Salz im Meerwasser die Zweite

Etwas weiter unten wurde gefragt (und erklärt) wie das Salz in das Meer kommt.

Meine Frage lautet aber:
Gibt es irgendwelche natürlichen Effekte (chemische oder biologische) die dafür sorgen könnten, dass das Salz aus dem Meerwasser herausgefiltert oder ausgefällt wird?
Sind die Ozeane wirklich dazu verdammt irgendwann einmal als 100%tige Salzlösung zu enden (wie das „Tote Meer“)?

Die Antwort findest Du z.B. in jedem Regal eines Supermarktes (Bad reichenhaller Salz etc.). Wenn Teile von Meeren abgeschnitten werden, verdunstet das Wasser und dasSalz lagert sich als Salzstock ab. Gorleben ist auch so ein Fall. Der Effekt ist allerdings minimal, die generelle Tendenz geht dahin, das der Salzgehalt des Meeres immer weiter steigt. Allerdings ziemlich langsam, in den letzten paar Milliarden Jahren ist der Gehalt auf die heutigen ca. 3,5 % angestiegen und wenn es so weitergeht steigt der Gehalt auch nicht schneller. Das die Konzentration mal so hoch wird wie im Toten Meer steht also nicht zu befürchten.

Gruß

Gandalf

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Liegt es nicht eher daran, daß im zeitlichen Mittel aus nicht abgeschnitten Meeren genauso viel Wasser verdampft wie durch Niederschlag wieder reinkommt und deswegen der Salzgehalt im wesentlichen konstant bleibt?

Hallo Ralph,

Du hast da - glaub’ ich - einen kleinen Denkfehler gemacht:
Dass dem Meer durch die Fluesse Salz zugefuehrt wird, ist wohl unbestritten.
Aus Deiner Annahme „…daß im zeitlichen Mittel aus nicht abgeschnitten Meeren genauso viel Wasser verdampft wie durch Niederschlag wieder reinkommt…“ folgt dann aber zwangslaeufig, dass der Salzgehalt der Meere steigt.

Ob diese Annahme gerechtfertigt ist, ist nochmal eine ganz andere Frage.

Ciao
Gernot

Hallo Ralph,

Du hast da - glaub’ ich - einen kleinen
Denkfehler gemacht:

Jepp, tut mir leid.

Dass dem Meer durch die Fluesse Salz
zugefuehrt wird, ist wohl unbestritten.
Aus Deiner Annahme „…daß im zeitlichen
Mittel aus nicht abgeschnitten Meeren
genauso viel Wasser verdampft wie durch
Niederschlag wieder reinkommt…“ folgt
dann aber zwangslaeufig, dass der
Salzgehalt der Meere steigt.

Weswegen du ja Recht hast.

Ob diese Annahme gerechtfertigt ist, ist
nochmal eine ganz andere Frage.

Auch hier muß ich zustimmen

Ciao
Gernot

3:0 für Gernot!!!

Journey schrieb:
[…]

Gibt es irgendwelche natürlichen Effekte
(chemische oder biologische) die dafür
sorgen könnten, dass das Salz aus dem
Meerwasser herausgefiltert oder
ausgefällt wird?

Hallo Journey !

http://www.nordseeforum.de/abcsalz.html
Wie kommt das Salz ins Meer?

http://www.dkrz.de/schule/Klimawandel/Kw-6.3.html
Das große marine Förderband

Sind die Ozeane wirklich dazu verdammt
irgendwann einmal als 100%tige Salzlösung
zu enden (wie das „Tote Meer“)?

Irgendwo müssen die vom Wasser gelösten und ins Meer
transportierten Stoffe ja bleiben.
Ozeane haben sich in der Erdgeschichte schon mehrfach
geöffnet und geschlossen (Plattentektonik).
In den Öffnungs-und Schließungsphasen wurden hierbei
oft Evaporite (Eindampfungsgesteine) abgelagert.

Ein gutes rezentes Beispiel für ein sich schließenden Ozean
stellt das Mittelmeer dar, das heute nur noch ein kleiner Teil
eines früheren Meeres (der Tethys) ist.
Im Pliozän (Tertiär) ist das gesamte Mittelmeer trocken-
gefallen und Evaporite haben sich auf dem Meeresboden abgelagert.
Dieses Ereignis wird auch als „Messinian Event“ bezeichnet.
Später erfolgte dann wieder ein Meereszufluß über die Meeresenge
von Gibraltar. - Der dabei entstandene „Wasserfall“ war um einiges
größer als die heutigen Niagara-Fälle !

Gruß Oliver

mail to: [email protected]
Panta rhei - alles fließt
(philosophische Erkenntnis der alten Griechen)

Gandalf schrieb:
[…]

Wenn Teile von
Meeren abgeschnitten werden, verdunstet
das Wasser und dasSalz lagert sich als
Salzstock ab.

[…]

Hallo Gandalf !

Das Salz lagert sich nicht als Salzstock ab,
sondern in mehr oder weniger horizontaler Lagerung.
Erst mit zunehmender Sedimentüberdeckung
steigt das Salz aufgrund seiner geringeren Dichte
*und durch Druck/Auflast* an Störungszonen oder Schwächezonen
auf und bildet dabei z.B. einen Salzstock oder Salzkissen.
Grund dafür ist, daß Salze im Deformationsverhalten auch als
hochviskose Flüssigkeiten angesehen werden können.
Das Salz wird schon bei äußerst geringen Spannungsdifferenzen
fließfähig.
Diesem Salzaufstieg haben wir übrigens u.a. die Insel Helgoland zu verdanken :wink:

Gruß Oliver

mail to: [email protected]
Panta rhei - alles fließt
(philosophische Erkenntnis der alten Griechen)