Wie ist das mit dem suaerstoff aus pflanzen?

hy
meine frage hört sich vielleicht ddof an, aber sie gehen mir schon lange durch den kopf.
1.) bekommen wir 100% unseres Sauerstoffes auf der erde von den pflanzen?
2. ) wenn ja, heisst das, dass in waldreichen etc. gebieten der suaerstoffgehalt messbar höher ist als z.Bsp. in der taiga oder wüste ? merkt man den unterschied bereits deutlich in einem wald im unterschied zu wiesenladnschaft ?
3.) in krankenhäusern sollte man nachts keine blumen haben, ich erinner mich düster an assimilation etc. , hiesst das, dass pflanzen
nachts weniger suaerstoff abgeben, und meine frage : folgt daraus, dass nachts im wald messbar weniegr sauerstoff ist ?
ihr lieben, auch wenn ihr schmunzelt und ich wahrscheinlich in den entsprechenden schulstunden geschwänzt habe, ihr erfüllt mir mit der beantwortung einen lang gehegten wunsch
danke
charles

Hallo!

meine frage hört sich vielleicht ddof an,

Aber höchstens wegen der Tippfehler… :wink:

aber sie gehen mir
schon lange durch den kopf.
1.) bekommen wir 100% unseres Sauerstoffes auf der erde von
den pflanzen?

Sagen wir: von den Fotosynthesebetreibenden Organismen. Dazu gehören neben den Pflanzen auch die Cyanobakterien und die Algen (letztere gehören nur im weiteren Sinne zu den Pflanzen).

  1. ) wenn ja, heisst das, dass in waldreichen etc. gebieten
    der suaerstoffgehalt messbar höher ist als z.Bsp. in der taiga
    oder wüste ?

Die Taiga ist ein Waldgebiet.

Die Wüste produziert zwar wesentlich weniger Sauerstoff, aber sie verbraucht auch weniger. Denk mal an die zahlreichen Bodenorganismen, die die Waldstreu im Wald abbauen müssen und in der Wüste fehlen! Außerdem durchmischt sich die Atmosphäre in der untersten Schicht wetterbedingt recht schnell, so dass es in der Wüste nie zu einer echten Sauerstoffknappheit kommen dürfte.

merkt man den unterschied bereits deutlich in
einem wald im unterschied zu wiesenladnschaft ?

Aber ja! (Vor allem aber den Unterschied am CO2-Gehalt)

3.) in krankenhäusern sollte man nachts keine blumen haben,
ich erinner mich düster an assimilation etc. , hiesst das,
dass pflanzen
nachts weniger suaerstoff abgeben,

Sie geben nachts keinen Sauerstoff ab. Im Gegenteil: Sie verbrauchen Sauerstoff. Das ist aber kein Grund dafür, dass die Pflanzen nachts auf den Gang gestellt werden. Hierzu der sehr lesenswerte Artikel (wie immer bei solchen Fragen):

http://www.zeit.de/stimmts/1997/1997_44_stimmts

und meine frage : folgt
daraus, dass nachts im wald messbar weniegr sauerstoff ist ?

Sauerstoff macht immerhin 21% der Atmosphäre aus, Kohlenstoffdioxid nur Null-Komma-Weißnichtwas. Man wird also einen deutlichen Anstieg des CO2-Gehalts messen, auch wenn die Abnahme des Sauerstoffgehalts prozentual eher gering ist. Wie deutlich der Effekt ist, kann ich nicht sagen, aber er ist definitv da.

Übrigens schwankt der CO2-Gehalt der Atmosphäre im jahreszeitlichen Rhythmus, weil die laubwerfenden Bäume auf der Nordhalbkugel im Herbst/Winter keine Blätter haben. Und es gibt (einfach aufgrund der Verteilung der Landmassen) auf der Nordhalbkugel viel mehr sommergrüne Bäume als auf der Südhalbkugel.

ihr lieben, auch wenn ihr schmunzelt und ich wahrscheinlich in
den entsprechenden schulstunden geschwänzt habe, ihr erfüllt
mir mit der beantwortung einen lang gehegten wunsch

Ach weißt Du, ich kenne Schüler, die auch nicht mehr wissen, obwohl sie in den betreffenden Stunden nachweislich nicht geschwänzt haben…

Michael

P.S.: Mit Google und den Suchbegriffen „Sauerstoffproduktion Buche“ habe ich gerade gefunden, dass eine Buche in der Stunde 370 Liter Sauerstoff abgibt. Das sollte sich doch irgendwie bemerkbar machen, oder nicht?

hallo, lieber michael,
danke für die ausführlichen und sehr interessanten antworten.
danke, dass ich jetzt ein wenig mehr weiss und auch keine blumen mehr aus krankenzimmern ruasstellen werde.
herzliche grüsse
charles

Huhu,

zusätzlich zu dem, was Michael schon gesagt hat:

Die 21% Sauerstoff, die unsere Atmosphäre enthält, stammen in der Bilanz im Wesentlichen von Bakterien, die vor Urzeiten Photosynthese gemacht haben und am Grund von Seen und Meeren dann zu Erdöl wurden.

Zu Zeiten dieser großen Umweltkatastrophe war Sauerstoff ein starkes Umweltgift. Zum Glück ist über einige zig Millionen Jahre erstmal das meiste des produzierten Sauerstoffs als Oxid (v.a. als Eisenoxid) gebunden worden. Schließlich reicherte es sich aber in der Atmosphäre an und sorgte so für das erste große Artensterben auf der Erde.

Wohl denen, die sich zu schützen oder - noch besser - den agressiven Sauerstoff zu nutzen wußten. Auch das waren Bakterien, wahrscheinlich Rhodospirillen-Ahnen. Die konnten den Sauerstoff veratmen (=zu Wasser verbrennen) und so Energie gewinnen. Ab dann stellte sich ein Gleichgewicht zwischen Freisetzung von Sauerstoff aus Wasser und der Verbrennung von Sauerstoff zu Wasser ein (als Trägersubstanz für den Wasserstoff dient der Kohlenstoff, der bei der Photosynthese ausgehend von CO2 zu Kohlehydraten reduziert wird und bei der Atmung ausgehend von Kohlehydraten wieder zu CO2 oxidiert wird - der Sauerstoff-Kreislauf ist also an einen Kohlenstoff-Kreislauf gekoppelt). Seither kommt also kein „neuer“ Sauerstoff mehr in die Atmosphäre. Jede Pflanze verbraucht in der Summe in ihrem Lebenszyklus (den Abbau mit eingerechnet!) so viel Sauerstoff, wie sie freisetzt.

Nur nochmal so ein Gedanke (weil das auch immer viele Leute beschäftigt): Mehr oder weniger Wald auf der Erde ändert also nicht die Sauerstoff-Bilanz. Das Verbrennen von Erdöl ändert die Bilanz jedoch. Und das läßt sich nicht durch das Aufforsten von Wald kompensieren.

LG
Jochen