Eine Frage zu BSE: Auch bei Vögeln mögich?

Können Hühner, Enten und sonstiges Geflügel auch durch Tiermehl an BSE erkranken?

Nach der ganzen BSE Diskusion in den Medien will ich das wissen. Und wie steht es mit Forellen die werden doch auch mit sowas gefütert.

Bestimmt meldet sich MrStupid zu Wort. Mal sehen.

MfG

Horst Horn

Hallo Horst
BSE wird durch Prionen ausgelöst (prions = proteinaceous infectious particles) also infektiöse Eiweißpartikel, befallen werden Säugetiere und Menschen.
Dazu gehören die subakuten spongiformen Enzephalopathien (lateinisch: acutus = scharf, gefährlich, sub = unter, griechisch Spongia = Schwamm spongiform = schwammig, Enkephalon = Gehirn, pathos = Krankheit, Leiden), die eine schwammige Degeneration des Gehirns hervorufen und zum Tode führen.
Scrapie kommt bei Schafen und Ziegen vor, ist auf Rinder übertragbar.
BSE tritt bei Rindern auf (bovine spongiform encephalopathy), durch Tiermehl aus Scrapie-infizierten Schafen, das unzureichend sterilisiert wurde.
In Deutschland wird mit mehr Druck und Hitze (133 Grad) sterilisiert als in England, da ist man lascher, wohl aus Kostengründen, finde ich skandalös.
Menschen infizieren sich durch Verzehren von Innereien und Gehirn kranker Rinder, Muskelfleisch scheint nicht gefährlich zu sein.
Bei Geflügel und Fischen ist die Krankheit unbekannt.
Mittlerweile ist das Verfüttern von Tiermehl an Rinder verboten, ob sich Alle daran halten, ist natürlich eine andere Frage.
Gruß
Rainer

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Vorsicht!
Dein Beitrag ist zwar recht solide geschrieben, basiert jedoch auf wissenschaftlich nicht unumstrittenen Thesen, die keinerseits Fakten darstellen. So ist die Prionentheorie eben genbau das: Eine Theorie, an der es in letzter Zeit immer wieder Zweifel gibt. Subakut bedeutet übrigens lediglich eine Frage des zeitlichen Verlaufes (also "nicht ganz akut, nicht ganz chronisch) . Die Übertragung ist ebensowenig nachgewiesen, jedenfalls als Exclusivweg. Richtig ist, daß eine orale infektion MÖGLICH ist, das schließt andere Infektionswege aber nicht aus. Bei einzelnen Tieren ist aúch die Infektion durch maternales Blut oder auch durch andere Medien beobachtet worden. Keine Tierart kann sicher sein, NICHT BSE zu bekommen (resp. eine Abart davon) - die Forschung hat noch sehr viel zu tun, um endgültige Aussagen zu treffen.
Fazit: Es ist nicht auszuschließen, daß auch Vögel, Fische etc. eine entsprechende Erkrankung erfahren.

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Hi doc
Selbstverständlich kann man immer nur einigermassen gesicherte Erkenntnisse veröffentlichen, Tiermehl ist ja nun verboten worden, wurde auch Zeit.
Das mit den Vögeln und Fischen finde ich aber recht abenteuerlich, bitte gib mir doch Belege.
Gruß
Rainer

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Sicher ist hier doch eigentlich nur,daß wir,unsere Wissenschaftler im Dunklen tappen und gerade diese altherkömmliche Sicherheit,die die Naturwissenschaft den Menschen immer wieder vorgegaukelt hat uns viel zu leichtsinnig gemacht hat.
Wir stehen möglicherweise vor einer der größten „Epedemien“ seit den großen Seuchen des Mittelalters,und gar nichts ist mehr sicher…
Mina

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Fazit: Es ist nicht auszuschließen, daß auch Vögel, Fische
etc. eine entsprechende Erkrankung erfahren.

Hi doc

Das mit den Vögeln und Fischen finde ich aber recht
abenteuerlich, bitte gib mir doch Belege.
Gruß
Rainer

Hallo Rainer,

also ich finde empfinde diese Aussage alles andere als abenteuerlich! Wie hier schon dargestellt wurde befindet sich die BSE-Forschung noch in ihren Anfängen. Wer sagt Dir denn, daß entsprechende Krankheiten bei Vögeln und Fischen bisher nicht erkannt wurden, weil sie z.B. eine andere Symptomatik entwickeln? Oder gar keine Krankheitszeichen, aber als Überträger trotzdem auftreten?
Man weiß derzeit einfach noch zu wenig um hier eine zuverlässige Aussage treffen zu können. Aber die Haltung „bring mir bitte erstmal Belege“ hat den Seuchenzug in Großbritanien erheblich begünstigt.

Gruß Stefan

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Man weiß derzeit einfach noch zu wenig um hier eine
zuverlässige Aussage treffen zu können. Aber die Haltung
„bring mir bitte erstmal Belege“ hat den Seuchenzug in
Großbritanien erheblich begünstigt.

Gruß Stefan

Hi Stefan
Prionen kann man recht zuverlässig nachweisen, bei Vögeln und Fischen gab es keinen Befund.
Dass in England so spät reagiert wurde, liegt nicht an den Wissenschaftlern, die warnten schon lange, das haben nur die Politiker zu verantworten.
Denen sind wir Verbraucher wohl nicht so wichtig.
Gruß
Rainer

Ich habe noch eine weitergehende Frage: gibt es Hinweise, daß u.U. die ewige Inzucht unter den Haustieren läuft ein rezessives Merkmal zum Vorschein bringt oder brachte?
Henry

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Bei Geflügel und Fischen ist die Krankheit unbekannt.

Das bedeutet aber nicht, daß sie bei ihnen nicht auftreten kann. Es ist beispielsweise zu befürchten, daß auch Schweine an BSE, Scrapie, Kreuzfeld-Jakob oder wie auch immer die Krankheit bei ihnen genannt werden würde erkranken können und daß die Tatsache, daß bisher kein derartiger Fall bekannt wurde allein dem Umstand zu verdanken ist, daß Hausschweine bereits vor Ablauf der Inkubationszeit geschlachtet werden. Ähnliches dürfte für Fische und Geflügel gelten. Beunruhigend ist dies, weil bislang nicht geklärt wurde, ob die Krankheit bereits während der Inkubationszeit oder erst nach ihrem Ausbruch übertragen werden kann (die Übertragungswege sind bislang ohnehin sehr umstritten). Schlimmstenfalls muß damit gerechnet werden, daß alle Tiere, die ein Zentralnervensystem besitzen gefährdet sind.

Was den Erreger angeht, besteht zwar noch keine letzte Sicherheit, aber die Prionen gelten als sehr sichere Kandidaten, weil eine Infektion mit diesen Eiweißen im Tierversuch mit 100%iger Sicherheit zu Formen von BSE führt. Es handelt sich dabei um degenerierte Formen von Eiweißen, die von gesunden Gehirnen gebildet werden. Die Aminosäuresequenz der Eiweiße ist dabei identisch, aber die degenerierte Form ist anders gefaltet als die natürliche und kann vom körpereigenen Stoffwechsel nicht abgebaut werden, so daß sie sich auf den Nervenzellen ablagert und diese tötet. Warum es beim Ausbruch der Krankheit zu einer explosionsartigen Produktion dieser Eiweiße kommt ist nicht geklärt. Eine Theorie besagt, daß die Produktion der degenerierten Eiweiße eine biologische Antwortreaktion der Gehirnzellen auf die Anwesenheit ebendieser Eiweiße ist. Eine andere Theorie geht davon aus, daß die gesunde Form in einer autokatalytischen Reaktion in die degenerierte Form umgewandelt wird. Zumindest im zweiten Fall müßte es theoretisch möglich sein, die Umwandlung in einem Reagenzglas nachzuvollziehen, aber das ist meines Wissens bislang nicht gelungen. Solange aber nicht genau geklärt ist, wie diese Krankheit genau abläuft, kann man auch nicht vorhersagen, welche Tierarten davon befallen werden können.

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Stimmt, da sollte man sehr vorsichtig sein, zumal auch die Infektionswege noch nicht eindeutig geklärt sind, ob das Prion selbst infektiös ist, vieles deutet darauf hin, oder ob körpereigene Gene angeschaltet werden.
Scrapie gibt es aber schon lange, wenn zB. Schweine damit infiziert werden könnten, müßte es längst passiert sein.
Es gibt aber keine Befunde darüber, soweit ist das Spekulation.
Ich finde die Besorgnis vollkommen berechtigt, bin selber stinkesauer über diese Gangster, die einem mit dem Essen den Tod verkaufen.
Ich ess jedenfalls erstmal kein Rindfleisch mehr.
Gruß
Rainer

Man kann sie eben nicht zuverlässig nachweisen .
Ein pos Testergebnis sagt sicher aus,daß ein Befall da ist,ein neg. Ergebnis sagt gar nichts aus.
Mina

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Scrapie gibt es aber schon lange, wenn zB. Schweine damit
infiziert werden könnten, müßte es längst passiert sein.

Woher wollen wir wissen, daß es nicht schon längst passiert ist? Schweine leben nicht so lange, daß die Krankheit bei ihnen ausbrechen kann und nur dann würde man die Infektion bemerken. ZUmindest eine Übertragung von Scrapie auf den Menschen ist nachgewiesen. So gab es in Gegenden, in denen aus rituellen Gründen Schafe samt Hirn verspeist wurden extrem viele Fälle Kreuzfeld-Jakob, deren Zahl erst zurückging, nachdem dieses Treiben verboten wurde. Da Schweine genau wie Menschen Allesfresser sind, ist eine Infektion bei ihnen durchaus denkbar.

Ich ess jedenfalls erstmal kein Rindfleisch mehr.

Genau genommen kann man nichts mehr essen.

Woher wollen wir wissen, daß es nicht schon längst passiert
ist? Schweine leben nicht so lange, daß die Krankheit bei
ihnen ausbrechen kann und nur dann würde man die Infektion
bemerken. ZUmindest eine Übertragung von Scrapie auf den
Menschen ist nachgewiesen. So gab es in Gegenden, in denen aus
rituellen Gründen Schafe samt Hirn verspeist wurden extrem
viele Fälle Kreuzfeld-Jakob, deren Zahl erst zurückging,
nachdem dieses Treiben verboten wurde. Da Schweine genau wie
Menschen Allesfresser sind, ist eine Infektion bei ihnen
durchaus denkbar.

Stimme ich voll zu, es ist kriminell, wie da bei manchen Produzenten vorgegangen wird.
Fairerweise muß man aber sagen, daß die Forscher Probefütterungen bei Schweinen, Geflügel und Fisch gemacht haben, es gab keine Ansteckung.
Hundertprozentig sicher kann man natürlich nicht sein.
Die Verbraucherzentrale informiert auc im Internet:
http://www.vz-nrw.de
Gruß
Rainer

Ich ess jedenfalls erstmal kein Rindfleisch mehr.

Genau genommen kann man nichts mehr essen.

…zumindest keine tierischen Produkte. Pflanzliche Nahrung scheint derzeit ja wirklich sicher.
Mir schmeckt Fleisch aber weiterhin…

Pflanzliche Nahrung scheint derzeit ja wirklich sicher.

Ach wirklich? Wann hat sich denn die Landwirtschaft verpflichtet auf Pestizide und Gentechnik zu verzichten?

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Zum Thema pflanzl. Nahrung scheint sicher:
Irgendwo in England(wär zugegebenermaßen souveräner,wenn ich jetzt angeben könnte wo) hat man mit Tiermehl,das nicht ausreichend erhitzt wirde,weil zu viele Rinder in zu kurzer Zeit verarbeitet werden mussten,die Felder gedüngt…
Und Mahlzeit,Mina

Und nochmal:
Die Tests sind sinnlos,weil sie nicht beweisen ,daß keine Ansteckung stattfand.
Also sind auch die Probefütterungen sinnlos.
Es wäre ein begrüßenswerter Schritt,wenn auch die ewig Gutgläubigen und Nichtkritiker bei diesem Thema,und bei anderen auch umdenken würden und dazu beitrügen,daß sich grundsätzlich mal was ändert statt immer nur zu beschwichtigen.
Die Verbraucherzentrale ist kein Maßstab,denn auch sie müssen Kompromisse machen.
Mina

Und nochmal:
Die Tests sind sinnlos,weil sie nicht beweisen ,daß keine
Ansteckung stattfand.
Also sind auch die Probefütterungen sinnlos.

Bei allem Respekt, Mina, das ist sachlich nicht haltbar.
Prionics aus der Schweiz hat schon über 100.000 Tests durchgeführt, das sind Profis, die genau wissen, wonach man suchen muß.
Das Argument mit dem Alter ist längst wiederlegt, der Test findet BSE auch bei Rindern, die erst 20 Monate alt sind.
Sinnlos ist der mit Sicherheit nicht, ganz im Gegenteil, ohne den Test hätte man das kranke Tier in Deutschland ja gar nicht gefunden.
Das wäre wirklich gefährlich geworden, das Fleisch hätten sonst schon Leute verzehrt, die möglichen Folgen sind ja bekannt.
Gruß
Rainer

…zumindest keine tierischen Produkte. Pflanzliche Nahrung
scheint derzeit ja wirklich sicher.

Genmais? Gentomaten? Genweizen?

guten Appetit!
Zauberm@us

Hi,

zu der ganzen Diskussion will ich noch loswerden, dass wir - die Verbraucher - nicht gerade unschuldig an der Misere sind. Hier wird ja ueberwiegend ueber die „Gangster“ geschimpft, die fuer fuer die betreffenden Produktionsverfahren verantwortlich sind.
Wuerden wir (da kann ich mich leider nicht ausschliessen) nicht schwachsinnige (aus gesundheitlicher und wirtschaftlicher Sicht) Mengen Fleisch verzehren ohne uns gross um Nbensachen wie Herkunft (Produktionsverfahren) und Qualitaet (z.B. Belastung mit Medikamenten) zu kuemmern - der Preis und das Aussehen scheinen die einzigen interessanten Merkmale zu sein - haetten wir das Problem nicht.
Und es kann sich keiner rausreden, dass er nicht wusste, was da passiert. Spaetestens seitdem die Medien massiv ueber Massentierhaltung und Tiertransporte berichten, kann jeder wissen, in welchem Spiel er da mitspielt. Das interessiert aber offenbar nur eine Minderheit …

Gruss

Thorsten