Wie Nützlinge im Garten ansiedeln?

Von: , Frage gestellt am Di, 5. Jul 2005

Ich möchte in meinem neuen Kleingarten viele Nützlinge (Insekten, Igel, Vögel, Fledermäuse ...) ansiedeln.

Wie mache ich dies am besten?

Bisher habe ich:
- Vogelhäuser (Meisen) aufgehängt
- eine Rückzugsecke aus altem Holz gebaut

Was kann man noch tun?
Was ist am Effektivsten?

Viele kurze Stichwörter, zu denen ich dann selbst weiter im Netz suchen kann, wären toll ...

Vielen Dank!
Euer
Jonas

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 8 Stunden 3 hilfreich
    Re: Wie Nützlinge im Garten ansiedeln?

    Hallo Jonas,

    ansiedeln brauchst Du nichts. Wenn es in Deinem Garten stimmt, dann kommen die Nützlinge schon von allein. Wichtig ist, dass Du die notwendigen Strukturen schaffst.
    Dabei denke ich z. B. an folgende Punkte:
    - Rasen: Kurzer englischer Rasen sieht zwar "toll" aus, bringt aber für Tiere nicht viel. Besser den Rasen (zumindest in Teilflächen) nur 1 x pro jahr schneiden. Somit haben Blumen eine Chance und mit ihnen kommen Bienen und Schmetterlinge.
    - Hecke: Bietet Nistgelegenheiten für Vögel - also Heckenschnitt nicht im Frühjahr
    - Bäume: Nistkästen sind schon gut, noch besser ist es natürlich alte und hohle Bäume (so vorhanden) zu erhalten, was natürlichen Bruthöhlen für Vögel und Fledermäuse schafft.
    - Bienen-Hummel-Schmetterlings-Pflanzen setzen (z.B. Buddleja)
    - Schmuddelecke im Garten mit Laubhaufen und Strauchschnitt als Versteck für Igel. Hier dürfen auch ein paar Brennesseln stehen bleiben (Raupenfutter für viele Schmetterlinge).
    - Chemische Keule ganz ganz hinten im Geräteteschuppen aufbewahren und möglichst niiieee anwenden.
    Wenn Du dann noch ein Bienenhotel (Lehm-Schilf-Holz-Wand) baust, dann wird es vor Nützlingen hoffentlich in ein paar Jahren in Deinem Garten wimmeln.

    Gruß
    manfred

  2. Antwort von nach 8 Stunden 3 hilfreich
    Re: Wie Nützlinge im Garten ansiedeln?

    Hi Jonas,

    die Vielfalt bringt's - und die Geduld. Also:

    - Lauter kleine Flecken, jeder mit seinem eigenen Klima, nass, trocken, schattig, sonnig, steinig, sandig, lehmig, bewachsen, bemoost. Jedes Viecherl braucht eine andere Umgebung.

    - Pflanzen aus der Natur besorgen: Moose, Gräser, Rindenbruch. Ich staune immer wieder, was aus dem Moos alles herauswächst, selbst noch nach zwei Jahren.

    - Teiche: Besser zwei als einen, lieber klein als groß, keine Pumpe, keine Fische. Die schwarzen Wannen reichen völlig aus, wichtig ist die Flachwasserzone am Rand; die Randwulste deckst Du mit Moos von einem Bach ab, nach zwei Jahren ist alles zugewuchert und die Wulste sind nicht mehr zu sehen. Ein Paradies für Frösche, Libellen, Taumelkäfer, Wasserläufer, ...

    - Teiche auffrischen: Im April ziehe ich mit zwei Eimern los und hole mir Schlamm aus der Uferzone eines Weihers, den kippe ich in die Teiche (sind nur Teichlein, 120 * 80 cm). Nach zwei, drei Tagen ist die Winterbrühe wieder klar, weiß der Geier, was da alles für Getier an der Arbeit ist.

    - In einer Ecke Steine aufschichten, die beim Garteln anfallen, bisschen Sand und Erde dazwischen, liegen lassen. Zwei Jahre später steht da alles auf einem Haufen, wonach der Biosphärenkultivator lechzt, die Vögel schleppen Samen heran.

    - Auf die Knie! Nach nicht allzulanger Zeit wird irgendein Kraut versuchen, alles andere zu ersticken. So ist sie nun mal, unsere unschuldige Natur. Das heißt, Du musst eingreifen und jäten, besser gesagt mit beiden Händen rausrupfen, was zuviel wird. Keine Sorge, kommt alles wieder - doppelt so schlimm.

    - Wiese darf auch sein, schon wegen des Kontrastes. Die letzten 30 Quadratmeter freien Raumes sprießen bis Mitte Juni als Blumenwiese, wenn das Zeug Samen geworfen hat, gehe ich mit der Sense durch, das sieht erstmal recht verrupft aus, für den Rest des Sommers wird das der Liegeplatz für die Sonnenfreunde.

    - Geduld: Drei Jahre braucht's zum Renaturieren.

    - Geduld und Spucke: Jedes Jahr aufs Neue stehe ich in der Wildnis und frage mich, was wächst da bloß alles heran. Wer zu früh ordnend eingreift, bringt sich um viel Schönes. Wer zu lang wartet, wird der Pracht nicht mehr Herr.

    - Nützlinge? Schwer zu beurteilen. Blattläuse sehe ich immer wieder, die Marienkäfer und die Ohrenkneifer scheren sich darum allerdings nicht, sie finden wohl Besseres. Der Igel kommt schon mal vorbei, um Schnecken zu fressen. Vor kurzem habe ich mal gezählt, was sich alles an Vögeln tummelt, 20 verschiedene waren es wohl. Auf einer Schafgarbe habe ich 27 unterschiedliche Fliegen und Käfer gezählt. Bienen kommen in Völkerscharen (an einer Wand wächst Wein), aber auch solitäre Wildbienen, Hummeln, Hornissen finden in den Garten. Was im Gras alles kraucht - 5 Schreckenarten, Zikaden, Tuasendfüßler, Asseln, graubraune winzige Libellen (?), und und und.

    Gruß Ralf

  3. Antwort von nach 10 Stunden 0 hilfreich
    Re: Wie Nützlinge im Garten ansiedeln?

    Moin Jonas,

    der größte Feind der Artenvielfalt ist die preußische Ordnung.

    Wenn Du kleine Biotope zuläßt, stellt sich schnell eine Artenvielfalt ein.
    Hier ein Laubhaufen, dort eine kleine Hecke.
    Hier ein Steinhaufen, dort ein Haufen mit Ästen.

    Gandalf
    der seine Frau immer wieder davon überzeugen muß ;-)

  4. Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
    Re: Wie Nützlinge im Garten ansiedeln?

    Moin,

    Stichworte: Insektenwand, Kräuterspirale, Fledermauskästen - noch besser für letztere, wenn du einen Schuppen oder ähnliches hast, der nicht völlig abgedichtet ist, da siedeln sich z.B. gerne Fledermäuse oder Käuze (je nach Gegend, in der du lebst) unterm Dach an. Ansonsten sind solche Holzhaufen und ähnliches ja schon ein guter Anfang!

    Gruß
    Cess

  5. Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
    totholzhecke

    - eine Rückzugsecke aus altem Holz gebaut
    moin jonas,

    ergänzend zu den anderen antworten noch ein effektiver tipp, sich des
    anfallenden beschnittes von baum und strauch nutzbringend zu entledigen:

    http://www.gartenweb.de/thread.php?threadid=148

    im nächsten frühjahr ist garantiert die hölle los dort.

    viel vergnügen,
    frank

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!