Parthenogenese
Von: , Frage gestellt am Fr, 14. Jul 2000
Hallo,
ich bin zwar kein Zoologe, aber das verbreitete Wissen hat mich doch dazu bewogen mal nachzuschlagen:
Parthenogenese ("Jungfrauengeburt") wird in der Wissenschaft als besonderer Fall sexueller Fortpflanzung betrachtet, weil der Nachwuchs direkt den Gameten - hier: Eizellen - entspringt. Veränderungen in der Temperatur, pH, Salzkonzentration des umgebenden Wassers, sogar mechanische Stimulation können die Eier aktivieren und parthenogenetische Entwicklung einleiten. Eine Vielzahl von mariner Invertebraten (Nicht-Wirbeltieren), Frösche, Salamander, Eidechsen und sogar Kaninchen hat man im Experiment zur parthenogenetischen Fortpflanzung bringen können, aber die Nachkommen waren im allegemeinen schwächer, kleiner und unfruchtbar.
Parthenogenese kommt aber auch in der Natur bei vielen mehrzelligen Tieren - durchaus auch Wirbeltieren - vor. Es gibt sogar einige Arten (Rotiferen und einige Eidechsenarten) bei denen Männchen unbekannt sind. Parthenogenetische Arten sind oft diploid, weil diploide Eier während der Mitose erzeugt werden oder weil eine Verdopplung des Chromosomensatzes mit dem Beginn der Parthenogenese stattfindet. Das trifft aber nicht immer zu: Bei einigen Wasserflöhen (eigentlich Krebstiere) und einigen Amphibien pflanzen sich haploide Weibchen für einige Generationen fort. Dann entstehen ebenfalls haploide Männchen, die sich mit den Weibchen paaren können. Es kommt zum Austausch genetischen Materials, aber letztlich enstehen wieder haploide Weibchen.
Ein bekanntes Beispiel für Parthenogenese sind Honigbienen. Sexdetermination geschieht hier über die Befruchtung der Eier. Sind die Eier unbefruchtet, so entstehen Drohnen, sonst aber Arbeiterinnen oder Königinnen. (siehe auch Ameisen)
Vielleicht kann mein Beitrag nicht alle Fragen beantworten, aber wenigstens etwas mehr Klarheit geben. Falls noch weitere Fragen bleiben, sollten vielleicht professionelle Entwicklungsbiologen eingeschaltet werden.
