…und was haben sie mit Krebs oder Alterungsprozessen zu tun?
Bisher habe ich nur erfahren, dass so die Endstücke der Chromosomen bezeichnet werden.
…und was haben sie mit Krebs oder Alterungsprozessen zu tun?
Bisher habe ich nur erfahren, dass so die Endstücke der Chromosomen bezeichnet werden.
…und was haben sie mit Krebs oder Alterungsprozessen zu tun?
Bisher habe ich nur erfahren, dass so die Endstücke der
Chromosomen bezeichnet werden.
Soweit richtig. Das sind spezielle, repetetive (wiederholte) Basen-Sequenzen am Ende der Chromosomen, welche die DNA-Fäden vor einem Abbau schützen sollen (und wahrscheinlich noch andere organisatorische Aufgaben haben).
Wenn sich eine Zelle teilt, muß sie die DNA kopieren. Der DNA-Doppelstrang wird dazu ein die Einzelstränge getrennt (die zueinander „komplementär“ sind wie Fuß und Fußabdruck. Der jeweils andere Strang wird dann neu gebildet, mit dem vorhandenen Strang als „Matritze“. Damit das funktioniert, braucht man kurze Starter-Sequenzen, die sind aus RNA und nicht aus DNA. Die werden hinterher wieder rausgeschmissen. An den Enden der Chromosomen können diese jetzt fehlenden Stücke aber nicht mehr (ohne weiteres) ersetzt werden. Wenn sich eine Zelle so 50zig mal geteilt hat, sind die Telomere zu kurz geworden und weitere Zellteilungen werden unterbunden (und evtl. wird ein „Selbstmordprogramm“ der Zelle eingeleitet).
Ein bildhafter Vergleich: Stell dir vor, „Zellteilung“ bedeutet, daß du eine Stufe auf einer „Treppe“, besser einen „Turm“ hochsteigst, wobei du diese (neue) Stufe (Stockwerk) selbst erstmal auf die bereits vorhandene Stufe legen mußt. Die neue Stufe kann nicht so groß sein wie die alte, weil du für deine Füße noch etwas Platz brauchst, um darauf zu stehen, wenn du die nächste Stufe aufsetzt. So werden die Stufen immer schmaler, je höher du steigst.
Was das mit dem Alterungsprozeß zu tun hat, ergibt sich ja ziemlich unmittelbar daraus (Zellen sterben ab, die Regenaration von Zellen im Gewebe läßt nach, Gewebe und Organe „altern“).
Die Keimzellen dürfen allerdings nicht altern. Der Organismus betreibt großen Aufwand, um die Mutationsrate in diesen Zellen gering zu halten (s.u.). Die Teilungs-Begrenzung durch die telomere tricksen die Keimzellen aus, indem sie ein Enzym bilden, die Telomerase, welche von sich aus die Telomere verlängern können.
Es macht Sinn, daß (Körper-)Zellen nach einiger Zeit absterben, weil sie Fehler im Erbgut ansammeln und durch Verlußt ihrer Kontrollierbarkeit im Organismus zu einer Gefahr für selbigen werden können. Dazu haben sie genetische Programme, die das steuern. Die können aber selbst kaputt sein. Jetzt teilt und vermehrt sich eine solche defekte Zelle fröhlich weiter, aber irgendwann sind die Telomere weg und ihre ungehemmte Ausbreitung wird trotzdem gestoppt. Manchmal wird in solchen zellen aber auch das Programm für die Telomerase aktiviert, was eigentlich nur in Keimzellen passieren darf. Jetzt unterliegt die Zelle in Wachstum und Teilung keiner inneren Kontrolle mehr und die Transformation (Umbildung) einer Körperzelle zu einer Tumorzelle ist fertig.
Gruß
Jochen