogruppe protonisiert.
Im Endeffekt bietet sich folgendes Bild:

NH3+
|
CH-COO-
|
R

In einer Lösung beeinflußt der pH-Wert die jeweilige Ausprägung der Ladung.
Verständlich: je tiefer der pH, desto höher die H+-Konzentration, und somit wird allgemein leichter
protonisiert, dh. die positiven Ladungen dominieren.
Bei hohem pH dreht sich der Effekt um, sodaß negative Ladungen dominieren.
Daraus läßt sich erahnen, daß es einen pH-Wert gibt, an dem beide Ladungen ausgeglichen sind; diesen pH nennt man „isoelektrisch“ und er sind von Aminosäure zu AS verschieden, da er stark von der Restgruppe abhängt.
Diese Eigenschaft kann man sich zu Nutze machen, wenn man AS trennen will, da sie bei einem bestimmten pH unterschiedliche „Wandergeschwindigkeiten“ in einem elektrischen Feld haben.
Meist setzt man bei solchen elektrophoretischen Methoden einen pH-Gradienten (also ein Gel, daß einen abgestuften pH-Wert besitzt) ein, auf dem die AS so lange wandern, bis ihr isoelektrischer Punkt erreicht wurde, und somit räumlich getrennt werden.

Das war hoffentlich nicht *zu* ausführlich!

mfg!

BStefan

Es gibt übrigens weit über 20 Aminosäuren, aber eben nur 20 sind im Protein/Peptidaufbau beteiligt -wie schon gesagt.
Ich kann übrigens alle 20, aber egal.
Zu erwähnen wäre vielleicht, dass entscheidend für die Struktur der Peptide die Art der Seitenbindungen der Aminosäureb ist. Es kommt dadurch zu hydrophoben Wechselwirkungen, Ionenbindungen und Wasserstoffbrückenbindungen z.b. .
Man teilt die Aminosäuren ein in neutrale (haben eine NH3 Gruppe und eine COOH-Gruppe), saure (´haben 2 COOH-Gruppen und eine NH3-Gruppe) und basische (haben 2 NH3-Gruppen und eine COOH). Die meisten der 20 sind neutral, 2 sind sauer und 3 basisch.
Der Rest wurde ja schon gesagt.
Ich hoffe das war richtig so.

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Als Lehrbuch der Biochemie empfele ich Lubert Stryer Biochemie, aber auch Voet und Voet s Biochemie ist nicht schlecht.

Gruß Sönke

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