Brennen von Alkohol

Hallo liebes Forum,
ich hab mal wieder eine unlösbare Chemiehausaufgabe vor mir…
Thema ist das brennen von Alkohol.

Wie lässt es sich verhindern, dass beim Brennen von Gäransätzen Methanol in das zum Trinken bestimmte Destillat gelangt?

Ich komme mit der Aufgabe nicht ganz klar, weil ich dachte, dass beim Brennen, also bei der Destillation von Alkohol, sowieso nur Ethanol und Aromastoffe vom Wasser getrennt werden und kein gifitges Methanol. Wo wir schon dabei sind…Wenn ich schon möglichst viel Ethanolanteile haben will, ist es nicht sinnvoll einfach dem Most Zucker zuzusetzen?Entsteht dann zwangsweise mehr Methanol?

Für Antoworten bin ich dankbar.

Gruß Jack

Wie lässt es sich verhindern, dass beim Brennen von
Gäransätzen Methanol in das zum Trinken bestimmte Destillat
gelangt?

Der Siedepunkt von Methanol ist niedriger als der von Ethanol.
Deshalb verwirft man normalerweise den Vorlauf (das, was zuerst verdampft), der das meiste Methanol enthält.

LG
Stuffi

Hallo liebes Forum,

Hallo lieber Schreiber,

ich hab mal wieder eine unlösbare Chemiehausaufgabe vor mir…

Kvark… des krign ma hin :wink:

Thema ist das brennen von Alkohol.

Hatten wir zwar schon des öfteren, aber nu…

Wie lässt es sich verhindern, dass beim Brennen von
Gäransätzen Methanol in das zum Trinken bestimmte Destillat
gelangt?

Stichwort: Fraktionierte Destillation
Siedepunkt MEthanol: 65°C
Siedepunkt Ethanol: 78,37°C

Wie schon geschrieben: Vorlauf wird separiert, da sich hier das Methanol konzentriert.

(…) Wo wir schon dabei sind…Wenn ich
schon möglichst viel Ethanolanteile haben will, ist es nicht
sinnvoll einfach dem Most Zucker zuzusetzen?Entsteht dann
zwangsweise mehr Methanol?

Methanol entsteht bei der alkoholischen Gärung hauptsächlich aus Pektin, Ethanol aus Fruchtzucker (vereinfacht).

Für Antoworten bin ich dankbar.

Bittbar… aber Hausaufgaben musst Du nun selber machen :wink:))

Gruß Jack

Ebenso Grüße

Midir
(P.S.: schau mal hier im Forum nach… da gab es in letzter Zeit einiges zum Thema Alkohol und Gärung)

Hallo lieber Jack,

ich hab mal wieder eine unlösbare Chemiehausaufgabe vor mir…
Thema ist das brennen von Alkohol.

klar brennt Alkohol, sowohl in der Kehle, als auch auf Wunden beim Reinigen derselben :wink:
SCNR

Wie lässt es sich verhindern, dass beim Brennen von
Gäransätzen Methanol in das zum Trinken bestimmte Destillat
gelangt?

Wie schon gesagt, liegt der Siedepunkt von Methanol mit 65 °C niedriger als der von Ethanol mit 78 °C.
Daher verdampft er schneller bzw. in höherem Maß als Ethanol.
Zudem wird das Verfahren der sog. Rektifikation angewandt, das eine bessere Trennung gewährleistet.

Das Methanol ist dann hauptsächlich im sog. Vorlauf, der entweder verworfen oder anderweitig verwendet wird.
Substanzen die (deutlich) höher als Ethanol sieden bleiben bei der Destillation im Siedekessel zurück, der sog. Sumpf.

Wenn ich
schon möglichst viel Ethanolanteile haben will, ist es nicht
sinnvoll einfach dem Most Zucker zuzusetzen?

Das darf aus gesetzlichen Gründen meist nicht passieren, sonst darf sich der Cognac nicht mehr Cognac und der Whisky nicht mehr Whisky nennen.
Bei Kornbränden (Whisky, Korn etc.) wird der Zucker aus der Stärke hergestellt und eine weitere Zugaben von Zucker wäre sogar kontraproduktiv, weil die Hefen nur eine gewisse Menge Zucker vertragen (Substratinhibition), oder von entstandenen Ethanol getötet werden (Produktinhibition). Bei Weinbrand verhält es sich ähnlich.

Entsteht dann
zwangsweise mehr Methanol?

Methanol entsteht nicht aus Zucker, sondern aus anderen Substanzen. Bei Kartoffelschnäpsen ist z.B. viel Methanol drin, weil die Kartoffeln Methylether enthalten, die bei der Vergärung Methanol freisetzen. Bei Obstmaischen ist es ähnlich.

Hoffe geholfen zu haben.

Gandalf

Substratinhibition? (oT)
Hallo Gandalf,
darf ich mal zwischenfragen?

weil die Hefen nur eine gewisse Menge Zucker vertragen (Substratinhibition)

Was meinstn du hier mit Substratinhibition, gibt es da einen bestimmten Mechanismus, der die Hefen am verarbeiten von zu viel Zucker hindert?
Hätte gedacht, dass die Hefeenzyme einfach irgendwann ausgelastet/abgesättigt sind und die Umsatzgeschwindigkeit deswegen nicht weiter steigt, aber nicht abfällt?
Oder heißt das einfach, dass der ganze Zucker andersweitig nicht gut für die Hefen ist, wegen Osmose oder so?

Sorry für die dumme Frage, bei „Inhibition“ denke ich immer gleich an irgendwelche Regelungsmechanismen, und das scheint mir hier seltsam. (-;

Liebe Grüße,
Amoeba

Hallo Amoeba,

Was meinstn du hier mit Substratinhibition, gibt es da einen
bestimmten Mechanismus, der die Hefen am verarbeiten von zu
viel Zucker hindert?

genau.

Hätte gedacht, dass die Hefeenzyme einfach irgendwann
ausgelastet/abgesättigt sind und die Umsatzgeschwindigkeit
deswegen nicht weiter steigt, aber nicht abfällt?
Oder heißt das einfach, dass der ganze Zucker andersweitig
nicht gut für die Hefen ist, wegen Osmose oder so?

Wie der genaue Mechanismus arbeitet, kann ich nicht sagen, aber ab einer gewissen Konzentration an Zucker können viele Hefen nicht mehr arbeiten.
Der Most von einigen Eisweinen ist so dick, daß das vorkommen kann.

Dann gibt es noch einige andere Konservierungsverfahren die auf diesem Mechanismus basieren, z.B. Kandieren. Honig ist auch aus diesem Grund (u.a.) nahezu unbegrenzt haltbar.

Gandalf

Hallo lieber Jack,

ich hab mal wieder eine unlösbare Chemiehausaufgabe vor mir…
Thema ist das brennen von Alkohol.

klar brennt Alkohol, sowohl in der Kehle, als auch auf Wunden
beim Reinigen derselben :wink:
SCNR

Wie lässt es sich verhindern, dass beim Brennen von
Gäransätzen Methanol in das zum Trinken bestimmte Destillat
gelangt?

Wie schon gesagt, liegt der Siedepunkt von Methanol mit 65 °C
niedriger als der von Ethanol mit 78 °C.
Daher verdampft er schneller bzw. in höherem Maß als Ethanol.
Zudem wird das Verfahren der sog. Rektifikation angewandt, das
eine bessere Trennung gewährleistet.

Im einfachsten Fall, wenn man keine Anlage mit vielen „Böden“ hat, destilliert man die erste geschnittene Fraktion nochmals und schneidet wieder die Methanol haltige Vorlauf-Fraktion weg.
Udo Becker

Das Methanol ist dann hauptsächlich im sog. Vorlauf, der
entweder verworfen oder anderweitig verwendet wird.
Substanzen die (deutlich) höher als Ethanol sieden bleiben bei
der Destillation im Siedekessel zurück, der sog. Sumpf.

Wenn ich
schon möglichst viel Ethanolanteile haben will, ist es nicht
sinnvoll einfach dem Most Zucker zuzusetzen?

Das darf aus gesetzlichen Gründen meist nicht passieren, sonst
darf sich der Cognac nicht mehr Cognac und der Whisky nicht
mehr Whisky nennen.
Bei Kornbränden (Whisky, Korn etc.) wird der Zucker aus der
Stärke hergestellt und eine weitere Zugaben von Zucker wäre
sogar kontraproduktiv, weil die Hefen nur eine gewisse Menge
Zucker vertragen (Substratinhibition), oder von entstandenen
Ethanol getötet werden (Produktinhibition). Bei Weinbrand
verhält es sich ähnlich.

Entsteht dann
zwangsweise mehr Methanol?

Methanol entsteht nicht aus Zucker, sondern aus anderen
Substanzen. Bei Kartoffelschnäpsen ist z.B. viel Methanol
drin, weil die Kartoffeln Methylether enthalten, die bei der
Vergärung Methanol freisetzen. Bei Obstmaischen ist es
ähnlich.

Hoffe geholfen zu haben.

Gandalf

Vielen, vielen Dank Leute. Ihr habt mir geholfen. Ihr dürft aber ruhig weiter diskutieren, ich lese gerne weiter.

Gruß Jack

Daher verdampft er schneller bzw. in höherem Maß als Ethanol.
Zudem wird das Verfahren der sog. Rektifikation angewandt, das
eine bessere Trennung gewährleistet.

Im einfachsten Fall, wenn man keine Anlage mit vielen „Böden“
hat, destilliert man die erste geschnittene Fraktion nochmals
und schneidet wieder die Methanol haltige Vorlauf-Fraktion
weg.

Ob das einfacher ist, als eine Kolonne einzubauen, darf bezweifelt werden.