Antwort von
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Re: Buttersäure?!
Die Oxidation von Butanol ist natürlich eine Möglichkeit, aber es geht auch einfacher. Ein Hobbychemiker kann zwar keine Buttersäure kaufen, aber dafür Buttersäureethylester [ http://www.omikron-online.de/cyberchem/preise/prs-ht... ], den man nur verseifen muß um herrlich stinkende Buttersäure herzustellen.
Ich habe zwar keine Vorschrift zur Hand, würde aber folgende zweistufige Darstellung vorschlagen.
1. Zunächst wird der Ester basisch verseift:
H3-CH2-CH2-CO-O-CH2-CH3 + OH- --> H3-CH2-CH2-COO- + H3-CH2-OH
Als Lauge empfiehlt sich Natron- oder Kalilauge. Beim Erhitzen im Wasserbad müßte der entstehende Alkohol verdampfen und eine Lösung von Natrium- bzw. Kaliumbutyrat zurückbleiben (da ich die Löslichkeit nicht kenne weiß ich nicht, ob das Zeug sogar ausfällt). Wenn man genügend Lauge vorgelegt hat, müßte die gesamte Buttersäure als Butyrat gebunden werden und es dürfte zu diesem zeitpunkt noch nicht so sehr stinken.
2. Verdrängung der Buttersäure mit einer schwerer Flüchtigen Säure:
CH2-COO- + H+ --> CH2-COOH
Ansich ist der Schritt ganz einfach. Sobald man eine starke Säure in die Butyratlösung gibt, müßte die Buttersäure frei werden und ihren penetranten Gestank verbreiten. Will man die Säure aber in reiner Form haben, dann wird es etwas komplizierter. Wenn man die die Säure nämlich abdestillieren will, dann genügt kein Wasserbad mehr, da sie einen Siedepunkt von 162,5°C hat. Entweder man nimmt also ein Ölbad oder man destilliert im Vakuum (z.B. mit einer Wasserstrahlpumpe). Daß man dafür eine geschlossene Apparatur braucht, versteht sich von selbst.
Wenn das Kalziumsalz der Buttersäure leicht löslich ist, dann kann man das Verfahren dahingehend modifizieren, daß man den Ester im ersten Schritt mit einer Suspension von Kalziomhydroxid (Kalkmilch) verseift. Wenn man dann im zeiten Schritt die Schefelsäure zugibt, fällt das schwerlösliche Kalzuimsulfat (Gips) aus und die darüber stehende Buttersäurelösung kann einfach abfiltriert werden.
Zur Sicherheit würde ich vorschlagen, zunächst mit verdünnten Lösungen zu arbeiten und die Konzentrationen langsam zu erhöhen, wenn es nicht funktioniert. Außerdem muß man unbedingt eine Schutzbrille tragen, da Säuren und erst recht Laugen ziemlich häßliche Verätzungen hervorrufen können und wenn man das Zeug erst im Auge hat ist alles zu spät. Bei der Verseifung sollte man zudem darauf achten, daß der verdampfende Alkohol leicht brennbar ist und deshalb keine offenen Flammen in der Nähe sein sollten.