Selektionsdruck

Von: , Frage gestellt am So, 27. Aug 2000


Alle Organismen haben sich durch den Selektionsdruck den sich ständig wechselnden Lebensbedingungen angepasst (z.B. Darwinfinken). Wie schnell kann die Evolution auf Umweltveränderungen reagieren um Lebensformen an neue Lebensbedingungen anzupassen?
Mit freundlichen Grüßen Alexander

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
    Re: Selektionsdruck

    Hallo Alexander,
    wenn ich bedenke, wie schnell Krankheitsereger, Parasiten und andere Schädlinge gegen all die Mittelchen resistent werden, die wir ihnen verabreichen, gehe ich mal davon aus, daß die Evulution sehr schnell auf Umweltänderungen reagieren kann. Bei höheren Lebewesen wird es natürlich wesentlich länger dauern, weil der Generationszyklus viel länger ist und auch die "Stückzahlen" viel geringer sind. Dies wird dafür durch eine höhere Intelligenz zumindest teilweise kompensiert.
    Bestes Beispiel ist der Mensch, der, trotz eines nur mangelhaft ausgestatteten Körpers, fast überall auf, und inzwischen ja auch außerhalb der Erde überleben kann.

    Jörg [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 5 Stunden hilfreich
      Re^2: Selektionsdruck

      Lieber Jörg,
      vielen Dank für die interessante Antwort. Es ging mir in meiner Frage eigentlich um die Wirbeltiere. Vor Jahren las ich in einer russischen Geologischen Zeitschrift einen netten Artikel: Der Mammut ist nicht ausgestorben, sondern er hat sich durch Umwelteinflüsse in Mausgröße zurückentwickelt (Mamotschki). Es war ein hübscher und intelligenter Spaß. Doch kam ich nie mehr von der Frage los, wie lange denn so etwas dauern würde.

      mfg, Alexander wenn ich bedenke, wie schnell Krankheitsereger, Parasiten und
      andere Schädlinge gegen all die Mittelchen resistent werden,
      die wir ihnen verabreichen, gehe ich mal davon aus, daß die
      Evulution sehr schnell auf Umweltänderungen reagieren kann.
      Bei höheren Lebewesen wird es natürlich wesentlich länger
      dauern, weil der Generationszyklus viel länger ist und auch
      die "Stückzahlen" viel geringer sind. Dies wird dafür durch
      eine höhere Intelligenz zumindest teilweise kompensiert.
      Bestes Beispiel ist der Mensch, der, trotz eines nur
      mangelhaft ausgestatteten Körpers, fast überall auf, und
      inzwischen ja auch außerhalb der Erde überleben kann.

      Jörg

      • Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
        Re^3: Selektionsdruck

        Lieber Jörg,
        vielen Dank für die interessante Antwort. Es ging mir in
        meiner Frage eigentlich um die Wirbeltiere. Vor Jahren las ich
        in einer russischen Geologischen Zeitschrift einen netten
        Artikel: Der Mammut ist nicht ausgestorben, sondern er hat
        sich durch Umwelteinflüsse in Mausgröße zurückentwickelt
        (Mamotschki). Es war ein hübscher und intelligenter Spaß. Doch
        kam ich nie mehr von der Frage los, wie lange denn so etwas
        dauern würde.

        Hallo Alexander,
        das mit dem Mammut halte ich für eine sehr gewagte Vermutung. Auf jeden Fall landen viele Entwicklungen der Evulution in einer Sackgasse und sterben endgültig aus.
        einen Zahlenwert als allgemeingültige Antwort kannst Du auf Deine Frage sicher nicht erwarten. Das dürfte sehr stark von dem Generationszyklus und dem Selektionsdruck abhängen. Wenn sich nur einer von 100 Nachkommen wieder fortpflanzen kann, geht das natürlich viel schneller als wenn fast alle "durchkommen".
        Ich habe mal in der Schule gelernt, daß die Menschen vor etwa 12000 Jahren Wölfe zu Haustieren gemacht haben ( wer über aktuellere Erkentnisse verfügt, möge mich berichtigen ). Wenn man die Zucht als künstlichen Selektionsdruck betrachtet, kannst Du am Beispiel Hund sehen, was in 12000 Jahren an Anpassung möglich wäre. Die Zeit zur Entwicklung vom Affen zum Menschen soll wohl irgendwo im Bereich 1-10 Mio. Jahre liegen.

        Jörg

  2. Antwort von nach 22 Stunden hilfreich
    Re: Selektionsdruck

    Hallo,
    "... das mit dem Mammut halte ich für eine sehr gewagte Vermutung."
    Der Momotschki-Artikel war natürlich nur ein imtelligenter Spass - ein offensichtlicher Unsinn
    wurde wissenschaftlich-verbrämt erklärt. Das war zumindest in Sowjet-Zeiten ein
    ungewöhnlicher Artikel, da Wissenschaftsberichte in Sowjetzeiten sich nur an Fakten
    orientierten und daher oft eine schwer zu konsumierende Kost waren.

    "... sehr stark von dem Generationszyklus und dem Selektionsdruck abhängen."
    Jede Veränderungen sind natürlich von diesen Faktoren abhängig. Daraus ergibt sich, dass
    die Evolutionsgeschwindigkeit in hohem Maße variabel ist.

    "...daß die Menschen vor etwa 12000 Jahren Wölfe zu Haustieren gemacht haben..."
    Die Zuchtauswahl ersetzte den Selektionsdruck.

    "...Affen zum Menschen soll wohl irgendwo im Bereich 1-10 Mio. Jahre liegen."
    Schimpansen, Gorillas und Menschen hatten vor weniger als 5 Mio. Jahre einen
    gemeinsamen Vorfahren, wie ein Kiefernfund (Samburu-Oberkiefer) vermuten läßt.

    mfg. Alexander

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Selektionsdruck

      "...Affen zum Menschen soll wohl irgendwo im Bereich 1-10 Mio. Jahre liegen."
      Schimpansen, Gorillas und Menschen hatten vor weniger als 5 Mio. Jahre einen gemeinsamen Vorfahren,
      wie ein Kiefernfund (Samburu-Oberkiefer) vermuten läßt.
      Die Untersuchung der ribosomalen DNS von Menschen und Menschnaffen liefert folgendes Bild: Vor 5 Millionen Jahren trennten sich Mensch und Schimpanse. Vor 10 millionen Jahren verließ uns der Gorilla und vor 15 millionen Jahren machten sich die Orang-Utans selbstständig.

      Gemäß der gefundenen Fossilien spaltete sich der Orang-Utan bereits vor 17 millionen Jahren, Gorilla und Schimpanse dagegen vor 11 millionen Jahren ab. Der gemeinsamer Vorfahr des Menschen und der rezenten Menschenaffen, der Proconsul Africanus, lebte vor ungefähr 20 Millionen Jahren.

      Die Diskrepanz zwischen der genetischen und archäologischen Datierung resultiert aus der einfachen Tatsache, daß zwischen den einzelnen Fossilienfunden mehrere millionen Jahre große Lücken klaffen.

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