Leuchtsterne im Zimmer

Ich habe gehört, daß selbstleuchtende Sterne die man zu Hause an die Wand oder Decke kleben kann gesundheitsschädlich sein sollen. Stimmt das ???

Gruß Roland

Lieber Roland,

ich würde sagen : Nein. Ich nehme an, Du sprichst von Dekorationen, die sich tagsüber mit Licht aufladen und dann im Dunkeln für eine längere Zeit nachleuchten, so ähnlich wie die Beschilderungen von Notausgängen, Feuerlöschern und dergleichen.
Diese „selbstleuchtenden“ Gegenstände enthalten eine spezielle Substanz, die die Phosphoreszenz verursacht, und zwar Zinksulfid, ZnS. Dieses ZnS ist mit einigen wenigen ppm (parts per million) anderer Elemente versetzt, der Chemiker sagt „dotiert“. Unter anderem werden Kupfer und Silber verwendet. Das ZnS muß für diese Anwendung ungewöhnlich rein sein, so daß auch von daher keine Gesundheitsgefahren bestehen. Ich weiß das recht genau, da ich mich beruflich mit Zinksulfid befasse. Dazu gehören auch FDA und BGVV Zulassungen.
Die Dotierung wird bei der Herstellung in das Kristallgitter des ZnS eingebaut und verursacht dort Verschiebungen in den Elektronenanordnungen. Dadurch kann Energie in Form von Licht aufgenommen werden, Elektronen „verschieben“ sich und geben zeitverzögert die Energie wiederum als Licht ab.
(Anm.: Ich erspare uns hier die Beschreibung von Quantenzuständen, Bändermodellen und dergleichen, ich weiß, daß der exakte Mechanismus viel komplexer ist.)
Vor etlichen Jahern (bis vielleicht in die sechziger…) wurde auch Radium eingesetzt, das ist heute meines Wissens nach nicht mehr der Fall, da man zum einen mit radioaktiven Stoffen nicht mehr so sorglos umgeht und Radium zum anderen auch recht teuer ist. Laß´ Dich also nicht von irgendwelchen Stories aus der Ecke kirre machen.

Zusammengefaßt: Ist ein harmloser Spaß.

Anders kann es bei den Artikeln aussehen die Flüssigkeiten enthalten, über deren Chemie weiß ich nichts, aber es besteht die Gefahr (?) der Freisetzung bei Bruch.

Gruß
Bernd

Ich habe gehört, daß selbstleuchtende Sterne die man zu Hause
an die Wand oder Decke kleben kann gesundheitsschädlich sein
sollen. Stimmt das ???

Gruß Roland

Vor etlichen Jahern (bis vielleicht in die sechziger…) wurde
auch Radium eingesetzt, das ist heute meines Wissens nach
nicht mehr der Fall, da man zum einen mit radioaktiven Stoffen
nicht mehr so sorglos umgeht und Radium zum anderen auch recht
teuer ist. Laß´ Dich also nicht von irgendwelchen Stories aus
der Ecke kirre machen.

Hallo Bernd,
ich weiss, daß zumindest in den Leuchtziffern von Uhren noch viel länger, vieleicht sogar heute noch, radioaktive Substanzen eingebaut wurden. Man erkennt diese meistens daran, daß sie noch nach mehreren Stunden in absoluter Dunkelheit schwach leuchten. Allerdings war es wohl kein Radium mehr. Ich habe mal verschiedene Uhren gesammelt und mit einem Geigerzähler untersucht. Bei sehr alten Uhren war eine relativ schwache Aktivität zu messen, die aber auch außerhalb des Gehäuses noch vorhanden war ( Gammastrahler ? ). bei einem Wecker aus den 70-ern war außerhalb des Kunststoffgehäuses nichts zu messen, dafür aber direkt vor den Leuchtziffern eine relativ hohe Aktivität ( Alpha- oder Betastrahler ? ). Bei allen anderen nicht verschlossenen Leuchtkörpern ( Folien, Spielzeug, usw.) war keine Strahlung messbar. Hier besteht offensichtlich keine Gefahr mehr.
Prinzipiel ist aber noch Vorsicht angebracht.

Jörg

Vor etlichen Jahern (bis vielleicht in die sechziger…) wurde
auch Radium eingesetzt, das ist heute meines Wissens nach
nicht mehr der Fall, da man zum einen mit radioaktiven Stoffen
nicht mehr so sorglos umgeht und Radium zum anderen auch recht
teuer ist. Laß´ Dich also nicht von irgendwelchen Stories aus
der Ecke kirre machen.

Hallo Bernd,
ich weiss, daß zumindest in den Leuchtziffern von Uhren noch
viel länger, vieleicht sogar heute noch, radioaktive
Substanzen eingebaut wurden. Man erkennt diese meistens daran,
daß sie noch nach mehreren Stunden in absoluter Dunkelheit
schwach leuchten. Allerdings war es wohl kein Radium mehr. Ich
habe mal verschiedene Uhren gesammelt und mit einem
Geigerzähler untersucht. Bei sehr alten Uhren war eine relativ
schwache Aktivität zu messen, die aber auch außerhalb des
Gehäuses noch vorhanden war ( Gammastrahler ? ). bei einem
Wecker aus den 70-ern war außerhalb des Kunststoffgehäuses
nichts zu messen, dafür aber direkt vor den Leuchtziffern eine
relativ hohe Aktivität ( Alpha- oder Betastrahler ? ). Bei
allen anderen nicht verschlossenen Leuchtkörpern ( Folien,
Spielzeug, usw.) war keine Strahlung messbar. Hier besteht
offensichtlich keine Gefahr mehr.
Prinzipiel ist aber noch Vorsicht angebracht.

Lieber Jörg,

ich hab´ mich noch mal schlau gemacht: Die Radiolumineszenz wird durch Beta und/ oder Gammastrahler hervorgerufen, verursacht durch Thoriumsalze.
Alphateilchen erzeugen nur kurze Lichtblitze (Szintillationen).
Im Falle von Dekoartikeln weiß ich aber ziemlich genau, daß radioaktive Stoffe nicht eingesetzt werden, ich kenne auch etliche der Hersteller und deren Prozeß, da wir als ZnS Hersteller immer wieder mal Anfragen dazu bekommen. Aufgrund von Geheimhaltungspflichten kann ich nicht näher ins Detail gehen.
Im übrigen ist die Anwendung bereits seit 1940 bekannt und recht gut beschrieben, ich habe mir das einschlägige Standardwerk in Auszügen angeschaut. Die Leuchtdauer und -dichte ist nicht unbedingt ein Indikator für Radiolumineszenz, da ist Dein Ansatz mit Zählrohr sicher besser. Man kann nämlich durch Art und Menge der Dotierelemente eine breite Palette von Farben und Leuchteffekten darstellen.

Gruß
Bernd

Hallo Bernd, hallo Jörg,

vielen Dank für Eure Antworten. Da macht es wieder mal Freude bei w-w-w so präzise Antworten zu bekommen.

Gruß Roland