schöne und häßliche Natur(en)

Eine kurze Frage, die vielleicht auch gut in die Psychologie-Threads passen könnte:

Warum gibt es „schöne“ und „häßliche“ Menschen?

Warum macht die Natur diesen Unterschied? Und warum macht sie ihn nur bei Menschen? Wieso sehen wir nicht alle gleich aus bzw. unterscheiden nicht noch diesen Adjektiven?

Tatsache ist doch, das Intelligenz grundsätzlich nichts mit Schönheit zu tun hat. Dennoch räumt man einem „schönen“ Menschen, einer subjektiv für attraktiv befundene Person, eher Intelligenz ein als einem weniger ansehnlichen. Wieso lässt uns die Natur so, nämlich dermaßen kontraproduktiv, handeln?

Das wars fürs erste - jetzt seid ihr dran!

Ich würde mich insbesonders über eine wissenschaftliche Erklärung und vielleicht sogar eine Begründung freuen!

Freundliche Grüße

Jerry

Hallo Jerry!

Eine kurze Frage, die vielleicht auch gut in die
Psychologie-Threads passen könnte:

Aber hier passt sie auch gut hin :smile:

Warum gibt es „schöne“ und „häßliche“ Menschen?

Warum macht die Natur diesen Unterschied?

Die Natur macht diesen Unterschied sicher nicht absichtlich, außerdem entsteht dieser „Unterschied“ erst durch die menschliche Subjektivität.

Und warum macht sie ihn nur bei Menschen?

Sie macht es nicht nur bei den Menschen; Das Aussehen ist wie viele andere Merkmale eine Sache der Vererbung, und deshalb ist dieser Effekt genauso auch im Tierreich vorhanden - denk nur an das Gefieder mancher Vögel…

Wieso sehen wir nicht alle gleich aus
bzw. unterscheiden nicht noch diesen Adjektiven?

Unsere Evolution ist noch lange nicht abgeschlossen - erst wenn es so weit wäre, daß die Evolution am absoluten Endpunkt ist (wenn es denn den gibt), dann wären wir alle gleich.
Aber es findet noch nach wie vor eine Selektion statt - „Die starken überleben … usw.“ (Darwin).

Diese Unterschiede sind also alles Anzeichen für unsere laufende Evolution.

Tatsache ist doch, das Intelligenz grundsätzlich nichts mit
Schönheit zu tun hat. Dennoch räumt man einem „schönen“
Menschen, einer subjektiv für attraktiv befundene Person, eher
Intelligenz ein als einem weniger ansehnlichen. Wieso lässt
uns die Natur so, nämlich dermaßen kontraproduktiv, handeln?

Erstens würde ich sagen, daß diese Meinung „inzwischen“ schon lange nicht mehr vertreten wird und außerdem scheidet sich sowieso früher oder später die Spreue vom Weizen, wenn einmal Intelligenz gefragt ist.
Der eigentliche Grund für diese „subjektive Attraktivität“ ist, daß „schöne“ Menschen i.A. gesund sind und deshalb ideale Partner zur Fortpflanzung darstellen - ob das wirklich kontraproduktiv ist?

Nur ein kleiner geschichtlicher Abstecher: So mancher nahm diese Tendenz der Natur zu ernst und hatte demnach das Gefühl, er müßte der Natur etwas nachhelfen - die Folgen dieses Sozialdarwinismus’ sind bekannt…

Ich würde mich insbesonders über eine wissenschaftliche
Erklärung und vielleicht sogar eine Begründung freuen!

Ich hoffe das ist mir gelungen!

mfg!

Bstefan

weitere Fragen
Hallo Stefan!

Einige Punkte sind mir noch unklar…

Und warum macht diesen Unterschied nur bei Menschen?

Sie macht es nicht nur bei den Menschen; Das Aussehen ist wie
viele andere Merkmale eine Sache der Vererbung, und deshalb
ist dieser Effekt genauso auch im Tierreich vorhanden - denk
nur an das Gefieder mancher Vögel…

Mag ja sein, aber da liegt der Unterschied meist nur zwischen den Geschlechtern vor, oder?

Wieso sehen wir nicht alle gleich aus
bzw. unterscheiden nicht noch diesen Adjektiven?

Unsere Evolution ist noch lange nicht abgeschlossen - erst
wenn es so weit wäre, daß die Evolution am absoluten Endpunkt
ist (wenn es denn den gibt), dann wären wir alle gleich.
Aber es findet noch nach wie vor eine Selektion statt - „Die
starken überleben … usw.“ (Darwin).

Wie kommst du darauf dass wir irgendwann mal alle absolut gleich ausschauen? Das war mir neu. Ich dachte eher, dass sich alle Lebewesen immer weiter spezialisieren und daher immer weiter auseinderdriften - und nicht wieder zusammenfinden und wieder unisono aussehen werden.

Diese Unterschiede sind also alles Anzeichen für unsere
laufende Evolution.

Tatsache ist doch, das Intelligenz grundsätzlich nichts mit
Schönheit zu tun hat. Dennoch räumt man einem „schönen“
Menschen, einer subjektiv für attraktiv befundene Person, eher
Intelligenz ein als einem weniger ansehnlichen. Wieso lässt
uns die Natur so, nämlich dermaßen kontraproduktiv, handeln?

Erstens würde ich sagen, daß diese Meinung „inzwischen“ schon
lange nicht mehr vertreten wird und außerdem scheidet sich
sowieso früher oder später die Spreue vom Weizen, wenn einmal
Intelligenz gefragt ist.
Der eigentliche Grund für diese „subjektive Attraktivität“
ist, daß „schöne“ Menschen i.A. gesund sind und deshalb ideale
Partner zur Fortpflanzung darstellen - ob das wirklich
kontraproduktiv ist?

Gut, soll sein, dass schöne Partner besser für die Fortpflanzung geeignet sind, jedoch sagt die Schönheit ja noch lange nichts über die Fähigkeiten als Elternteil, Ernährer usw. aus - also wieso diese Bevorzugung aufgrund dieser einzigen Überlegung? Wieso berücksichtigt die Natur nicht die weiteren, eigentlich wichtigeren Überlegungen im menschlichen und tiereischen Denken?

Nur ein kleiner geschichtlicher Abstecher: So mancher nahm
diese Tendenz der Natur zu ernst und hatte demnach das Gefühl,
er müßte der Natur etwas nachhelfen - die Folgen dieses
Sozialdarwinismus’ sind bekannt…

Entschuldige meine Unwissenheit - aber was genau ist Sozialdarwinismus? Hat das was mit den Auswüchsen ums Thema Klonen und Kreuzen zu tun?

Danke Dir jedenfalls für Deine Antwort!

Jerry

Schoenheit entsteht im Auge des Betrachters
Was schoen ist, wird von verschiedenen Menschen sicherlich unterschiedlich empfunden. Wenn man verschiedene Voelker bezueglich ihrer Schoenheitsideale miteinander vergleicht, duerfte auffallen, dass vieles davon durch die Kultur bedingt ist. Ich denke, jemand aus unserem Kulturkreis wird etwas anderes empfinden, wenn er eine Frau mit riesigem Holzpflock im Ohrlaeppchen oder Metallringen um einen stark verlaengerten Hals sieht (beides glaube ich, in Nepal vorzufinden) als jemand aus der Kultur, in der dies praktiziert wird.
Andererseits gibt es natuerlich auch die „angeborene“ Bevorzugung bestimmter Merkmale. So verbindet sich mit einem breiten Becken die Vorstellung von einer fruchtbaren Frau. Deshalb duerften wohl viele Maenner in unserem Kulturkreis auch ein etwas anderes Idealbild einer schoenen Frau haben als es uns derzeit von der Modeindustrie vermittelt wird. Andererseits scheinen manche Frauen dann immer noch zu meinen, dass sie zu dick sind.
Des weiteren spielt fuer das individuelle Schoenheitsideal natuerlich auch die Beziehung zu den Eltern bzw. ggf. anderen wichtigen Interaktionspartnern in der Kindheit eine Rolle. Hier kommt natuerlich insbesondere die Psychologie ins Spiel (Psychoanalyse - Uebertragung der Mutter-Sohn-, Vater-Tochter-Beziehung). Dabei geht es am Ende allerdings nicht nur um aeussere Merkmale - letztlich wird die ganze Person gesehen. Und ich weiss ja nicht, wie es Dir geht: Manchmal ist es sicherlich so, dass jemand auf den ersten Blick als schoen empfunden wird und man ihm deshalb auch sympathischere Eigenschaften zuschreibt. Andererseits kann es sich aber auch ergeben, dass Du jemanden, den Du zunaechst nicht besonders gut leiden kannst, den Du aber durch Kennenlernen als sympathisch findest, im weiteren als schoen empfindest.

Gruss Psycho

Mag ja sein, aber da liegt der Unterschied meist nur zwischen
den Geschlechtern vor, oder?

also: eine gruppe von 20 japanern geht an dir vorbei, nach fünf minuten sollst du sie beschreiben: das wird dir niemals gelingen! ein japaner (nur als beispiel) wird ebenso mühe haben, eine gruppe von 20 europäern zu unterscheiden… unterschiede gibt es überall, das auge muss nur entsprechend geschult sein. ein hundebesitzer ruft auch nicht jedem dackel zu, weil er seinen nicht von den andern unterscheiden kann :wink:)

Wie kommst du darauf dass wir irgendwann mal alle absolut
gleich ausschauen? Das war mir neu. Ich dachte eher, dass sich
alle Lebewesen immer weiter spezialisieren und daher immer
weiter auseinderdriften - und nicht wieder zusammenfinden und
wieder unisono aussehen werden.

das glaub ich auch nicht, die menschen werden sich aber immer mehr annähern, irgendmal wird es keine weisse, schwarze oder gelbe mehr geben, weil alle gene „durchmischt“ wurden. es wird aber trotzdem immer unterschiedliche menschen geben, denn gene verändern sich u.u. bei einer zellteilung.

Gut, soll sein, dass schöne Partner besser für die
Fortpflanzung geeignet sind, jedoch sagt die Schönheit ja noch
lange nichts über die Fähigkeiten als Elternteil, Ernährer
usw. aus - also wieso diese Bevorzugung aufgrund dieser
einzigen Überlegung? Wieso berücksichtigt die Natur nicht die
weiteren, eigentlich wichtigeren Überlegungen im menschlichen
und tiereischen Denken?

weil das *es* unser sexuelles handeln bestimmt, und dass (ausser bei geldsüchtigen frauen *fg*) meistens nicht der verstand das sagen hat. liebe ist ein gefühl, kein gedanke.

Entschuldige meine Unwissenheit - aber was genau ist
Sozialdarwinismus? Hat das was mit den Auswüchsen ums Thema
Klonen und Kreuzen zu tun?

darwinismus ist die lehre der evolution, sprich verbesserung einer „rasse“, adolfs „biologische“ begründung für den genozid war der sozialdarwinismus. er sprach ja von „besseren“ (arier) und „schlechteren“ (juden) rassen.

Alles schön und gut…
Das Schönheit mitunter subjektiv beurteilt wird, ist mir schon klar. Aber da gibts eine zentrale Frage, die sich mir stellt.
Ich formuliere es mal so:

Wieso entscheiden Menschen allgemein bei ihrer Partnerwahl eben nach Instinkt, nach Gefühl wie du schreibst, und nicht eben nach Wissen? Den Leuten wird doch rationales Denken gelehrt - keine Frage, man soll seine Gefühle weder unterdrücken noch vernachlässigen, doch sollte man meinen, dass man sich in dermaßen wichtigen und langfristigen Lebensentscheidungen doch eher des Verstandes bedient?

Oder?

Hallo Stefan!

Einige Punkte sind mir noch unklar…

Und warum macht diesen Unterschied nur bei Menschen?

Sie macht es nicht nur bei den Menschen; Das Aussehen ist wie
viele andere Merkmale eine Sache der Vererbung, und deshalb
ist dieser Effekt genauso auch im Tierreich vorhanden - denk
nur an das Gefieder mancher Vögel…

Mag ja sein, aber da liegt der Unterschied meist nur zwischen
den Geschlechtern vor, oder?

Glaub ich nicht, denn schließlich entscheidet sich ja das Weibchen für das Männchen mit dem schönsten Gefieder, oder?

Wieso sehen wir nicht alle gleich aus
bzw. unterscheiden nicht noch diesen Adjektiven?

Unsere Evolution ist noch lange nicht abgeschlossen - erst
wenn es so weit wäre, daß die Evolution am absoluten Endpunkt
ist (wenn es denn den gibt), dann wären wir alle gleich.
Aber es findet noch nach wie vor eine Selektion statt - „Die
starken überleben … usw.“ (Darwin).

Wie kommst du darauf dass wir irgendwann mal alle absolut
gleich ausschauen? Das war mir neu. Ich dachte eher, dass sich
alle Lebewesen immer weiter spezialisieren und daher immer
weiter auseinderdriften - und nicht wieder zusammenfinden und
wieder unisono aussehen werden.

Beim Menschen wird die Vermischung der Rassen immer mehr zunehmen, sodaß mit der Zeit rassenspezifische Kennzeichen verschwinden werden.
Zur Spezialisierung: Ich glaube der Mensch nimmt hier einen Sonderfall ein, weil er es sich selbst möglich macht durch seine Technik überall zu leben bzw. zu überleben, sodaß Spezialisierung nur noch bedingt „nötig“ ist.

Diese Unterschiede sind also alles Anzeichen für unsere
laufende Evolution.

Tatsache ist doch, das Intelligenz grundsätzlich nichts mit
Schönheit zu tun hat. Dennoch räumt man einem „schönen“
Menschen, einer subjektiv für attraktiv befundene Person, eher
Intelligenz ein als einem weniger ansehnlichen. Wieso lässt
uns die Natur so, nämlich dermaßen kontraproduktiv, handeln?

Erstens würde ich sagen, daß diese Meinung „inzwischen“ schon
lange nicht mehr vertreten wird und außerdem scheidet sich
sowieso früher oder später die Spreue vom Weizen, wenn einmal
Intelligenz gefragt ist.
Der eigentliche Grund für diese „subjektive Attraktivität“
ist, daß „schöne“ Menschen i.A. gesund sind und deshalb ideale
Partner zur Fortpflanzung darstellen - ob das wirklich
kontraproduktiv ist?

Gut, soll sein, dass schöne Partner besser für die
Fortpflanzung geeignet sind, jedoch sagt die Schönheit ja noch
lange nichts über die Fähigkeiten als Elternteil, Ernährer
usw. aus - also wieso diese Bevorzugung aufgrund dieser
einzigen Überlegung? Wieso berücksichtigt die Natur nicht die
weiteren, eigentlich wichtigeren Überlegungen im menschlichen
und tiereischen Denken?

Das vordringlichste Ziel der Natur ist es für eine möglichst schnelle Fortpflanzung zu sorgen, es nimmt keine Rücksicht auf Individualität, denn wenn eine Lebensgemeinschaft „nicht geeignet“ ist, dann wird sie sowieso gegen die anderen nicht ankommen und früher oder später ausselektiert.

Nur ein kleiner geschichtlicher Abstecher: So mancher nahm
diese Tendenz der Natur zu ernst und hatte demnach das Gefühl,
er müßte der Natur etwas nachhelfen - die Folgen dieses
Sozialdarwinismus’ sind bekannt…

Entschuldige meine Unwissenheit - aber was genau ist
Sozialdarwinismus? Hat das was mit den Auswüchsen ums Thema
Klonen und Kreuzen zu tun?

Ich glaube das wurde von meinem Vorgänger ausreichend erklärt…

mfg!

BStefan

Hi,

Tatsache ist doch, das Intelligenz grundsätzlich nichts mit
Schönheit zu tun hat. Dennoch räumt man einem „schönen“
Menschen, einer subjektiv für attraktiv befundene Person, eher
Intelligenz ein als einem weniger ansehnlichen. Wieso lässt
uns die Natur so, nämlich dermaßen kontraproduktiv, handeln?

Ich würde mich insbesonders über eine wissenschaftliche
Erklärung und vielleicht sogar eine Begründung freuen!

Tja, hat erstaunlicher weise noch niemand in Deinem Sinne geantwortet - oder habe ich es einfach ueberlesen … ?
Naja, also die Biologie hat da etwas zu zu sagen. Schoenheit ist nach empirischen Untersuchungen vor allem eins: Durchschnitt. Schoene Gesichter sind Durchschnittsgesichter. Und offenbar erhoehen kleine markante Abweichungen von der Norm in einem ansonsten durchschnittlichen Gesicht die Attraktivitaet noch.
Ansonsten gibt es noch einige spezielle „schoene“ Merkmale. Z.B. ein ausgepraegtes Kinn bei Maennern. Ein solches Kinn ist ausdruck eines hohen Testosteronspiegels und ein solcher ist wiederum eine grosse Belastung fuer das Immunsystem - und damit waeren wir bei einer zweiten biologischen These:
Schoenheit ist eine Sammlung von Merkmalen, die Gesundheit - ein starkes Immunsystem - signalisieren. Solche Merkmale sind unter Anderem auch reine Haut, glaenzende Haare, intakte Fingernaegel usw.
Soweit die Biologie, andere Erklaerungen hast Du ja schon gelesen.

Gruss

Thorsten