Hallo,
ich habe mir das staatl. Heilwasser Fachingen gekauft und da
sind pro 1000 ml 0,4 mg Strontium-Ionen drin. Außerdem
Lithium-Ionen, Ammonium-Ionen und Bromid-Ionen, die, glaube
ich, in anderen Mineralwasser-Sorten nicht drin sind.
Doch, doch. Wo Calcium ist (und Calcium ist in jedem Trinkwasser), ist mit größter Sicherheit auch Strontium enthalten, weil sich die beiden Elemente chemisch so ähnlich sind, dass sie praktisch immer zusammen auftreten, allerdings ist der Anteil des Calciums um Grössenordnungen höher. Doch so selten ist Strontium nicht: Meersalz enthält immerhin etwa 0,02% (oder 200 mg/kg Salz) Strontium. 0,4 mg/l Strontium ist allerdings in meinen Augen recht viel. Strontium hat (nach heutigem Wissen) keine biologische Funktion, es ist weder giftig noch gesund. Der Körper „benutzt“ es einfachr wie Calcium und lagert es in den Knochen ab.
Wie wirken sich die oben genannten Stoffe auf den menschlichen
Körper aus? Sind sie besonders gesund??
Strontium wirkt sich, wie schon gesagt, kaum aus.
Lithium hat wohl ebenfalls keine natürlich Funktion, kommt im Körper als (schlechter) Doppelgänger von Natrium und Magnesium vor. Lithium war und ist aber ein wichtiges Hilfsmittel in der Psychiatrie; Lithiumsalze werden zur Behandlung verschiedenster Störungen wie Depressionen, Manie oder bipolare Störungen eingesetzt. Die hierfür eingesetzten Dosen sind aber soviel höher als die im Trinkwasser enthaltenen, dass das Lithium hier ebenfalls keine Rolle spielt.
Bromid ist für Algen lebensnotwendig, für Menschen eher nicht (so vermutet man). Bromid findet sich überall, wo auch Chlorid ist, beispielsweise im Kochsalz oder im Meer. Das oft gerühmte Salz aus dem Toten Meer enthält immerhin 0,3% Bromid. Ob Bromid der Gesundheit zuträglich ist, bezweifle ich zwar, sonderlich giftig ist es aber auch nicht. In (sehr) grossen Mengen kann es den Iodhaushalt des Körpers stören, da es nicht nur den Chlorid, sondern noch mehr dem Iodid ähnelt. Auch hier gilt aber: Die Dosis macht das Gift - und die ist in Trinkwasser sehr gering.
Etwas seltsam mutet Ammonium an. Stickstoff ist ein zentrales Element unseres Lebens, allerdings nehmen wir ihn (in Gegensatz zu Pflanzen) in der Regel nicht als Ammoniumsalz auf… Sollte hier etwa ein bisschen Dünger oder organische Substanz zur Quelle gekommen sein? Nein, ich denke, das Ammonium hat natürlice Quellen - sonst wäre schon eine Lebensmittelbehörde eingeschritten. Auch Ammonium ist ungiftig.
Heilwässer enthalten viele Mineralien, also Salze. Da eben mit Chlorid auch Bromid oder mit Calcium auch Strontium enthalten ist, sind die genannten Elemente enthalten. Gesundheitsfördernd ist aber wohl eher der Gehalt an Calcium, Magnesium oder Sulfat. Bei anderen (mineralstoffärmeren) Wässern liegt der Gehalt dieser Bestandteile einfach unter der Deklarationsgrenze, deswegen fallen sie nicht auf. Die genannten Elemente sind aber keine klassischen, essentiellen (lebensnotwendigen und daher gesungen) Spurenelemente!
Ich hatte zuerst
Bedenken, weil ich Strontium bisher immer mit Radioaktivität
verbunden hatte.
Sicher, es gibt radioaktive Strontium-Isotope (wie von jedem anderen Element auch) und besonders Sr-90 taucht als Nebenprodukt des Zerfalls schwerer Kerne auf. Daneben gibt es aber (wie nicht bei allen Elementen) stabile Isotope und natürliches Strontium strahlt de facto nicht. Wenn du aber rotes Feuerwerk siehst: das ist Strontium 
Ciao,
Bernd