Mikroskopkauf ...

Von: , Frage gestellt am Mi, 23. Aug 2000

Hallo,
ich möchte mir in nächster Zeit ein neues Mikroskop zulegen und bin noch etwas unschlüssig, auf welche technischen Kriterien ich Wert legen sollte. Vielleicht kann mir jemand bei meiner Entscheidung helfen.
Ich möchte hauptsächlich kleine Insekten, Pflanzenteile und vor allem Pilzsporen betrachten und dachte deshalb an eine max. Vergrößerung von etwa 1000 (reicht das ?).
Auf was für Qualitätsmerkmale muß ich bei den Linsen achten. Gibt es da eine Vergütung, etwa wie bei Fotoapparaten?
Ich habe von einem Fotoaufsatz gelesen, mit dem man (mit vorgesetzter Kamera) Aufnahmen der Vergrößerung machen kann. Wie funktioniert das, ist die Qualität der Aufnahmen gut?
Mit welchem Preis muß ich etwa rechnen, komme ich mit 200 bis 300,- DM hin?
Gibt es vielleicht einen Katalog, den man sich zur genaueren Recherche schicken lassen kann.

Grüße, Anja

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
    Re: Mikroskopkauf ...

    Hallo,
    [neues Mikroskop zulegen]
    Ich möchte hauptsächlich kleine Insekten, Pflanzenteile und
    vor allem Pilzsporen betrachten und dachte deshalb an eine
    max. Vergrößerung von etwa 1000 (reicht das ?).
    viel mehr wirst du mit nem normalem optischem Microskop mit weißem Licht nicht vergrößern können, mit Ölimmersion schaffst du evt. noch mehr
    achte auf einen Kreuztisch, ne Kaltlichtquelle, ob die Beleuchtungs-einheit "schiefe Beleuchtung" oder "Dunkelfeldbeleuchtung" kann Auf was für Qualitätsmerkmale muß ich bei den Linsen achten.
    ob da Zeiss drauf steht oder was anderes :-) Gibt es da eine Vergütung, etwa wie bei Fotoapparaten?
    im allgemeinen schon... Ich habe von einem Fotoaufsatz gelesen, mit dem man (mit
    vorgesetzter Kamera) Aufnahmen der Vergrößerung machen kann.
    Wie funktioniert das, ist die Qualität der Aufnahmen gut?
    Im allgemeinen wird über einen halbdurchlässigen Spiegel ein Teil des Bildes direkt in die Kamera geleitet und der andere Teil in die Okulare, natürlich vergrößert sich dadurch die Baulänge und die Lichtstärke verringert sich, und man braucht ne Spiegelreflex mit entfernbaren Objektiv, von so Boliden Wie Nikon F5 würd ich abraten, da tuts im grunde jedes Modell mit integraler Belichtungsmessung, und angenehm wär noch ein Winder mit elektrischer Auslösung.
    Sehr angenehm wär eine Kamera mit auswechselbarer Mattscheibe und Okular-Lupe, zusammen mit ner Scheibe mit Klarfleck und Doppelkreuz zum "einstellen nach verschwindender Parallaxe".
    ---
    evt. braucht du sowas aber garnicht, stell einfach dein Mikroskop auf ein Objekt scharf, dann nimm eine beliebige SpeigelreflexKamera mit Normalobjektiv, stell auf undlich ein und halte die Kamera hinter ein okular... Mit welchem Preis muß ich etwa rechnen, komme ich mit 200 bis
    300,- DM hin?
    vergiss es...nunmal ernsthaft, auf diesen Quelle/Otto/sonstwer- produkten steht auch drauf das sie 1500 fach vergrößern, tun se zugegebenermaßen auch, nur ob man dann noch was erkennt ist die Frage...
    ich habe mir für Mechanische Arbeiten ein Russisches "Qualittäts" ? Stereo Mikroskop gleistet mit max 80 facher vergrößerung, auf'm Flohmarkt hat das incl. etwas Zubehör schon 500,- gekostet, im Laden nebenan stand das gleiche Modells mit 850,- im Fenster, Für normale Mikroskope mit 1000-facher Vergrößerung die auch was taugen, sollte man mindestens doppelt soviel anlegen. Grüße, Anja
    ciao norbert

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Mikroskopkauf ...

    Mit welchem Preis muß ich etwa rechnen, komme ich mit 200 bis
    300,- DM hin?
    Wenn Du eine Null dranhängst, kommst Du der Sache schon näher.
    OK, ganz so graß ist es nicht, aber unter 1000,- Dm läuft bei Neugeräten wenig ab, wenn die Qualität stimmen soll. Wenn Du Dir ein billigeres Gerät kaufst, ärgerst Du Dich schnell und mußt Dir ev. dann doch was teureres Kaufen --> doppeltes Geldausgeben.

    Tip:
    Versuch mal ein Gebrauchtgerät zu kriegen.
    Also Suchmaschine anschmeißen und los.
    Vielleicht auch mal im Brett Fotografie nach Adressen fragen

    • Antwort von nach 12 Tagen hilfreich
      gebrauchtes Mikroskop

      Hi
      Das Anatomische Institut in Erlangen (ich hoffe, dass ist nicht zu weit weg) verkauft z.Z. gebraucht Mikroskope (sehr gut, mit beleuchtung von unten) für 60 DM, allerdings kann man damit nicht fotographieren.
      Grüße
      Moritz [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  3. Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
    Re: Mikroskopkauf ...

    Hallo Anja,
    was die anderen schon geschrieben haben, ist ok.
    Ich denke, daß gerade für die beschrieben Aufgaben eine Vergrößerung zwischen 10...100 gut ist.
    Mit Vergrößerungen über 100 kann man an Pflanzen und Insekten keine Strukturen mehr erkennen.
    Auch die Beleuchtung wird zum Problem, und teuer.
    Auch die Tiefenschärfe wird unzureichend.
    -> Vergrößerung bis herunter ca. 10 ist notwendig, um
    ein Insekt oder Samen auch mal im ganzen zu sehen!
    -> ab ca. 30 sieht man eh nur noch einzelne Teile, wie
    z.B Auge oder Beine vom Insekt
    Ich hatte vor kurzem selber das Problem, ein Mikroskop
    zu beschaffen. Kann evtl. noch mal einige Quellen raussuchen.
    Falls noch bedarf, schicke mir ne Mail.
    Gruß Uwi [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  4. Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
    Re: Mikroskopkauf ...

    Hallo Anja,
    ich bin mir nicht im klaren ob du wirklich ein Mikroskop oder eher eine sogenannte Stereolupe (auch Stereomikroskop, Binokular oder kurz "Bino" genannt) benötigst.
    Ein Mikroskop vergrößert sehr stark, aber das Bild ist nur in einer ganz schmalen Ebene scharf. Deswegen kann man damit keine dreidimensionalen Strukturen erkennen (außer man ist sehr geübt und hat viel Erfahrung). Außerdem ist ein Mikroskop meist darauf ausgelegt, das Licht durch das Objekt, das man betrachtet, hindurch fallen kann. Undurchsichtige oder zu dicke Objekte sind schwarz und man erkennt nichts (Dazu gibt es auch Sonderlösungen, aber die kosten mehr). Deswegen ist auch nicht viel Platz unter dem Objektiv und die Deckgläschen sind nur 10tel Millimeter dick. Die Vergrößerung eines Lichtmikroskops endet etwa bei 1000 - 1200fach. Bei dieser Vergößerung hängt die Qualiät des Bildes ganz entscheident von der Güte des optischen Sytems ab und das hat seinen (hohen) Preis. Bei geringeren Vergößerungen kann auch ein weniger gutes System akzeptabele Bilder liefern. Aber bist du sicher das du eine solch hohe Vergrößerung benötigst. 1000fache Vergrößerung bedeutet, dass du Teile eine Pflanzenzelle noch auflösen kannst (z.B die Polkappen, Spindelfasern und Chromosomen bei der Zellteilung!!!!). Selbst Pilzsporen sind dagegen riesig.....
    Weiterhin ist die Leichtgängigkeit des Triebs für den Revolver, des Focus und des Kreutztisches bei Dauergebrauch angenehm. Die Einstellmöglichkeiten bei der Beleuchtung tragen sehr zur Qualität des Bildes bei. Für dich könnte auch Dunkelfeldbeleuchtung wichtig sein, die gehört aber selten zur Standardausrüstung.
    Der Preis: 3500-4000 DM Minimum, nach oben offen
    Fotoadapter kosten meist ein Heidengeld, weil ein zusätzlicher Lichtgang eingebaut wird (da gibts aber auch Low-Tech-Selber-Bastel-Lösungen die sehr gut arbeiten). Auch sind nicht alle Kameras für solche Aufnahmen zu gebrauchen.

    Bei einem Bino (Stereolupe) endet die Vergößerung etwa bei 200-250fach. Für die meisten Arbeiten sind die großen Vergrößerungen aber nicht mehr so wichtig (Es seidenn du zählst die Zähne auf den Mundwekzeugem von Collembolen - Mein eigenes Bino endet bei 160, aber brauchbar ist es nur etwa bis 120). Du kannst die Dinge dreidimensional und lagegerecht betrachten (im Mikroskop ist das Bild spiegelverkehrt) und die Tiefenschärfe ist erheblich größer. Man arbeitet mit Auflicht, d.h. die Dinge werden mit einer Lampe von der Seite beleuchtet und man schaut von oben darauf. Und du kannst relativ große Objekte betrachten z.B. eine ganze Blüte oder ein Insekt.
    Die Lampe gehört nicht zur Ausstattung und muß extra gekauft werden.
    Beim Bino hängt der Preis nicht so sehr an der Güte der Optik, denn die geringere Vergrößerung erfordet nicht so hohe Standards (aber bessere Optik kostet natürlich mehr). Der Bedienungskomfort ist eher entscheident z.B großes Gesichtsfeld, stufenloser Zoom zwischen allen Vergrößerungen, zusätzliche Meßeinrichtungen, Fotoadapter, Zeichenspiegel etc.
    Preis: 1500 - 2500 DM Minimum; sehr gute Modelle etwa 2500 bis 4000, je nach Ausstattung auch mehr; Spitzengeräte 10000 und mehr.
    Lichtquelle: Billig Lösung ca. 100 - 200 DM (kleine Leuchte die am Bino befestigt ist - taugt aber meist nicht). Extra Halogen Kaltlichtlampe mit 1-3 Glasfaserschwenkarmen ca. 750 - 1500 DM (Eigentlich die einzig brauchbare Beleuchtung).

    Ansonsten lass dir von einem alten Profi, der schon seit 20 Jahren mit Binos und verschiedensten Mikroskopen gearbeitet hat sagen: Was nichts Kostet, taugt nichts - In diesem Bereich gib's keine "Schnäppchen" [ übrigens ein Rasterelektronenmikroskop ist wirklich ein tolles Gerät, auch für Deine Zwecke - falls du gerade mal 1,5 Millonen Mark übrig hast ;-) ]. Kleine Ausnahme sind die russischen Sachen, aber die findet man nur noch selten (Vielleicht Flohmarkt/Internet wie schon jemand sagte). Bei manchen Händlern gibt es auch schon mal asiatische Direktimporte zu relativ günstigen Preisen (es muß ja nicht immer Leitz oder Zeiss drauf stehen damit es gut sein kann).

    Bis denn
    Ortwin

    PS: Ich werde mir demnächst selbst ein Mikroskop zulegen (eine billige Lösung!!! aber ein paar Tausender werden es wohl werden), hab aber noch nicht weiter recherchiert. Falls es dich interessiert kann ich dir ja ein paar Infos zukommen lassen (Links, Adressen) wenn es soweit ist.

Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!