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Re: Kohlenmonoxyd kontra Blausäure
Bei CO: Die Zellen "verwechseln" CO mit O2 und ersticken
deshalb.
So ist es. Hinzu kommt noch, daß ein angelagertes CO-Molekül die Anlagerung weiterer O2-Moleküle an das Hämoglobin blockiert.
Bei HCN: Reagiert mit dem Eisen im Hämoglobin und bildet
Eisenhexacyanoferrat III (Berliner Blau) - deshalb kein
Sauerstofftransport mehr.
Im Berliner Blau tritt Eisen in den Oxydationsstufen II und III auf. Ob es nun aus Eisen(II)- und Hexacyanoferrat(III)-Ionen oder aus Eisen(III)- und Hexacyanoferrat(II)-Ionen gebildet wird ist dabei egal, weil ständig Elektronen zwischen den Eisenionen hin- und herpendeln (daher die blaue Farbe). Entscheidend ist aber, daß das Eisen in beiden Oxydationsstufen vorliegt.
Im Hämoglobin liegt es aber nur in der Oxydationsstufe II vor. Daraus könnte sich mit CN- bestenfalls gelbes Blutlaugensalz bilden. Da Eisen(II) im Hämoglobin aber fester gebunden ist, als im [Fe(CN)6]4-, passiert nicht einmal das. Für das Blut ist Blausäure und Cyankali also völlig ungefährlich.
Dummerweise gibt es in den Atmungsfermenten der Zellen auch Eisen(III)-Ionen welche vom CN- unter Bildung von rotem Blutlaugensalz gebunden werden. Dadurch wird die Zellatmung blockiert, was zur inneren Erstickung führt.
Erst, wenn das gebildete [Fe(CN)6]3- mit den Eisen(II)-Ionen des Hämoglobins reagiert, dann kommt es zur Bildung von unlöslichem Turnbulls Blau Fe4[Fe(CN)6]3 (welches mit unlöslichem Berliner Blau identisch ist). Dann aber ist schon alles zu spät.