SDS-Gelelektrophorese

Guten Morgen liebe W-W-W-Gemeinde,

bei der SDS-Gelelektrophorese wird SDS zugegeben, um die Eigenladung der zu trennenden Moleküle abzuschirmen. Alle Moleküle hätten dann, so wird es überall beschrieben, die gleiche Ladung.

Diesen letzten Punkt verstehe ich aber nicht. Die Analyt-Moleküle sind doch unterschiedlich groß. Die SDS-Moleküle lagern sich als Tensid solange an der Oberfläche des Analyten an, bis die Oberfläche dicht gepackt ist, also gesättigt. Die Sulfat-Köpfchen ragen mit ihrer negativen Ladung hervor.

Frage: Je nach Größe des Moleküls müßte so doch die effektive Ladung der Mizellen unterschiedlich sein, oder? Das wollte ich doch aber grad vermeiden!

Kann’s mir nicht erklären und es steht auch nirgends näher erklärt.

Danke für Hinweise,
Spiff

Hallo!

bei der SDS-Gelelektrophorese wird SDS zugegeben, um die
Eigenladung der zu trennenden Moleküle abzuschirmen. Alle
Moleküle hätten dann, so wird es überall beschrieben, die
gleiche Ladung.

Äh, ich glaube eher, die Ladung pro Masseneinheit sei danach nahezu gleich. Ich mache mehr Molekularbiologie als Biochemie, aber das ist trotzdem so, glaube ich.

Diesen letzten Punkt verstehe ich aber nicht. Die
Analyt-Moleküle sind doch unterschiedlich groß. Die
SDS-Moleküle lagern sich als Tensid solange an der Oberfläche
des Analyten an, bis die Oberfläche dicht gepackt ist, also
gesättigt. Die Sulfat-Köpfchen ragen mit ihrer negativen
Ladung hervor.

Frage: Je nach Größe des Moleküls müßte so doch die effektive
Ladung der Mizellen unterschiedlich sein, oder? Das
wollte ich doch aber grad vermeiden!

Ähhh, es ist gewollt, dass die Ladung pro Masseneinheit immer gleich ist. Dass man immer die gleiche Ladung pro Masse hat, ist außerdem gewünscht. Schauen wir uns mal das zweite Newtonsche Axiom an:
F=m*a
a=F/m
Haben Proteine konstante Ladungen pro Masse ist F/m eine Konstante und alle Proteine werden gleich stark beschleunigt. dann ist die tatsächliche Wandergeschwindigkeit nurnoch direkt von der Beweglichkeit im Material abhängig und die verhält sich halt logarithmisch zur Länge. Das kann man glaube ich mit den selben Modellen errechnen, die für elektrischen Strom genutzt werden.

Kann’s mir nicht erklären und es steht auch nirgends näher
erklärt.

Wenn Du sicher bist, es stünde so wie Du es beschrieben hast, schau ich nochmal nach im Biochemie Stryer oder Experimentator Proteomics.

Viele Grüße, Stefan

Moin Stefan,

Äh, ich glaube eher, die Ladung pro Masseneinheit sei danach
nahezu gleich. Ich mache mehr Molekularbiologie als Biochemie,
aber das ist trotzdem so, glaube ich.

Sauber! Das klingt einleuchtend. Ich habe immer nur die absolute Ladung betrachtet.

Schauen wir uns mal das zweite
Newtonsche Axiom an:
F=m*a
a=F/m
Haben Proteine konstante Ladungen pro Masse ist F/m eine
Konstante und alle Proteine werden gleich stark beschleunigt.

Super, danke für die schnelle Antwort! Auch das ist vollkommen nachvollziehbar.

Wenn Du sicher bist, es stünde so wie Du es beschrieben hast,
schau ich nochmal nach im Biochemie Stryer oder Experimentator
Proteomics.

Ich hatte den Schrempf. Hab aber ehrlich gesagt nicht bei den Grundlagen nachgeschaut, sondern nur im Kapitel SDS nach der Antwort gesucht.

Schön’ Tach Dir!
Spiff

Mit SDS erzeugt man ein Konstantes Ladungs/Masse-Verhältnis. Heisst, je grösser das Proteinmolekül ist, desto mehr SDS lagert sich an - aber konstant, heisst ist über einen weiten Bereich der Masse (Dalton oder KDal) gleich. Deshalb kann man diese Proteine anschliessend in der SDS-PAGE gut trennen und die Molekularmassen unbekannter Proteine ermitteln.
Durch eine eichkurve.

Gruss Mrkloner.

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